Essstörung - Gynäkologie und Geburtshilfe

Psychische Störungen

Amenorrhö, Beckenschmerzen, atrophische Vaginitis und Brustatrophie

03.06.2018 Geburtshelfer und Gynäkologen sollten sich der gynäkologischen Risiken und Symptome von Essstörungen bewusst sein laut einer in Obstetrics & Gynecology veröffentlichten Stellungnahme.

Dr. Nancy Sokkary vom American College of Obstetricians and Gynecologists Committee on Adolescent Health und Kollegen wenden sich an die gynäkologische Betreuung bzw. Versorgung von Jugendlichen und jungen Frauen mit Essstörungen.

Gynäkologische Probleme

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Bild: Darko Stojanovic

Die Autoren stellen fest, dass Essstörungen häufig während der Pubertät auftreten. Frauen mit Essstörungen können zusammen mit gynäkologischen Problemen oder Symptomen auftreten; dazu gehören unregelmäßige Menstruation bzw. Amenorrhoe, Beckenschmerzen, atrophische Vaginitis und Brustatrophie.

Die formale Diagnose und Behandlung von Essstörungen bei Jugendlichen fällt nicht in den Bereich der gynäkologischen Praxis, aber die Gesundheitsversorger sollten sich mit der Erkennung und dem Screening von Risikopatientinnen auskennen.

Screening auf Risikofaktoren

Das Erkennen von Risikofaktoren kann helfen, Patientinnen zu identifizieren, die einer weiteren Untersuchung bedürfen.

Fragen wie z.B. wie sich Patientinnen hinsichtlich ihres Gewichts fühlen, was und wie viel sie essen und wie viel sie sich bewegen, können helfen, gefährdete Patientinnen zu ermitteln.

Ein multidisziplinärer Ansatz ist aufgrund der Komplexität von Essstörungen und deren Auswirkungen auf die psychische und körperliche Gesundheit hilfreich.

Geburtshelfer und Gynäkologen sollten mit den Kriterien vertraut sein, die einen sofortigen Krankenhausaufenthalt zur medizinischen Stabilisierung rechtfertigen.

Essstörungen sind kompliziert und schwierig zu diagnostizieren und zu behandeln, sagte Sokkary in einer Erklärung. Wir müssen vorsichtig und bewusst bei jeder Patientin vorgehen, die mögliche Symptome einer Essstörung aufweist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Obstetrics & Gynecology: June 2018 - Volume 131 - Issue 6 - p 11861187 doi: 10.1097/AOG.0000000000002653

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