Depression: genetisch bedingt, verursacht?

Depressive Störungen - Ursachen/Risikofaktoren

Depressionsstudie weist auf einige Gene, die für die Erkrankung anfällig machen könnten

16.04.2018 Fast 80 Gene wurden von Wissenschaftlern entdeckt, die mit Depressionen als mögliche genetische Ursache in Verbindung gebracht werden könnten.

Die Entdeckungen könnten helfen zu erklären, warum einige Menschen ein höheres Risiko für die Entwicklung der Erkrankung haben, sagen die Forscher.

Die Studie könnte auch der Entwicklung von neuen Medikamenten gegen psychische Erkrankungen helfen, sagen die Experten.

Genetische Komponente?

Lebensereignisse - wie Trauma oder Stress - können zum Ausbruch einer Depression beitragen, aber es ist nicht klar, warum manche Menschen die Krankheit eher entwickeln als andere, und seit langem wird eine genetische Komponente vermutet.

Wissenschaftler der Universität Edinburgh analysierten die Daten der UK Biobank - einer Forschungsdatenbank, die Gesundheits- und genetische Informationen einer halben Million Menschen enthält.

Gene
Bild: Gerd Altmann

Sie scannten den genetischen Code von 300.000 Menschen, um Bereiche der DNS zu identifizieren, die mit Depressionen in Verbindung gebracht werden könnten.

Einige der lokalisierten Gene sind bekanntlich an der Funktion von Synapsen beteiligt, winzigen Verbindungen, die es Gehirnzellen ermöglichen, über elektrische und chemische Signale miteinander zu kommunizieren.

Die Wissenschaftler bestätigten ihre Ergebnisse, indem sie anonymisierte Daten des persönlichen Genetik- und Forschungsunternehmens 23andMe untersuchten, die mit Zustimmung der Spender verwendet wurden.

Dr. David Howard von der Universität Edinburgh sagte, dass diese Studie Gene identifiziert hat, die das Risiko für Depressionen potenziell erhöhen könnten.

Die Ergebnisse liefern auch neue Hinweise auf die genetischen Ursachen von Depressionen und die Wissenschaftler hoffen, dass sie die Suche nach Medikamenten, die Menschen mit dieser Krankheit helfen könnten, so eingrenzen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Edinburgh; Nature Communications (2018). DOI: 10.1038/s41467-018-03819-3

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