Essstörungen Prävalenz (Häufigkeit)

Psychische Störungen - Gestörtes Essverhalten

Nicht nur Weiße haben Essstörungen

Unter US-amerikanischen Ureinwohnern entwickeln Frauen häufiger als Männer Essstörungen, hat eine neue Studie herausgefunden.

Amerikanische Ureinwohner zeigen essgestörtes Verhalten

Die Forscher fanden auch Ähnlichkeiten bei der Prävalenz zwischen US-amerikanischen Ureinwohner und Weißen in Bezug auf Binge-Eating, Purging und Diagnosen von Essstörungen laut dem am 6. Januar im International Journal of Eating Disorders veröffentlichten Bericht.

Diese Gemeinsamkeit zwischen US-amerikanischen Ureinwohner und Weißen widerlegt den Mythos, dass Essstörungen Probleme sind, die nur weiße Mädchen und Frauen betreffen, sagte Studienleiterin Ruth Striegel-Moore, Professor an der Universität von Middletown, Conn. in einer Pressemitteilung der Zeitschrift.

Die Verfasser der Studie fanden auch keine bedeutsamen Differenzen bei der Auftretenshäufigkeit zwischen US-amerikanischen Ureinwohnern und Weißen, von denen sie sagen könnten, dass sie weitere Belege liefern, dass Essstörungen nicht auf eine gewisse Rasse beschränkt sind.

Für diese Studie analysierten die Forscher Daten von mehr als 10.000 Männern und Frauen in den Vereinigten Staaten, durchschnittliches Alter 22 Jahre, die an der National Longitudinal Study of Adolescent Health teilnahmen. Es gab 236 Frauen und 253 Männer, die entweder US-amerikanische Ureinwohner oder Inuit waren.

Verhaltensymptome von Essstörungen

Diese Forschungsbefunde lieferten den Psychologen einen ersten Blick über die Verhaltensymptome Jungendlicher der US-amerikanischen Ureinwohner-Population, schloss Striegel-Moore.

Auf dem Forschungsfeld der Essstörungen war diese Art epidemiologischer Studie hinter anderen Forschungsstudien zurückgeblieben, aber jetzt haben die Wissenschaftler eine Grundlage, um die Prävalenz bzw. Verteilung von Essstörungen zu untersuchen und psychologische Risikofaktoren bei US-amerikanischen Ureinwohnerpopulationen zu identifizieren, sagte sie.
Quelle: International Journal of Eating Disorders, Jan. 2011

Hohe Prävalenz bei Zwangs- und Angstgestörten

Eine neue Forschungsstudie legt nahe, dass Ärzte und anderes Gesundheitsdienstleister mehr über das hohe Risiko für Essstörungen unter Menschen mit Zwangsstörung und anderen Angststörungen wissen sollten.

Neue Forschungsergebnisse wurden auf der Royal College of Psychiatrists 2009 Jahrestagung präsentiert, wonach einer von fünf Menschen mit Zwangsstörung auch eine Form von gestörtem Essverhalten zeigt. Außerdem kommen Essstörungen bei einem von drei Patienten mit anderen Angststörungen vor.

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Bild: Gerd Altmann

Zwangsstörung ist eine schwerwiegende angstgebundene Erkrankung, die 2 bis 3 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betrifft. Menschen mit stark ausgeprägter Zwangsstörung können Probleme haben, regelmäßig zu arbeiten oder ihren Part in ihrer Familie oder dem sozialen Leben zu finden.

Dr. Lynne Drummond, beratende Psychiaterin in Südwestlondon und im St Georges NHS Mental Health Trust angestellt, sammelte Daten aus einer Stichprobe von Patienten mit klinischer Zwangserkrankung, die auf einer Fachstation zur Behandlung eingewiesen worden waren.

Eine Kontrollgruppe von Patienten, die zur Behandlung auf dieselbe Station eingewiesen waren und andere Angststörungen hatte, wurden auch untersucht.

Hohes Vorkommen von Essstörungen bei Zwangsgestörten

Die Studie fand heraus, dass ein Fünftel der Patienten mit Zwangsstörung auch Zeichen einer Essstörung hatte. Die Prävalenz für diejenigen mit anderen Angststörungen belief sich auf ein Drittel.

Dr. Drummond sagte: Obwohl dies mehrere Studien waren, die die Prävalenz von Zwangsstörung und die zwanghaften Symptome bei Patienten mit Essstörungen prüften, gibt es einen Mangel an Studien, die zwangsgestörte Patienten und jene mit anderen Angststörungen auf essgestörtes Verhalten prüften.

Diese Studie legt nahe, dass Kliniker unterrichtet werden sollten, wie hoch das Auftreten bzw. Vorherrschen von Essstörungen, gestörten Essens bei Patienten mit Angststörungen wie auch Zwangsstörung ist, sagte sie.
Quelle: The Royal College of Psychiatrists 2009

Häufigkeit von Essstörungen: 1,4 Prozent bei Kindern

28.11.2018 Die Häufigkeit von Essstörungen bei 9- bis 10-Jährigen in den Vereinigten Staaten beträgt 1,4 Prozent, ohne Unterschied in der Prävalenz zwischen Jungen und Mädchen laut einer in der Fachzeitschrift JAMA Pediatrics publizierten Studie.

Kaitlin Rozzell von der Universität San Diego und Kollegen analysierten die Baselinedaten von Teilnehmern, die in den Jahren 2016 und 2017 an der Studie Adolescent Brain Cognitive Development (ABCD) teilnahmen, um die Auftretenshäufigkeit von Essstörungen zu bestimmen. Eine repräsentative Stichprobe von 4.524 Kindern im Alter von 9 bis 10 Jahren und eine ihrer Bezugspersonen wurde gezogen und 10 Jahre lang begleitet.

Die Forscher beobachteten keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Prävalenzrate von Essstörungen über alle Diagnosen zwischen Jungen und Mädchen mit einer Gesamtprävalenz von 1,4 Prozent.

Häufigkeitsraten anderen essgestörten Verhaltens

Die Häufigkeitsraten anderer spezifizierter Ernährungs- und Essstörungen, Anorexia nervosa und Binge-Eating-Störungen lagen bei 0,7, 0,1 bzw. 0,6 Prozent. Es gab keine Fälle von Bulimie in der Probe.

Geschlechtsunterschiede bei Essstörungen könnten erst in der Pubertät auftreten, schreiben die Autoren. Dies steht im Einklang mit früheren Untersuchungen, die einen Mangel an präpubertären Geschlechtsunterschieden bei Essstörungen zeigen, mit einer erhöhten Prävalenz von Essstörungen bei Mädchen während und nach der Pubertät.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Pediatrics - doi:10.1001/jamapediatrics.2018.3678

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