Neurose

Die Neurose - Psychische Störung

Die Neurose (s.a. Neurotizismus)ist ein veralteter Begriff aus der Zeit der Psychoanalyse. Sie steht für eine psychische Störung, ist im Grunde ein Sammelbegriff für psychische Störungen. Möchten Sie über diese Beschwerden mehr wissen, klicken Sie bitte psychische Krankheiten.

Im folgenden habe ich einige Zitate von Alfred Adler aufgeführt, die den Begriff Neurose ganz gut erklären.

"Wie jedermann erlebt auch der Patient mit Neurose seine Konflikte. Sein Lösungsversuch aber unterscheidet ihn klar von allen anderen. Im Bewegungsgesetz des Neurotikers ist der Rückzug vor Aufgaben, die durch eine gefürchtete Niederlage seine Eitelkeit, sein vom Gemeinschaftsgefühl allzu stark getrenntes Streben nach persönlicher überlegenheit, sein Streben, der Erste zu sein, gefährden könnten, von Kindheit her trainiert.

Sein Lebensmotto: 'Alles oder nichts', meist wenig gemildert, die Überempfindlichkeit des stets von Niederlagen Bedrohten, seine Ungeduld, sie Affektsteigerung des wie in Feindesland Lebenden, seine Gier, bringen häufigere und stärkere Konflikte hervor als nötig und machen ihm den durch seinen Lebensstil vorgeschriebenen Rückzug leichter."
(Der Sinn des Lebens 1933)

"Die Neurose und die Psychose sind Kompensationsversuche, konstruktive Leistungen der Psyche, die sich aus der verstärkten und zu hoch angesetzten Leitidee des Kindes mit stärkerem Minderwertigkeitsgefühl ergeben.

Die Unsicherheit dieser Kinder im Hinblick auf die Zukunft und auf ihren Erfolg im Leben zwingt sie zu stärkeren Anstrengungen und Sicherungen in ihrem fiktiven Lebensplan und zu Ausbiegungen vor den Fragen des Lebens. Je fixierter und starrer ihr Leitbild, je individueller ihr kategorischer Imperativ ist, umso dogmatischer und prinzipieller ziehen sie die Leitlinie ihres Lebens."
(über den nervösen Charakter 1912)

"Die Neurose und Psychose (siehe auch Psychose) können wir in Berücksichtigung der großen Kosten seelischer Art als einen Zusammenbruch bezeichnen. Die Größe des Zusammenbruchs schätzen wir ab nach der Differenz des Neurotikers zum Mitmenschen, der im Gegensatz zum ersteren der Gemeinschaft, ihrer Forderungen und ihrer Güter teilhaftig ist.

Dieses Abstandnehmen von den Forderungen der Gemeinschaft erfolgt immer nur bei exklusiven, isolierten Personen, deren Kontakt mit dem Leben immer nur ein loser war und zumeist nur durch den persönlichen Ehrgeiz hergestellt wurde. Die Erfahrung ergibt nun regelmäßig, dass man sämtliche Aufgaben des Lebens in gesellschaftliche, erotische und Berufsaufgaben einteilen kann.
Menschen mit disponierter Neurose zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu allen diesen Fragen eine falsche Stellung einnehmen, dass sie in ihnen mehr oder weniger nur persönliche Privatangelegenheiten erblicken, dass sie die gemeinschaftlichen Zusammenhänge übersehen und das Allgemeingültige verkennen."
(Internationale Zeitschrift für Individualpsychologie 1923)

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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