Psychopathie und die Empathie

Psychische Störungen - Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen

Empathische Menschen lassen sich vom Gähnen anstecken - psychopathische nicht

24.08.2015 Personen mit psychopathischen Eigenschaften lassen sich weniger wahrscheinlich von einem Gähnen 'anstecken' als empathische Menschen laut einer Studie der Baylor University.

Ansteckendes Gähnen

Ansteckendes Gähnen ist bei vielen sozialen Säugetieren wie Hunden, Schimpansen und Menschen (aber auch bei anderen Tieren wie z.B. Wellensittichen) zu finden; es zeigt Einfühlungsvermögen und Bindungsneigung.

"Man gähnt, obwohl es keinen Grund gibt", sagt Studienautor Psychologe Brian Rundle. "Wir wissen es alle und fragen uns immer warum. Ich fragte mich, ob es mit der Empathie zusammenhängt. Ich war überzeugt, dass Psychopathen sehr viel weniger gähnen. Also untersuchte ich die Sache."

Psychopathische Charakterzüge

Psychopathie ist charakterisiert durch einen antisozialen Lebensstil; Psychopathen sind z.B. egoistisch, manipulativ, impulsiv, furchtlos, dominant und insbesondere zeigen sie einen Mangel an Empathie, schreibt Rundle in der Zeitschrift Personality and Individual Differences.

In der Studie wurden 135 Studienteilnehmer durch einen standardpsychologischen Test (Psychopathic Personality Inventory) auf ihr Ausmaß an Gefühlskälte, furchtlose Dominanz und egozentrische Impulsivität eingeschätzt.
Es gibt kein Ja oder Nein, ob man ein Psychopath ist, sagte er: Es ist ein Spektrum, ein Verlauf.

Danach saßen die Teilnehmer in einem gedimmten Zimmer vor einem Computerbildschirm. Sie trugen Lärm dämpfende Kopfhörer und unterhalb ihrer Augenlider, auf der Stirn und an zwei Fingern angebrachte Elektroden.

Ihnen wurden 20 10-sekündige Videoclips verschiedener Gesichtsbewegungen gezeigt: gähnende, lachende oder neutrale Gesichter.
Die psychologischen Testergebnisse wurden verglichen mit der Häufigkeit des Gähnens und dem Maß an physiologischen Reaktionen der Muskeln, Nerven und Haut.

Es zeigte sich, dass je weniger Einfühlungsvermögen eine Person zeigte, desto weniger wahrscheinlich wurde sie durch Gähnen "angesteckt".

Warnung

Wir sollen daraus nicht lernen, warnte Rundle, dass jemand automatisch ein Psychopath ist, wenn er nicht mitgähnt. "Viele Leute gähnen nicht, und wir wissen, dass wir nicht oft bei Fremden mitgähnen, zu denen wir keine empathische Verbindung haben."

Doch, das was wir fanden, sagt uns, dass es eine neurologische Verbindung - eine gewisse Überlappung - zwischen empathischen/psychopathischen Persönlichkeitszügen und ansteckendem Gähnen gibt. Dies ist eine gute Ausgangsposition, um weitere Fragen zu stellen, schloss er.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Baylor University, Personality and Individual Differences; August 2015

Psychopathen fehlt Kapazität für Empathie

Psychopathen fehlen die "Hirnverschaltungen", die für Einfühlungsvermögen und Fürsorge benötigt werden, sagt eine neue Studie.

Die Befunde könnten möglicherweise zur Entwicklung von besseren Behandlungsmethoden für Menschen mit dieser Persönlichkeitsstörung führen.

Eigenschaften

Psychopathie wird z.B. durch Eigenschaften wie Gefühllosigkeit, betrügerisch-manipulatives Verhalten, Erlebnishunger, und unsoziales Verhalten charakterisiert.


Bild: Position der Amygdala

Psychopathie betrifft etwa 20 bis 30 Prozent der Männer und Frauen in US-Gefängnissen, verglichen mit etwa 1 Prozent der allgemeinen Bevölkerung. Psychopathen sind für ein unverhältnismäßig großes Maß an Wiederholungstaten (Verbrechen und Gewalttätigkeit) verantwortlich.

Die Studie beinhaltete 80 Gefangene (18 bis 50-jährig) einer US-Vollzugseinrichtung, die auf das Ausmaß ihrer Psychopathie eingeschätzt wurden. Die Forscher benutzten funktionelle MRT um die Gehirnaktivität der Gefangenen zu messen, während ihnen Bilder von absichtlich verletzten Menschen und schmerzverzerrten Gesichtern gezeigt wurden.

Niedrigere Aktivität in Empathie Arealen

Gefangene, die ein hohes Niveau an Psychopathie hatten, zeigten eine niedrigere Aktivierung in den Bereichen des Gehirns (einschließlich der Amygdala), die eine wichtige Rolle bei Empathie spielen, als normal üblich ist, laut der veröffentlichten Studie in der Zeitschrift JAMA Psychiatry.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Psychiatry, April 2013

Mangel an Empathie: bei Psychopathen wie Hirnverletzten

Mangel an Einfühlungsvermögen ähnlich wie bei Hirnverletzung

Personen, die eine frontseitige Gehirnverletzung erlitten haben, zeigen bekanntermaßen Schwierigkeiten Empathie zu entwickeln, und neue Forschungsbefunde demonstrieren, dass Menschen, die als psychopathisch diagnostiziert wurden, denselben emotionalen Mangel haben.

Der Befund legt nahe, dass Psychopathen von Therapien profitieren können, die denen ähnlich sind, die bei Patienten mit frontseitigen Gehirnverletzungen zum Einsatz kommen, sagten die Forscher der Universität Haifa in Israel.

Psychopathie ist eine Persönlichkeitsstörung, die durch extremes antisoziales Verhalten und die Absicht anderen zu schaden, charakterisiert wird. Empathie ist die Fähigkeit, die Gefühle und Gedanken einer anderen Person zu identifizieren und zu verstehen.

Die Studie beinhaltete 17 psychopathische Personen ohne Hirnschaden und 25 Patienten mit einer Verletzung im frontalen Stirnlappen. Alle Teilnehmer wurden auf ihr Einfühlungsvermögen getestet und alle demonstrierten eine ähnliche Schwierigkeit in diesem Bereich.

"Es ist zu sehen, dass psychopathisches Verhalten dem einer Person mit Hirnschaden ähnlich ist, und sie könnten von ähnlichen Behandlungsformen profitieren", sagte die Verfasserin der Studie Dr. Simone Shamay-Tsoory in einer Universitätspressemitteilung.
Quelle: Universität Haifa, Jan. 2011

Warum Psychopathen die Schmerzen anderer nicht fühlen

09.10.2013 Psychopathen zeigen einen Mangel an Einfühlungsvermögen (Empathie), wenn andere Menschen Schmerzen erleiden und Gehirnscans zeigen nun, warum das so ist.

Psychopathie ist eine Persönlichkeitsstörung, gekennzeichnet durch Gefühllosigkeit, Manipulation, Sensationssuche und antisoziales Verhalten. Etwa 23 Prozent der Menschen im Gefängnis (zumindest in den USA) sind Psychopathen, verglichen mit etwa 1 Prozent der Menschen in der allgemeinen Bevölkerung.

In dieser Studie benutzten Forscher funktionelle MRT, um die Gehirnaktivität von 121 Gefängnisinsassen eines Sicherheitsgefängnisses in den Vereinigten Staaten zu beobachten. Die Insassen waren in drei Gruppen basierend auf dem Ausmaß ihrer Psychopathie eingeteilt worden: hoch, moderat oder gering.

Warum Psychopathen die Schmerzen anderer nicht fühlen

Den Teilnehmern wurden Bilder physischen Schmerzes gezeigt, wie ein in einer Tür geklemmter Finger oder eine Zehe, die unter einem schweren Objekt begraben wurde. Sie wurden zuerst darum gebeten sich vorzustellen, dass ihnen diese Unfälle passierten, und sie sollten sich anschließend vorstellen, dass sie anderen zustießen.

Wenn die hoch-psychopathischen Gefangenen sich in diese schmerzhaften Situationen hineinversetzten, zeigten sie höhere (als normal) Aktivitäten in bestimmten Gehirnregionen, die an der Empathie für Schmerzen beteiligt sind.

Keine Empathie, dafür Freude am Schmerz anderer

Aber diese Regionen wurden nicht aktiv, wenn sich die Psychopathen vorstellten, dass Andere den Schmerz erlebten.

Außerdem, als sie sich vorstellten, dass andere Personen den Schmerz erlebten, zeigten die hoch-psychopathischen Insassen eine gesteigerte Aktivität in einem Gehirnbereich, der dafür bekannt ist, bei Freude und Vergnügen 'anzuspringen'.

Die Befunde könnten helfen, neue Behandlungsansätze für Psychopathen zu finden, sagten die Forscher.

Quelle: Department of Psychology, Psychiatry and Behavioral Neuroscience, University of Chicago, Chicago, IL, USA; Departments of Psychology and Neuroscience, University of New Mexico, Albuquerque, NM, USA; Mind Research Network, Albuquerque, NM, USA - Okt. 2013

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