Selbsthilfe bei Depression

Depressive Störungen - Behandlung, Therapie, Prävention

Soziale Aktivitäten lindern Depressionen

09.09.2014 Einer sozialen Gruppe anzugehören kann die Auswirkungen einer Depression deutlich verringern, laut einer neuen Forschungsstudie der Universität Queensland, Australien.

Hilfe durch Gruppenaktivität?

Tegan Cruwys und Alex Haslam vom Fachbereich Psychologie der UQ haben herausgefunden, dass der Aufbau starker sozialer Beziehungen bei der Behandlung und Prävention von klinischer Depression besonders wichtig ist.

Cruwys sagte in der Zeitschrift Journal of Affective Disorders, die Befunde zeigten, wer regelmäßig in sozialen Gruppen interagiert und sich einer zugehörig fühlt, über eine verbesserte Lebensqualität und eine wesentliche Abnahme oder Genesung von seiner Depression berichtete.

"Durch den Kontakt und die Aufnahme in eine Gruppe bekommen die Menschen genau das was ihnen fehlt, wenn sie depressiv sind - ein Zugehörigkeitsgefühl, ein Gefühl von Bedeutung und Sinn, und eine Quelle sozialer Unterstützung."

Gruppenaktivität
Bild: Nemo (pixabay)

"Die Ergebnisse stellen jedem eine leicht zugängliche und kosteneffektive Behandlung bzw. Selbsthilfe zur Verfügung, ohne das Stigma, psychologische Behandlung aufsuchen oder die Nebenwirkungen von Antidepressiva erleiden zu müssen", sagte Cruwys.

Die Forscher luden die Teilnehmer mit hohem Risiko für die Entwicklung einer Depression ein, einer Freizeitgruppe (Sport-, Näh- oder Kunstgruppe) beizutreten.

Andere Teilnehmer (mit Depression diagnostiziert) nahmen an Gruppentherapiesitzungen eines lokalen Krankenhauses teil.

Drei Monate später wurden beide Gruppen begutachtet, um festzustellen, ob die Teilnehmer eine Verbesserung bezüglich ihrer Depression erfahren hatten.

Gruppenidentifikation ausschlaggebend

Haslam sagte, dass die Ergebnisse klare Belege lieferten, dass die Gruppenteilnahme (bzw. Gruppenidentifikation) Depressionen lindern könne.

"Bei jenen, die sich als Teil einer Freizeitgruppe fühlten (sich mit ihr identifizierten), waren weniger als ein Drittel am Ende der Studie noch depressiv, während bei denjenigen, die sich nicht mit einer Gruppe identifizierten, mehr als die Hälfte depressiv blieb", sagte er.

"Unsere Befunde legen nahe, dass die Art einer Gruppe nicht so wichtig ist, solange Sie sich als Teil von ihr fühlen."

"Der Schlüssel, um Depression zu stoppen, ist: sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen und die Gruppe zum Teil seiner selbst werden zu lassen", sagte er.

© PSYLEX.de - Quelle: Journal of Affective Disorders / Universität Queensland, August 2014

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