Scheidung erhöht Risiko für Depression

Depressive Störungen - Ursachen/Risikofaktoren

29.08.2013 Eine Scheidung ist mit einem gesteigerten Risiko für eine zukünftige depressive Episode verbunden, aber nur für diejenigen, die bereits eine Depression hinter sich haben, laut einer neuen Studie.

Scheidung und Trennung

"Stressende Lebensereignisse wie Scheidung oder Trennung sind mit einem bedeutenden Risiko für eine verlängerte emotionale Belastung (wie Depression) verbunden", bemerkt der psychologische Wissenschaftler und Autor der Studie David Sbarra von der Universität von Arizona. "Zur gleichen Zeit ist das Erleben einer Scheidung nicht ein zufälliges Ereignis, wie wir aus anderen Forschungsstudien wissen. Einige Personen haben ein viel größeres Risiko eine Scheidung zu erleben als andere Leute."

Dies führte Sbarra und Kollegen dazu, sich zu fragen: Ist es die Scheidung oder die Faktoren, die zur Scheidung führen (also Ehestreit, Neurotizismus oder Feindseligkeiten), was zu einer Zunahme des Risikos für eine Depression führen?

Um diese Frage zu untersuchen, nutzten die Forscher Daten aus einer nationalen repräsentativen Langzeitstudie in den USA (MIDUS: Midlife Development in the United States).

Deutlicher Risikofaktor

Im Einklang mit vorherigen Forschungen zeigten die Ergebnisse, dass Scheidung eine deutliche Wirkung auf eine anschließende Depression hatte. Aber, wie Sbarra und Kollegen sagen, war die ganze Geschichte ein bisschen komplexer.

Insbesondere steigerten Scheidung oder Trennung die Wahrscheinlichkeit einer späteren depressiven Episode für jene Teilnehmer, die bereits eine Depression hatten. Tatsächlich erlebten fast 60% der Erwachsenen mit einer Geschichte von Depression, die während der Studie geschieden wurden, eine depressive Episode in der drauf folgenden Zeit.

Alle anderen Teilnehmer - einschließlich jener, die eine Geschichte von Depression hatten, aber sich nicht scheiden ließen, und denjenigen, die geschieden, aber über keine Vorkommnisse einer Depression berichteten - hatten kein erhöhtes Risiko für eine zukünftige depressive Episode. Nur etwa 10% dieser Personen erfuhr eine depressive Episode in der nachfolgenden Zeit.

Frühere Depressive durch Scheidung/Trennung gefährdet

Das Ausmaß dieses Unterschieds zwischen den beiden Gruppen - 60% versus 10% - überraschte die Forscher.

"Diese Befunde sind sehr wichtig, weil sie die grundlegende Vorstellung bestätigen, dass die meisten Menschen robust gegenüber einer Scheidung sind, und weil wir keine schweren Erkrankungen bei Menschen ohne eine depressive Störung sehen", sagte Sbarra. "Wenn Sie nie eine signifikante Depression in Ihrem Leben erfahren haben und Sie eine Trennung oder Scheidung durchmachen, sind Ihre Chancen nicht sehr groß, zukünftig depressiv zu werden."

"Menschen mit Depression in der Anamnese, die geschieden werden, verdienen besondere Aufmerksamkeit für/durch (soziale) Unterstützung und beratende Dienste."

Quelle: Universität von Arizona, August 2013

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