Spielsucht und Suizid, Selbstmord

Psychische Störungen: Impulskontrollverluststörungen

Laut einer neuen Studie riskieren pathologische Spieler mehr als ihr Geld - sie verüben auch dreimal öfter Suizid als Nicht-Spieler. Und die Forscher konnten diese Todesfälle mit einem größeren Risiko für Persönlichkeitsstörungen verbinden.

Spielsüchtige: größeres Risiko für psychische Störungen

Eine Montreal Universitätsstudie, herausgegeben in einer neuen Ausgabe des Psychology of Addictive Behaviors, könnte Auswirkungen auf die Entwicklung eines verbesserten Suizid-Prophylaxeprogramms haben.

"Die World Health Organization sagt, dass Selbstmord eine der Top-Ten Todesursachen in der westlichen Welt ist", sagte Studienmitautor Richard Boyer, Professor an der Université de Montréal.

"Spielsüchtige machen etwa fünf Prozent aller Selbstmorde aus. Diese Statistiken motivierten uns, die Unterschiede zwischen pathologischen Spielern und Nicht-Spielern zu untersuchen".

Die Studie untersuchte 122 Suizide zwischen 2006 und 2009, von denen 49 durch pathologische Spieler begangen worden waren. Die Daten der Leichenbeschauer wurden zusammengestellt, und psychologische Interviews mit Familien und Freunden der Verstorbenen geführt.

Spielsüchtige haben oft Persönlichkeitsstörungen

Unsere Befunde zeigten, dass es unter den Spielern, die Suizid begingen, doppelt so häufig Persönlichkeitsstörungen gab wie unter anderen Selbstmördern, sagte Mitautor Alain Lesage von der Université de Montréal.

Diese Persönlichkeitsstörungen scheinen das Risiko für Suizid für zwanghafte Spieler bedeutend zu erhöhen, sagte Boyer.

Depression, Drogen und Persönlichkeitsstörung

Drei tödliche Faktoren sind im Allgemeinen bekannt: Depression, Alkoholmissbrauch oder Drogenkonsum und Persönlichkeitsstörung. Diese psychiatrischen Krankheiten bzw. Konditionen können wiederum miteinander interagieren. Zum Beispiel kann die Depression zum Alkohol oder Drogenkonsum führen, welche wiederum zu größeren finanziellen Problemen führen kann, welche die Depression steigern können.

Die Studie zeigte auch, dass Spielsüchtige, die Suizid begingen, dreimal weniger wahrscheinlich Angehörige des Gesundheitswesen aufgesucht haben in dem Jahr, das ihrem Tod voranging.

Pathologische Spieler konsultieren keine Ärzte oder Psychologen, weil sie glauben, dass sich das Problem von selbst löst, sagte Boyer. Sie glauben ihre finanziellen oder Alkohol- oder Drogenprobleme sind das Ergebnis des Spielens, und sie suchen eine Lösung beim Spielen, statt dass sie sich Hilfe von außen suchen.

Screening auf Selbstmord-Risiken

Zwölf Prozent der Spielsüchtigen gestehen einem Freund oder Familienmitglied ein, dass sie an einem bestimmten Tag über $ 5.000 ausgegeben haben. Und 70 Prozent hatten sich das Geld zum Spielen geliehen.

Eltern und Mediziner sollten wachsamer auf Zeichen für Suizid unter pathologischen Spielern achten, sagte Boyer. Je eher diese Störung diagnostiziert ist, desto früher kann die Therapie beginnen und desto bessere Chancen gibt es für einen Erfolg gegen die Spielsucht.
Quelle: Psychology of Addictive Behaviors, Nov. 2010

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