Depression: Gene verknüpft mit Entzündung und Stress

Depressive Störungen - Ursachen/Risikofaktoren

Mit Entzündung und Stress in Verbindung stehende Gene könnten bei der Entwicklung von personalisierten Behandlungen für Depressionen helfen

25.07.2020 Eine in Translational Psychiatry veröffentlichte Studie untersuchte das Blut von 130 Patienten mit schwerer depressiver Störung und 40 gesunden Kontrollpersonen, um zu verstehen, wie die Genexpression - der Prozess, der die Produktion neuer Moleküle signalisiert - genutzt werden könnte, um Patienten mit therapieresistenter Depression (TRD) von Patienten zu unterscheiden, die auf Medikamente ansprechen.

Die Teilnehmer wurden im Rahmen der Biomarkers in Depression (BIODEP) Studie aufgenommen.

Die Hauptautorin des Artikels, Dr. Annamaria Cattaneo vom Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience (IoPPN) King's College London, sagte: Obwohl es überwältigende Hinweise auf eine verstärkte Entzündung bei Depressionen gibt, ist immer noch unklar, wie genau diese auftritt und wie sie auf der Ebene der Chemie im Körper aussieht.

Welche Behandlung von größerem Nutzen sein könnte

Gene
Bild: Gerd Altmann

In dieser Studie zeigen die Forscher die Möglichkeit der Unterscheidung zwischen Patienten mit Depressionen, die nicht auf Medikamente ansprechen, und denen, die auf die antidepressiven Medikamente ansprechen, und zwar auf der Grundlage der bekannten Entzündungswerte und des Vorhandenseins molekularer Mechanismen, die diese Entzündung in Gang setzen.

Dies könnte möglicherweise ein Mittel sein, um von Anfang an zu beurteilen, welche Behandlungsmöglichkeiten vorteilhafter sein könnten.

Molekulare Anzeichen von Inflammation und Stress

Die Forscher beobachteten deutlich stärkere molekulare Anzeichen von Inflammation (Entzündung) und Stress sowohl bei den Patienten, die nicht auf die antidepressive Behandlung ansprachen, als auch bei Patienten, die medikamentenfrei waren, im Vergleich zu depressiven auf Medikamente ansprechende Patienten und gesunde Kontrollteilnehmern.

Diese Ergebnisse untermauern die zunehmende Evidenz, dass nicht auf Antidepressiva ansprechende Patienten oder Menschen mit unbehandelten Depressionen im Vergleich zu den Kontrollen eine erhöhte Entzündung aufweisen.

CRP im Blut

Frühere Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass ein hoher Wert des C-reaktiven Proteins (CRP) im Blut auf ein gewisses Mass an Entzündung im Körper hindeutet.

Und in der vorliegenden Studie fanden die Forscher sowohl bei Patienten, die gegen die Behandlung resistent waren, als auch bei Patienten ohne Medikamente höhere Werte des CRP im Blut im Vergleich zu Patienten mit Depression, die auf Medikamente ansprachen, sowie zu gesunden Kontrollpersonen.

Expression mehrerer entzündungsassoziierter Gene

Ebenso berichteten die Forscher, dass die Expression mehrerer entzündungsassoziierter Gene (einschliesslich IL-1-beta, IL-6, TNF-alpha und P2RX7) sowohl bei behandlungsresistenten als auch bei medikamentenfreien Patienten ebenfalls erhöht war.

Einige der 16 in dieser Arbeit ermittelten Gene waren noch nie zuvor in menschlichem Blut erfasst worden.

Stressreaktion: Anzahl der Glukokortikoidrezeptoren

Die Forscher untersuchten auch Stressindikatoren und stellten fest, dass sowohl bei den behandlungsresistenten als auch bei den medikamentenfreien Patienten die Anzahl der Glukokortikoidrezeptoren, die an der Stressreaktion des Körpers beteiligt sind, verringert ist.

Bei einer reduzierten Anzahl von Rezeptoren ist die Fähigkeit des Körpers, Stress durch Hormone wie Cortisol zu puffern, vermindert, was das Risiko schwererer Formen von Depressionen erhöht.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Translational Psychiatry (2020). DOI: 10.1038/s41398-020-00874-7

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