Essstörung: Ursachen, Risikofaktoren

Psychische Störungen - Gestörtes Essverhalten

Cannabinoid-Mangel im Gehirn

Neuere Forschung sagt, dass ein zu Defiziten bei den Endocannabinoiden führender Gehirndefekt ein Risikofaktor für die Entstehung von Anorexie und Bulimie sein könnte.

Endocannabinoide und reduzierter Appetit

Endocannabinoide sind Substanzen, die im Gehirn produziert werden und die Wirkungsweise und Chemie im Gehirn beeinflussen, wie die Wirkungen von Cannabis und Derivaten, einschließlich Marihuana und Haschisch.

Diese Drogen werden oft zur Entspannung verwendet und sind auch für die Beeinflussung des Appetits, d.h. sie verursachen Hunger bzw. Heißhunger.

Dementsprechend sind Defizite im Gehirn auch mit einem reduzierten Appetit verbunden.

In der Studie, von der im Biological Psychiatry berichtet wird, maßen die Forscher den Status des endocannabinoiden Systems indirekt dadurch, dass sie feststellten, ob es eine Zunahme oder Verminderung in der Dichte der endocannabinoiden Rezeptoren gab, genannt CB1 Rezeptoren.

Sie benutzten Positronenemissionstomographie oder PET, um mehrere Gehirnregionen zu scannen. Dann verglichen sie diese Dichten bei Frauen mit Anorexie oder Bulimie mit jenen von gesunden Frauen.

Weniger Endocannabinoide bei Essgestörten

Bei der Analyse fanden die Forscher Beweise von Defiziten in den Endocannabinoid-Leveln oder reduzierte Rezeptorfunktionen des CB1 in den Gehirnen von Frauen mit Anorexie. Die CB1R Verfügbarkeit war auch in der so genannten Insula Gehirnregion bei sowohl Patienten mit Anorexie als auch Bulimie gesteigert.

Die Insula ist eine Region, die Körperwahrnehmung, gustatorische Informationen, Belohnung und Emotion wahrnimmt, und deren Funktionen bei diesen Patienten gestört werden, erklärte Dr. Koen Van Laere, Hauptautor der Studie.

Die Rolle der Endocannabinoide bei der Appetitkontrolle ist eindeutig wichtig. Dies ist ein neuer Datenpunkt zu wichtigen Verbindungen zwischen diesem System und Essstörungen, fügte Dr. John Krystal, Herausgeber von Biological Psychiatry, hinzu.

Zusätzliche Forschung wird jetzt gebraucht, um festzustellen, ob die beobachteten Änderungen durch die Krankheit verursacht werden oder ob dies neurochemische Änderungen sind, die als Risikofaktoren dienen, um eine Essstörung zu entwickeln.

Die Forscher hoffen, dass die Befunde zu dem potenziellen neuen Ziel, der Entwicklung von Medikamenten für die Behandlung von Essstörungen führen können, die gegenwärtig bei Tierversuchen untersucht werden.
Quelle: Biological Psychiatry, Nov. 2011

Essstörung durch Trauma

Neue Forschungsergebnisse sagen, dass ein Mangel an Unterstützung nach stressenden Lebensereignissen Essstörungen bei Jugendlichen auslösen können.

Traumatische Erlebnisse können Essstörungen auslösen

Das Ereignis kann traumatisch sein, wie Beziehungsprobleme und Missbrauch, oder es könnte auch der Wechsel der Schule oder ein Umzug sein.

Der Artikel erschien in der Maiausgabe des Journal of Clinical Nursings; Essstörungen umfassen u.a. die psychischen Störungen Anorexie und Bulimie.

In der Studie sprachen Forscher der Universität von Minnesota mit 26 Frauen und einem Mann, die Therapie in einer Fachklinik erhielten. Diese Personen im Alter von 17 bis 64 hatten unter Essstörungen im Durchschnitt 20 Jahre gelitten.

"Das Ziel unserer Studie war, herauszufinden, ob es irgendeine Verbindung zwischen übergangsereignissen im Familienleben und dem Beginn von Essstörungen gab", sagte die Autorin Jerica Berge, Ph.D.

Die Patienten hatten ein mittleres Alter von 27 Jahre und waren zwischen zehn Monaten und 18 Jahren behandelt worden. Neun hatten Anorexia nervosa, drei Bulimia nervosa, eine Person hatte beides, und die anderen 14 hatten Essstörungen, die nicht den diagnostischen Kriterien für eine der beiden Störungen spezifisch entsprachen.

Mögliche Traumata

Sechs bedeutsame Ereignisse / Änderungen waren es, die einer Essstörung meist vorangingen:

Berge sagte, die Studie bestätige, dass Essstörungen von einer Reihe von Lebensveränderungen ausgelöst werden können, und dass Mangel an Unterstützung ein gemeinsames Thema war.
Quelle: Journal of Clinical Nursings. Mai 2012

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