Essstörungen und Körperbildstörung (Dysmorphophobie)

Psychische Störungen - Gestörtes Essverhalten

Prävalenz und Korrelationen von Körperdysmorphie und Essstörungen

14.10.2020 Menschen mit Essstörungen sind 12-mal häufiger mit vermeintlichen Mängeln in ihrer körperlichen Erscheinung (Körperbildstörung) beschäftigt als Menschen ohne Essstörungen laut einer in der Zeitschrift Eating and Weight Disorders veröffentlichten Studie.

Forscher der Anglia Ruskin University (ARU) befragten mehr als 1.600 über soziale Medien akquirierte Mitglieder von Fitnessclubs. Sie stellten fest, dass bei Menschen mit einer angenommenen Essstörung 12-mal häufiger auch eine körperdysmorphe Störung (auch Körperbildstörung oder Dysmorphophobie genannt) anzutreffen ist - ein psychischer Zustand, der durch die Besessenheit gekennzeichnet ist, sich mit vermeintlichen Schönheitsfehlern zu beschäftigen (die von anderen nicht bemerkt werden).

Etwa 30 % der Teilnehmer hatten Essstörungen angegeben, und die Forscher stellten fest, dass 76 % dieser Personen ebenfalls an einer Körperdysmorphie litten.

Die Forschungsarbeit fand keine signifikanten Zusammenhänge zwischen Körperdysmorphie, Sexualität und der Nutzung sozialer Medien, obwohl es einen Zusammenhang mit dem Geschlecht gab, wobei Frauen mit größerer Wahrscheinlichkeit Symptome einer Körperbildstörung zeigten.

Hauptautor Mike Trott sagt, dass Körperdysmorphie zu Ängsten, Stress und verminderter Lebensqualität führen kann. Obwohl Menschen, die unter Essstörungen wie Anorexie und Bulimia nervosa leiden, ähnliche Eigenschaften wie Menschen mit Körperdysmorphie aufweisen, sind die Forschungsbefunde über einen Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen nur spärlich.

Fachkräfte des Gesundheitswesens, die mit Menschen mit Körperdysmorphie arbeiten, sollten diese regelmässig auf Essstörungen untersuchen, da die Befunde auf einen starken Zusammenhang zwischen den beiden psychischen Störungen zeigt.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Eating and Weight Disorders - Studies on Anorexia, Bulimia and Obesity (2020). DOI: 10.1007/s40519-020-01018-y

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