Depression: Einkommen, Lohn, Ökonomische Faktoren

Depressive Störungen - Ursachen/Risikofaktoren

Ökonomische Faktoren

Psychische Krankheiten - Klinische Psychologie

Klinische Depression stark verbunden mit sozioökonomischen Bedingungen

Episoden klinischer Depression sind ein bedeutsames Gesundheitsproblem in Länderm mit niedrigen bis mittleren und hohen Einkommen, und sie sind stark mit ökonomischen bzw. sozioökonomischen Konditionen verbunden laut einer online am 26. Juli in BMC Medicine herausgegebenen Studie.

Evelyn Bromet, Ph.D. von der State University von New York bei Stony Brook und Kollegen untersuchten das Vorherrschen, die Beeinträchtigung und demographische Korrelationen von Depression von 10 Längern mit hohen Einkommen und acht mit niedrigem und mittlerem Einkommen der World Mental Health Survey Initiative.

Persönliche Befragungen wurden mit Hilfe des World Health Organization Composite International Diagnostic Interview geführt, um Episoden schwerer Depression basierend auf dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders IV. Auflage (DSM-IV) festzustellen.

Die Forscher fanden heraus, dass die geschätzten DSM-IV depressiven Episoden im Lebensdurchschnitt und 12 Monatsprävalenz in Ländern mit hohem Einkommen bei 14,6 und 5,5 Prozent beziehungsweise 11,1 und 5,9 Prozent in Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen lagen.

Das durchschnittliche Alter bei Beginn von Major Depression Episoden war 25,7 in Ländern mit hohem Einkommen und 24,0 Jahre bei Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen.

Jüngeres Alter stand mit höherer 12 Monatsprävalenz in hohen Einkommensländern in Beziehung, wobei ein älteres Alter mit größerer Wahrscheinlichkeit für klinische Episoden in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen korrelierte. Funktionelle Beeinträchtigung stand mit Depressivität in Beziehung.

Frauen litten doppelt so wahrscheinlich an depressiven Störungen wie Männer.

Soziale Faktoren

In hohen Einkommensländern war die stärkste demographische Korrelation mit depressiven Episoden die Trennung vom Partner, während in Länder mit niedrigem bis mittlerem Einkommen es ist, geschieden oder verwitwet zu sein.

Klinische Depression ist ein bedeutsames öffentliches Gesundheitsproblem in allen Regionen der Welt und ist stark an soziale und ökonomische Faktoren gekoppelt, schreiben die Autoren.

Einer der Studienautoren offenbarte finanzielle Verbindungen zur Pharmaindustrie. Das World Mental Health Survey Initiative erhält Finanzierung von der Pharmaindustrie.
Quelle: BMC Medicine, August 2011

Reichtum, Wohlstand, Lebensstandard

Depressionsraten sind höher in reicheren Ländern als in Nationen mit niedrigen oder mittleren Einkommen laut Forschern, die die sozioökonomischen Bedingungen mit der Prävalenz von Depression verglichen.

Etwa 121 Millionen Menschen weltweit haben Depressionen, die die Lebensqualität der Menschen durch Beeinflussung ihrer Arbeitsfähigkeit und Lebens- und Beziehungsverhältnisse beeinträchtigen können. Schwerwiegende Depression kann zu Selbstmord führen und verursacht jedes Jahr 850.000 Todesfälle.

Detaillierte Interviews mit mehr als 89.000 Menschen in 18 Nationen ergaben, dass 15 Prozent der Menschen in Ländern mit hohen Einkommen wahrscheinlich eine depressive Störung während ihrer Lebenszeit bekommen würden, verglichen mit 11 Prozent jener in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen. Etwa 5,5 Prozent der Menschen in Ländern mit hohen Einkommen hatten Depression innerhalb des vorherigen Jahres.

Länder mit hohen Einkommen hatten höhere Raten von Major Depression (28 Prozent vs. 20 Prozent), und besonders hohe Raten (mehr als 30 Prozent) wurden in den Vereinigten Staaten, Frankreich, den Niederlanden und Indien gefunden. China hatte die niedrigste Rate von Major Depression (12 Prozent).

Das durchschnittliche Alter zu Beginn der Depression war fast zwei Jahre jünger in Ländern mit niedrigen Einkommen, fanden die Forscher.

Frauen erlitten doppelt so wahrscheinlich wie Männer Depression, und der hauptsächlich beitragende Faktor war der Verlust des Partners wegen Tod, Scheidung oder Trennung.

Die Studie, herausgegeben am 25. Juli in der Zeitschrift BMC Medicine, wurde von Forschern an 20 Zentren in Verbindung mit der World Health Organization World Mental Health Survey Initiative geführt.

"Wir haben gezeigt, dass Depression ein bedeutsames öffentliches Gesundheitsproblem in allen Regionen der Welt und stark mit den sozioökonomischen Bedingungen verbunden ist."

Die Muster und Ursachen für Depression zu erkennen, kann helfen, globale Initiativen zur Verringerung der Auswirkungen von Depression auf Individuen und Gesellschaft effektiver zu machen, sagte Evelyn Bromet von der State Universität von New York, Stony Brook in einer Zeitschriftenpressemitteilung.
Quelle: BMC Medicine, August 2011

Mindestlohn verbessert Depressionssymptome bzw. psychische Gesundheit

12.04.2016 Eine neue in der Zeitschrift Health Economics veröffentlichte und von der University of Oxford geleitete Studie hat festgestellt: Niedriglöhner, die den nationalen Mindestlohn in England im April 1999 erhielten, zeigten eine Linderung ihrer Depressionssymptome für mindestens 22 Monate.

Auswirkungen auf die psychische Gesundheit

Die statistische Verbesserung der psychischen Gesundheit bei denjenigen, die den Mindestlohn erhielten, war vergleichbar mit den Effekten von Antidepressiva. Der Mindestlohn verringere die Gefühle von Angst und Depression zumindest teilweise, weil die finanzielle Belastung geringer ist, sagte Studienautor Dr. Aaron Reeves.

Die Studie der Universitäten Oxford, Erasmus in Rotterdam, Liverpool untersuchten die Veränderungen der Gesundheit bei denjenigen, die 1998 weniger als 3,60&xnbsp;£ pro Stunde verdienten, nachdem sie einen stündlichen Lohn zwischen 3,60&xnbsp;£ und 4,00&xnbsp;£ wegen der Einführung des nationalen Mindestlohns im Vereinigten Königreich 1999 erhielten.

Feldforschung

Dadurch entstand ein seltenes 'natürliches' Experiment, weil einige Angestellte die Lohnzunahme erhielten, andere aber nicht (entweder weil sie bereits den nationalen Mindestlohn erhielten oder ein bisschen darüber lagen, oder weil ihre Arbeitgeber nicht einwilligten). Die Forscher konnten dadurch die Gesundheit der Arbeiter vor und nach ihrem Lohnanstieg mit anderen Niedriglohnarbeitern vergleichen, deren Löhne nicht zu dieser Zeit zunahmen.

Die Forscher analysierten die Daten aus der British Household Panel Survey, einer nationalen repräsentativen Längsschnittstudie mit über 5.500 Haushalten und 10.000 Personen (1991 bis 2009), die die Teilnehmer zu verschiedenen psychischen und physischen Gesundheitsangelegenheiten befragte.

Erhöhte sich der Lohn, verbesserte sich die psychische Gesundheit

Die Studie fand deutliche Verbesserungen der psychischen Verfassung und insbesondere der Depressionssymptome bei den Arbeitern, deren Löhne wegen des nationalen Mindestlohns zunahmen. Der Unterschied bei den Punktewerten der Tests entsprach in etwa dem Zuwachs, der durch die Einnahme von Antidepressiva bewirkt worden wäre.

Diese Verbesserungen konnten nicht bei den Teilnehmern beobachtet werden, die ähnliche soziale und wirtschaftliche Hintergründe hatten, aber keinen Lohnanstieg erhielten.

Ein Argument gegen Lohnzunahmen für Niedriglöhner ist gewesen, dass sie zu einem Anstieg von gesundheitsschädigenden Verhaltensweisen wie z.B. Rauchen führen, oder Arbeitsbedingungen verschlechtern würden. Die Studie fand keine Belege dafür, dass mehr Zigaretten geraucht wurden, oder es z.B. zu mehr Entlassungen gekommen war.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Oxford, Health Economics - DOI: 10.1002/hec.3336; April 2016

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