Psyche und Leber, Leberkrankheiten

Psychosomatik / Somatopsychologie

Stress-Niveau verbunden mit Sterberisiko durch Lebererkrankungen

Angst oder Depression können zu einem gesteigerten Sterblichkeitsrisiko durch eine Lebererkrankung beitragen, legt eine Studie der University of Edinburgh nahe.

Die Studie ist die Erste, die eine mögliche Verbindung zwischen einem hohen Level an psychologischem Distress (Belastung) und dem Tod durch einer Reihe von Lebererkrankungen zeigt.

Gründe noch unklar

Stress Frau
Bild: Gerd Altmann

Die Gründe für diesen Zusammenhang sind noch unklar, da die biologischen Verbindungen zwischen psychischen Belastungen und Lebererkrankungen nicht gut erforscht sind, sagten die Forscher in der Zeitschrift Gastroenterology.

Frühere Forschungsarbeiten konnten zeigen, dass mentale Belastungen ein größeres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bedeuten können. Und Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten - wie Fettleibigkeit und erhöhter Blutdruck - stehen mit einer häufigen Lebererkrankung in Verbindung: der sogenannten nichtalkoholischen Fettleber.

Auf eine ähnliche Weise können unter Angst und/oder Depression Leidende, indirekt ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko durch eine Lebererkrankung haben, sagt das Team.

Größerer Distress: größeres Risiko

Die Wissenschaftler analysierten die Daten von mehr als 165.000 Patienten (aus einer Periode von 10 Jahren). Erfasst wurden psychologische Belastung und die Todesursachen.

Personen, die eine hohe Punktzahl bei den Symptomen psychischer Belastung erzielten, starben wahrscheinlicher an einer Lebererkrankung, als jene mit niedrigeren Scores, sagten die Forscher. Die Studie berücksichtigte auch Faktoren wie Alkoholkonsum, Fettleibigkeit, Diabetes und sozioökonomischen Status.

Dr. Tom Russ sagte: "Diese Studie liefert weitere Belege für die wichtigen Verbindungen zwischen Psyche und Körper (also der Psychosomatik) und den schädlichen Wirkungen, die psychische Belastungen auf die körperliche Gesundheit haben können". Während die Wissenschaftler nicht in der Lage waren, eine direkte Ursache-Wirkung-Beziehung zu bestätigen, sollten die Studienresultate einer weiteren Erforschung dieses Themas Vorschub leisten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Edinburgh, Gastroenterology; Mai 2015

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