Psychose - Intelligenzminderung, Intelligenzverlust

Psychische Störungen

Sinkende IQ-Werte in der Kindheit können auf psychotische Störungen im späteren Leben deuten

01.02.2018 Neue in JAMA Psychiatry veröffentlichte Forschungsergebnisse des King's College London zeigen, dass Erwachsene mit psychotischen Störungen während der Kindheit und Jugendzeit Intelligenzminderungen bzw. einen Rückgang des IQ zeigen, wobei sie über eine Reihe von kognitiven Fähigkeiten hinweg immer weiter hinter ihren Altersgenossen zurückfallen.

Kognitiver Rückgang bereits im Alter von 4 Jahren sichtbar

Dr. Josephine Mollon vom Institut für Psychiatrie, Psychologie und Neurowissenschaften sagt, für Menschen mit psychotischen Störungen beginnt der kognitive Abstieg nicht erst im Erwachsenenalter mit Symptomen wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen, sondern schon viele Jahre zuvor: Wenn Probleme bei intellektuellen Aufgaben auftauchen - und sich mit der Zeit verschlimmern.

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Die Forschungsbefunde legen nahe, dass bei Erwachsenen mit einer psychotischen Störung die ersten Anzeichen eines kognitiven Rückgangs bereits im Alter von 4 Jahren sichtbar sind.

Frühere Studien haben gezeigt, dass Intelligenzminderungen / IQ-Defizite viele Jahre vor dem Auftreten von Halluzinationen und Wahnvorstellungen bei Patienten mit psychotischen Störungen beginnen, aber der Zeitpunkt des Auftretens dieser Intelligenz-Defizite war nicht klar.

Die aktuelle Studie umfasste 4.322 Personen aus Großbritannien, die im Alter von 18 Monaten bis 20 Jahren beobachtet wurden.

Stete Intelligenzminderung

Diejenigen, die psychotische Störungen als Erwachsene entwickelten, hatten erst normale Werte bei der schulischen Intelligenz in der Kindheit, aber im Alter von 4 Jahren begann ihr IQ zu sinken, und dies fortgesetzt während der gesamten Kindheit, Jugend und frühem Erwachsenenalter bis sie durchschnittlich 15 Punkte niedriger lagen als ihre gesunden Altersgenossen.

Aber nicht nur bei der schulischen Intelligenz zeigen die Betroffenen mit psychotischen Störungen Verluste, auch in Bezug auf die kognitiven Fähigkeiten wie Arbeitsgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Aufmerksamkeit fallen sie immer weiter hinter ihren Altersgenossen zurück.

Die IQ-Werte schwanken bei gesunden Menschen, und nicht alle Kinder, die in der Schule Probleme haben, laufen Gefahr, ernsthafte psychiatrische Störungen zu entwickeln. Koautor Dr. Abraham Reichenberg, Professor für Psychiatrie an der Icahn School of Medicine am Mount Sinai, sagte: Es sei wichtig zu bedenken, dass viele Kinder irgendwann in ihrem Leben Schwierigkeiten mit der Schule oder anderen intellektuellen Aufgaben haben werden, und nur eine kleine Minderheit wird eine psychotische Störung entwickeln.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Erwachsene, die psychotische Störungen entwickeln, keine Verschlechterung der kognitiven Funktionen erfahren, aber mit normalen Entwicklungsprozessen nicht Schritt halten können.

Frühzeitige Interventionen zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten können möglicherweise helfen, psychotische Symptome von der Entwicklung im späteren Leben abzuhalten oder sie einzudämmen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: King's College London; JAMA Psychiatry - DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2017.4327; Jan. 2018

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