Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen:
Lebenserwartung

Reduzierte Lebenserwartung

30.05.2014 Das Gesundheitssystem sollte besser auf die psychischen Gesundheitsprobleme der Menschen achten, denn sie können die Lebenserwartung verringern (mehr noch als das Rauchen) laut einer aktuellen Forschungsstudie.

Ein Team der Oxford Universität analysierte die Daten von mehr als 1,7 Millionen Menschen und über 250.000 Todesfällen aus 20 jüngeren Studien.

Sterblichkeitsrisiko

Es wurde das Sterblichkeitsrisiko bei Diagnosen von psychischen Krankheiten, Drogenmissbrauch, Demenz, Autismus und Verhaltensstörungen beim Kind untersucht, bevor das Mortalitätsrisiko jeder Erkrankung mit dem starker Raucher verglichen wurde.

"Wir fanden heraus, dass die Lebenserwartung bei vielen Diagnosen psychischer Störungen in etwa so stark verkürzt war wie die von Rauchern, die 20 oder mehr Zigaretten pro Tag rauchten", sagte Seena Fazel vom Fachbereich für Psychiatrie an der Universität von Oxford.

Es gibt wahrscheinlich viele Gründe dafür. Es ist z.B. bei psychisch Erkrankten häufig ein erhöhtes Risikoverhalten hinsichtlich Drogen- und Alkoholmissbrauch anzutreffen, und sie sterben auch häufiger durch Suizid, stellte Fazel fest. Die Stigmatisierung psychischer Krankheiten bringt es oft mit sich, dass die Betroffenen nicht die erforderliche Behandlung bekommen.

Ergebnisse hinsichtlich schwerer psychischer Erkrankungen:

Es zeigte sich, dass

Schwere Raucher verkürzen ihr Leben dagegen 'nur' um acht bis zehn Jahre.

In World Psychiatry sagte Seena Fazel: Rauchen ist als ein Riesenproblem im Gesundheitswesen bekannt. Es gibt wirkungsvolle Formen, das Problem des Rauchens anzugehen und durch politische Entscheidungen und Finanzierung beginnt die mit dem Rauchen verbundende Sterblichkeitsrate abzunehmen. Wir brauchen jetzt eine ähnliche Anstrengung hinsichtlich der psychischen Erkrankungen.

© PSYLEX.de - Quelle: World Psychiatry/Universität von Oxford, Mai 2014

Welche Ursachen verkürzen die Lebenserwartung von Menschen mit psychischen Erkrankungen?

01.01.2018 Eine neue in The Lancet Psychiatry herausgegebene Studie der Australian National University hat herausgefunden, dass Männer mit einer im Laufe des Lebens diagnostizierten psychischen Störung im Durchschnitt 10,2 Jahre weniger leben als psychisch gesunde Menschen - bei Frauen sind es 7,3 Jahre weniger.

psychische erkrankung

Kluft bei der Sterblichkeit

Die leitende Wissenschaftlerin Professorin Annette Erlangsen sagte, dass die Studie medizinische und Krankenhausdaten aus Dänemark aus zwei Jahrzehnten (von 1994-2014) analysierte und weiterhin feststellte, dass die "Sterblichkeitslücke" trotz der Bemühungen, das Problem anzugehen, gleichbleibend geblieben sei.

Es ist besorgniserregend, dass die Kluft bei der Lebenserwartung zwischen Menschen mit psychischen Krankheiten und der Allgemeinbevölkerung in den letzten Jahrzehnten nicht kleiner geworden ist - trotz unserer Bemühungen, Suizidprävention und andere relevante Faktoren anzugehen, schreibt sie.

Faktoren / Ursachen

Studienautor Vladimir Canudas-Romo sagte: Während Suizid, Mord / Totschlag und Unfälle (wie z.B. Autounfälle) wichtige Faktoren für die Lücke waren, zeigten diese Todesursachen einen gewissen Rückgang über den Zeitraum von 20 Jahren.

Die Forscher stellten jedoch überrascht fest, dass sich der Abstand bei den verlorenen Lebensjahren zwischen Menschen mit und ohne psychische Störungen bei den Todesfällen aufgrund von Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (wie z.B. Herzinfarkt und Schlaganfall) verdoppelt hat.

Todesursachen haben sich geändert

Insgesamt ist die Differenz bei der Lebenserwartung gleich geblieben, aber die Todesursachen haben sich geändert, sagte er.

Krebs und Gesundheitsprobleme wie Diabetes und Herzkrankheiten spielen jetzt eine größere Rolle.

Auch gäbe es einen deutlichen Anstieg der Zahl der alkoholbedingten Todesfälle.
Todesfälle aufgrund von Alkoholmissbrauch machen immer noch den größten Teil der verlorenen Lebensjahre bei Menschen mit psychischen Erkrankungen in den letzten zwei Jahrzehnten aus, sagte er.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Australian National University; The Lancet Psychiatry - DOI: 10.1016/S2215-0366(17)30429-7; Dez. 2017

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