Psychogenes Fieber

Psychosomatik / Somatopsychologie / Psychogene Krankheitsbilder

Funktionelle Hyperthermie: mit Stress verbundenes Fieber

10.11.2015 Eine neue Studie hat einen näheren Blick auf das oft missverstandene (und fehldiagnostizierte) Phänomen des psychogenen Fiebers geworfen, eine durch emotionale Ereignisse oder chronischen Stress ausgelöste psychosomatische Erkrankung, die mit einer erhöhten Körpertemperatur einhergeht.

"Während dieser Zustand in der Literatur bekannt ist, untersuchen ihn nur einige Ärzte in der Welt und nur wenige behandeln Patienten mit psychogenem Fieber", sagte Professor Andrej Romanovsky vom St. Joseph's Hospital and Medical Center in Arizona und Chefredakteur der Zeitschrift Temperature.

fieberthermometer
Bild: saulhm (pixabay)

Einer dieser Ärzte ist Dr. Takakazu Oka von der Kyushu University Graduate School of Medical Sciences. Er hat sich auf psychosomatische Medizin spezialisiert und behandelt diese Patienten. In seinem Übersichtsartikel berichtet Oka über die neuen Befunde seiner Forschungsarbeit und seine klinischen Erfahrungen mit dieser Krankheit.

Bis heute wurde keine epidemiologische Studie zu dieser psychogenen Erkrankung durchgeführt laut Oka. Deshalb ist es schwer abzuschätzen, wie viele Patienten davon betroffen sind.

Symptome

Er sagte, dass die Beschwerden der Patienten das Fieber selbst betreffen, zusammen auftreten mit Symptomen hoher Temperatur, Stresssymptomen, plus Symptome der psychiatrischen Erkrankungen, unter denen die Patienten leiden können.

Hohe Körpertemperatur ist nur eines der durch Stress ausgelösten oder verschlimmerten Symptome, sagte Oka. Patienten, die eine Behandlung des Fiebers wünschen, wollen nicht nur eine Normalisierung ihrer Temperatur, sondern eine Behandlung all ihrer Symptome.

Behandlung

Mehrere Behandlungsoptionen sind aktuell verfügbar, aber sie ähneln im Grunde den Behandlungen anderer stressgebundener Krankheiten und sind nicht spezifisch auf dieses besondere Fieber - von Oka 'funktionelle Hyperthermie' genannt - beschränkt. Oka nimmt aber an, dass die aktuell verstärkt betriebene Forschung ziemlich bald einen Durchbruch bei der Behandlung dieser Erkrankung finden wird.

Bezeichnung 'funktionelle Hyperthermie'

Statt den Ausdruck "Psychogenes Fieber" für diesen Zustand zu verwenden, schlägt Oka die Bezeichnung "Funktionelle Hyperthermie" vor, Das Wort "funktionell" würde der Stigmatisierung dieser Patienten entgegenwirken und sowohl eine stressgebundene Pathologie als auch eine beeinträchtigte Funktion des autonomen Nervensystems nahelegen, was bei der Behandlung dieser Bedingung wichtig ist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Kyushu University, Temperature, Taylor & Francis; Nov. 2015

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