Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Suizid / Selbstmord

Psychische Störungen - Psychotraumata

Biomarker weist auf PTBS-Patienten mit Suizidrisiko

14.05.2019 Das Suizidrisiko bei Personen mit posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) ist viel höher als in der Allgemeinbevölkerung, aber die Identifikation der Menschen mit dem größten Risiko ist schwierig.

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Bild: George Hodan

Nun hat jedoch ein Team in Yale einen biologischen Marker entdeckt, der mit PTBS-Patienten in Verbindung gebracht wird, die am ehesten Suizidgedanken haben, laut einer in Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie.

Metabotroper Glutamatrezeptor 5 (GRM 5, mGluR5)

Die Forscher um Irina Esterlis von der Yale Universität benutzten die PET-Imaging-Technologie, um den metabotropen glutamatergen Rezeptor 5 (mGluR5) - der an Angst- und Stimmungsstörungen beteiligt ist - bei Personen mit PTBS und schwerer depressiver Störung zu messen.

Sie fanden hohe Konzentrationen von mGluR5 in der PTBS-Gruppe mit akuten Selbstmordgedanken. Sie fanden keine solchen erhöhten Werte in der PTBS-Gruppe ohne Suizidgedanken oder bei Menschen mit Depressionen, mit oder ohne aktuelle Gedanken an Selbsttötung.

Es gibt zwei (von der FDA) zugelassene Medikamente für PTBS - beides Antidepressiva. Es kann Wochen oder Monate dauern, bis festgestellt wird, ob sie wirksam sind. Das kann für selbstmordgefährdete Personen zu spät sein, bemerken die Forscher.

Auswirkungen auf Diagnose / Therapie

Esterlis sagte, dass ein Test auf den Gehalt an mGluR5 bei Menschen mit einem schweren Trauma helfen könnte, diejenigen zu identifizieren, die das größte Suizidrisiko haben; psychiatrische Interventionen könnten dann früher erfolgen.

Auch könnten Wissenschaftler Wege erforschen, den mGluR5-Spiegel zu regulieren mit der Hoffnung, das Selbstmordrisiko bei Patienten mit posttraumatischer Belastungsstörung zu minimieren, sagte sie.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Proceedings of the National Academy of Sciences (2019). DOI: 10.1073/pnas.1818871116

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