Depression ist bei Menschen mit PTBS häufig

Posttraumatische Belastungsstörung - Folgen / Begleiterkrankung

10.06.2013 Mehr als die Hälfte der Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) leiden auch unter Depression, nach einer neuen Studie.

Posttraumatische Belastungsstörung

Forscher überprüften die Befunde von 57 Studien mit mehr als 6.600 Zivilisten und Militärpersonal, die unter PTBS litten, und fanden heraus, dass von diesen Personen 52 Prozent auch Depressionssymptome hatten.

Frührere Schätzungen sagten, dass etwa 20 bis 80 Prozent der Menschen mit PTBS auch eine Depression haben, was wohl eine recht ungenaue Schätzung abgibt.

Diese neue Analyse zeigt, dass die Depressionsraten unter Männern und Frauen mit posttraumatischer Belastungsstörung ähnlich waren, sagten die Forscher der Case Western Reserve University, Fachbereich Psychologie.

Bedeutung für Diagnose und Behandlung

Die Befunde zeigen den Bedarf, routinemäßig Patienten mit Depression auch auf PTBS und umgekehrt zu untersuchen, sagten die Studienautoren.

Die Befunde zeigen auch die Notwendigkeit, die Behandlung von Männern zu verbessern. Ärzte tendieren dazu, Depression häufiger bei Frauen zu diagnostizieren, während Depressionssymptome bei Männern häufig als PTBS missinterpretiert wird (wohl vor allem bei Militärpersonal).

"Diese Vorurteile gegenüber Männern mit Symptomen posttraumatischer Belastungsstörung bedeuten ein höheres Risiko für die Nichterkennung und Nichtbehandlung von depressiven Störungen", sagten die Forscher.

Quelle: Case Western Reserve University, Juni 2013

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Ähnliche Artikel

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter