PTBS, Trauma und Autoimmunkrankheiten

Stressbedingte traumatische Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für Autoimmunerkrankungen verbunden

20.06.2018 Stressbedingte psychotraumatische Störungen - ausgelöst durch traumatische (z.B. Posttraumatische Belastungsstörung) oder belastende Lebensereignisse sind mit einem erhöhten Risiko für Autoimmunkrankheiten verbunden laut einer im Fachblatt JAMA veröffentlichten Studie.

Die Entwicklung von stressbedingten Störungen wie posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) kann mehrere körperliche Systeme, einschließlich der Immunfunktion, beeinflussen. Ob dies das Risiko für eine Autoimmunerkrankung erhöht, blieb unklar.

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Bild: Reimund Bertrams (pixabay)

Dr. Huan Song von der Universität Island, Reykjavik untersuchten die Daten von 106.464 Patienten in Schweden, bei denen zwischen 1981 und 2013 stressbedingte psychische Erkrankungen diagnostiziert wurden, und verglichen sie mit den Daten von 126.652 ihrer Geschwister und fast 1,1 Millionen Menschen ohne stressbedingte traumatische Störungen.

Sie erfassten die Diagnosen von stressbedingten Erkrankungen wie PTBS, akuter Stressreaktion, Anpassungsstörung und anderen Stressreaktionen (Expositionen), sowie die Entwicklung von 41 Autoimmunerkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn und Zöliakie.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass stressbedingte Erkrankungen mit einem erhöhten Risiko für eine spätere Autoimmunerkrankung verbunden waren, verglichen mit den Geschwistern und anderen Personen ohne psychische Traumata bzw. schwere psychische Belastungen.

Da die Diagnosen aus der Primärversorgung nicht in schwedische Patientenregister aufgenommen werden, insbesondere wenn die Erkrankungen weniger schwerwiegend waren, könnten in der aktuellen Studie weniger stressbedingte Störungen und Autoimmunerkrankungen ermittelt worden sein.

Weitere Studien sind notwendig, um mögliche Gründe für den Zusammenhang zwischen stressbedingten bzw. traumatischen Krankheiten - wie PTBS - und der Entstehung von Autoimmunerkrankungen zu verstehen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA. 2018;319(23):2388-2400. doi:10.1001/jama.2018.7028

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