Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Demenz

Posttraumatische Belastungsstörung ist als Risikofaktor für Demenz einzustufen: systematische Übersicht und Metaanalyse

19.09.2020 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist mit dem Risiko für die Entwicklung von Demenz verbunden laut einer im British Journal of Psychiatry veröffentlichten Metaanalyse.

Mia Maria Günak vom University College London und Kollegen führten eine systematische Überprüfung durch, um das Risiko für die Entwicklung einer zukünftigen Demenz im Zusammenhang mit PTBS zu bestimmen. Neun elektronische Datenbanken wurden für Längsschnittstudien durchsucht; die Schätzungen wurden studienübergreifend gepoolt.


Bild: pixabay

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass PTBS mit einem signifikant erhöhten Risiko für Demenz aufgrund jeglicher Ursache verbunden ist (Hazard Ratio 1,61 bei 1.693.678 Teilnehmern aus acht Studien).

Bei Kriegsveteranen lag das gepoolte Hazard Ratio bei 1,61 (d.h. um 161% erhöht gegenüber den Kontrollteilnehmern; 905.896 Teilnehmer aus fünf Studien) und in der Allgemeinbevölkerung bei 2,11 (787.782 Teilnehmer aus drei Studien).

Nach Ausschluss von Studien mit einem hohen Risiko für Verzerrungen blieb der Zusammenhang zwischen PTBS und Demenz signifikant (Hazard Ratio 1,55; 1.684.928 Teilnehmer in sieben Studien). Es gab Hinweise auf eine hohe Heterogenität in den Studien, von denen die meisten retrospektiv angelegt waren.

Die Überprüfung liefert den ersten Beleg dafür, dass PTBS ein starker und potenziell beeinflussbarer Risikofaktor für Demenz aller Ursachen ist, und angesichts der Kosten von Demenz und ihrer Folgen für den Einzelnen, die Familie und die Gesellschaft PTBS-Präventionsstrategien Teil weltweiter öffentlicher Gesundheitsinitiativen sein, schreiben die Autoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: British Journal of Psychiatry - DOI: https://doi.org/10.1192/bjp.2020.150

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