Depression durch Bewegungsmangel?

Studie untersuchte Verbindung zwischen körperlicher Aktivität und Depressivität bei Kindern

02.02.2017 Forscher der Norwegian University of Science and Technology untersuchten, ob es Verbindungen zwischen moderater bis kräftiger körperlicher Aktivität (KA) bzw. einem Mangel an Bewegung und Symptomen von klinischer Depression bei Kindern gibt.

Frühere Studien haben gezeigt, dass körperlich aktive Erwachsene und Jugendliche ein geringeres Risiko für die Entwicklung von Depressionen haben. Aber der gleiche Effekt wurde bei Kindern bislang nicht untersucht.

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Bild: Vidmir Raic

Die Wissenschaftler untersuchten knapp 800 Kinder als sie sechs Jahre alt waren, und führten Nachuntersuchungen mit etwa 700 von ihnen im Alter von acht und zehn Jahre durch. Die körperliche Aktivität wurde mit Accelerometern (Bewegungsmessern) erfasst, die als eine Art fortschrittlicher Pedometer dienten, und die Eltern wurden zur psychischen Gesundheit ihrer Kinder befragt.

Weniger Symptome bei mehr Bewegung

Körperlich aktive Sechs- und Achtjährige zeigten weniger Symptome einer Depression, als sie zwei Jahre später untersucht wurden. Körperliche Bewegung scheint also gegen die Entwicklung von Depression zu schützen, sagten Studienautoren Tonje Zahl und Silje Steinsbekk vom Fachbereich für Psychologie.

Steinsbekk betont, dass diese Ergebnisse nun in randomisierten Studien getestet werden sollten, in denen die Forscher die körperliche Aktivität der Kinder erhöhen und untersuchen, ob diejenigen, die an diesen Maßnahmen teilnehmen, weniger Symptome einer Depression im Laufe der Zeit zeigen als diejenigen, die nicht teilnehmen.

Risikofaktor Bewegungsarmut?

Die Psychologen haben auch untersucht, ob Kinder mit Depressionssymptomen sich weniger bewegen; dies scheint aber nicht der Fall zu sein, sagte sie im Fachblatt Pediatrics.

Frühere Befunde bei Jugendlichen und Erwachsenen zeigten, dass ein bewegungsarmer Lebensstil - wie viel Fernsehen und Spielen von Computerspielen - mit Depressionen einhergehen, aber die NTNU-Studie fand bei den Kindern keinen Zusammenhang zwischen Depression und einem bewegungsarmen Lebensstil.

Auch führten depressive Symptome nicht zu mehr Inaktivität bzw. Bewegungsmangel und eine bewegungsarme Lebensweise erhöhte nicht das Risiko für eine Depression bei den Kindern.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Norwegian University of Science and Technology, Pediatrics - dx.doi.org/10.1542/peds.2016-1711; Feb. 2017

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