Kleptomanie (Krankhaftes Stehlen)

Psychische Störungen: Impulskontrollverluststörungen

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick (Definition, Statistik, Symptome, Diagnose) über Kleptomanie - Pathologisches Stehlen; ICD-Code: 312.32 (F63.2).

Was ist Kleptomanie?

Definition - Pathologisches Stehlen / Kleptomanie:
Auslöser ist nicht der Wunsch, einen Gegenstand zu besitzen, für den kein Geld da ist, sondern ein innerer Drang - siehe auch Manie. Die gestohlenen Dinge sind dabei nicht wichtig, meist von geringem Wert und werden anschließend oft weggegeben, verschenkt, gehortet oder weggeworfen.

Kleptomanie ist eine seltene Störung; sie kommt bei weniger als 5 % aller entdeckten Ladendiebe vor tritt bei Frauen viel häufiger auf als bei Männern.

Symptome / Diagnose pathologischen Stehlens nach DSM IV

Ausschluß von Kleptomanie:

Medikamente

Medikation des pathologischen Stehlens

Forscher berichten, dass es zur Zeit kein Medikament für die Behandlung von Impulskontrollverluststörungen gibt, welches einen bedeutsamen Nutzen für Patienten mit dem Impuls zu stehlen - also der sogenannten Kleptomanie - bringt.

Jedoch, die Forscher der Stanford Universität School of Medicine sagen, dass die Ergebnisse ihrer Studie die Möglichkeit offen lassen, dass einige Medikamente eine wirksame Behandlung für bestimmte Patienten sein könnten.

Es wird angenommen, dass mehr als 1,2 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten unter Kleptomanie leiden, also dem impulsiven Stehlen (oder auch pathologisches Stehlen genannt) von preisgünstigen und unnötigen Sachen. Die Erkrankung unterscheidet sich von Ladendiebstahl, bei dem die Tat normalerweise durch Bedarf oder Gewinnstreben geplant und motiviert wird/ist. Die Menschen, die unter Kleptomanie leiden, suchen oft aus Angst vor gesetzlichen Folgen keine Behandlung auf.

Escitalopram

Das Medikament in der Studie wird als Cipralex vermarktet und beinhaltet die aktive Substanz Escitalopram. Das Medikament gehört einer Klasse von Antidepressiva an, bekannt als selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer, und frühere Studien haben gezeigt, dass selektive Serotonin Wiederaufnahmehemmer wirksam bei der Behandlung einiger Impulskontrollstörungen sein können, wie z.B. der Dermatillomanie.

Hohe Wirksamkeit in Studie

In einer früheren Kleptomaniestudie, in der die Versuchsteilnehmer wussten, dass sie Escitalopram und nicht ein Placebo nahmen, schlugen 78 Prozent der Patienten auf das Medikament an.

Medikament versus Placebo

In der zweiten Phase der Studie, diesmal als eine placebokontrollierte Doppelblindstudie, konnte diese Wirkung nicht mehr festgestellt werden.

Wenn genausoviele randomisierte Versuchspersonen auf Escitalopram reagieren, wie auf das Placebo, dann dürfte es tatsächlich in der ersten Studie eine Placeboreaktion gewesen sein, sagte Lorrin Koran, MD Professor der Psychiatrie und Verhaltensforschung, und Autor der Studie, die in der Märzausgabe des Journal of Clinical Psychiatrys herausgegeben wurde.

In der Doppel-Blind-Studie wurden 15 Teilnehmer zwei Gruppen zugeteilt. In der einen bekamen die Teilnehmer ein Placebo und in der anderen das Medikament Escitalopram.

In beiden Gruppen waren die Rückfallraten gleich:

Koran sagte, dass es die kleine Anzahl von Teilnehmern in der Studie unmöglich macht mit Gewissheit zu wissen, ob die Ergebnisse der Studie für die Wirksamkeit von Escitalopram wirklich bezeichnend sind.

"Bei einigen Patienten, denke ich, funktionieren diese Medikamente wirklich. Und bei anderen vielleicht nicht, aber wir können es nicht genau sagen, bis wir größere Studien absolviert haben", sagte er.

Er hob hervor, dass die Ergebnisse der klinischen Studie nicht definitiv sind, aber einigen Kleptomanen durch diese Therapie mit diesem Medikament geholfen werden kann. Für andere kann eine psychologische Behandlung vielleicht in Verbindung mit Medikamenten sich als am wirksamsten erweisen. Er sagte, Menschen mit Kleptomanie sollten unbedingt eine Behandlung suchen.
Quelle: Stanford University Medical Center, 2007

Naltrexon bei Kleptomanie?

Ein Medikament, das häufig angewendet wird, um Alkohol- und Drogensucht zu behandeln, scheint eine ähnliche Wirkung auf das pathologische Stehlen von Kleptomanen zu haben - es zügelt ihren Drang zu klauen.

Hilft Psychopharmakon aus der Suchtbehandlung?

Forscher von der medizinischen Hochschule der Universität von Minnesota führten eine achtwöchige, Doppel-Blind-Studie mit 25 Männern und Frauen im Alter von 17-75 durch, die angaben, im Durchschnitt pro Woche mindestens eine Stunde mit dem Stehlen zuzubringen.

Studie zeigt Wirksamkeit

Diejenigen, die das Psychopharmakon Naltrexon (mittlere Dosis von 117 mg/Tag) bekamen, berichteten über einen bedeutend größeren Rückgang beim Drang zu stehlen, verglichen mit jenen, die ein Placebo bekamen.

Die Forschungsergebnisse über die Behandlung der Kleptomanie mit diesem Medikament sind in der April Ausgabe des Journal of Biological Psychiatrys herausgegeben worden.

"Man wird diese Begierde, das Verlangen los," sagte Jon Grant, M.D., J.D., M.P.H., ein Universitätprofessor der Psychiatrie von Minnesota und leitender Forscher der Studie.

"Der Unterschied in ihrem Verhalten war bedeutsam, und diese Leute waren wirklich durch ihr Verhalten zutiefst bekümmert."

Eine neue, große epidemiologische Studie mit 43.000 Erwachsene ergab, dass mehr als 11 Prozent der Bevölkerung in ihrem Leben schon mal gestohlen haben. Wobei jedoch unklar ist, wie viele Leute, die stehlen, auch an Kleptomanie leiden.

Naltrexon ist kein Heilmittel

Während das Psychopharmakon Naltrexon kein Heilmittel für Kleptomanie ist, sagte Grant, bietet es jenen Hoffnung, die unter der Sucht zu stehlen leiden.

Er sagte auch, dass das Medikament am besten in Verbindung mit Einzeltherapie funktionieren würde. "Es sind die, die es es sich mit Leichtigkeit leisten könnten, es zu kaufen", sagte Grant.
Quelle: University of Minnesota 2009

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