Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzprobleme durch
Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Beeinflusst PTBS das Risiko für kardiovaskuläre und Krebserkrankungen?

09.01.2019 Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) schien in einer neuen Studie mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs sowie dem metabolischen Syndrom in Verbindung zu stehen.

Erhöhtes Risiko für Krebs und kardiovaskuläre Erkrankungen

herzprobleme

In der im Journal of Neuroscience Research veröffentlichten Forschungsarbeit mit 84 Personen, bei denen PTBS diagnostiziert wurde (39 Opfer von Terroranschlägen und 45 Opfer anderer traumatischer Ereignisse), hatten Männer eher Kreislauf- und Stoffwechselkomplikationen, während Frauen eine höhere Prävalenz von gutartigen und bösartigen Krebsarten hatten.

Eine längere Dauer der PTBS war mit der Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, während PTBS nach Terroranschlägen mit einer höheren Krebsprävalenz verbunden war.

Mögliche Erklärung

Eine Erklärung dafür, warum Opfer von Terrorismus eine höhere Krebsprävalenz aufweisen können als Opfer anderer traumatischer Ereignisse, wie z.B. Unfällen, kann die vorsätzliche Verletzung des Opfers sein, die eine stärkere dysregulierte Stressreaktion verursacht, schreiben die Wissenschaftler.

Eine Herausforderung für die Zukunft besteht darin, die körperliche Gesundheit der Opfer zu überwachen und psychologische und neurobiologische Prozesse zu untersuchen, die diesen Effekt hervorrufen, schreibt Andrea Pozza vom Universitätskrankenhaus Santa Maria alle Scotte in Italien.

Frühes Eingreifen wichtig

Längere unbehandelte PTBS war mit einer höheren Prävalenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen unabhängig vom Ereignistyp verbunden: Dies deutet darauf hin, wie wichtig eine frühzeitige Intervention bei posttraumatischer Belastungsstörung ist.

Auch Aufklärungsprogramme für die allgemeine Bevölkerung sind wichtig, um die Menschen auf die Frühwarnsignale von PTBS aufmerksam zu machen und wie man sie erkennt, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Neuroscience Research (2019). DOI: 10.1002/jnr.24373

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Ähnliche Artikel

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter