Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS):
Verhaltenstherapie

Psychische Störungen - Traumata

Kognitive Verhaltenstherapie am wirksamsten

08.04.2013 Millionen von Erwachsenen werden jedes Jahr traumatischen Ereignissen ausgesetzt. Schon kurz nach der Exposition zeigen viele Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) wie Flashbacks, emotionale Taubheit und Schlafprobleme.

Welche Therapie ist hilfreich?

Trotz der hohen Rate ist wenig über die Wirksamkeit von Behandlungen / Therapien bekannt, die darauf ausgerichtet sind, Symptome einer PTBS, die Erwachsene nach solchen Ereignissen erfahren können, zu verhindern und zu reduzieren laut Forschern des RTI-UNC Evidence-based Practice Center.

Verhaltenstherapie bei posttraumatischer Belastungsstörung
Symbolbild

Die Studie fasst die Ergebnisse einer systematischen Übersicht klinischer Interventionen bei Erwachsene zusammen, die mindestens ein traumatisches Ereignis wie Krieg, natürliche oder menschenverursachte Katastrophe, Kraftfahrzeugunfall, Gewalttätigkeit in der Gemeinschaft, Missbrauch oder häuslicher Gewalt ausgesetzt waren.

Nach der Analyse von 2.563 Studien-Zusammenfassungen fanden die Forscher 19, die den Kriterien entsprachen.

Aber nur zwei psychotherapeutische Behandlungen zeigten einen Nutzen bei Erwachsenen, die einem Trauma ausgesetzt waren.

Kognitive Verhaltenstherapie

Kognitive Verhaltenstherapie zeigte sich wirksamer als jede andere Art der Therapie bei Personen, die einem traumatischen Ereignis ausgesetzt waren.

Ebenfalls einen positiven Effekt, wenn auch einen geringeren als die kognitive Verhaltenstherapie, zeigte eine collaborative care (ungefähr: kooperative Fürsorge) genannte Therapie, die Komponenten wie Fürsorge, belegbasierte pharmakologische Intervention und Anteile an kognitiver Verhaltenstherapie enthielt.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: RTI-UNC Evidence-based Practice Center, April 2013

Verhaltenstherapie kann biologische Veränderungen rückgängig machen

Psychische Störungen - Traumata

16.12.2013 Laut einer neuen Forschungsstudie kann kognitive Verhaltenstherapie bei posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) nicht nur die Symptome reduzieren, sondern auch die zugrunde liegende Biologie dieser Störung beeinflussen.

Untersuchung des Gens FKBP5 und des Hippocampus

Dr. Szabolcs Kéri, vom nationalen Institut für Psychiatrie und Abhängigkeit, Szeged in Ungarn, untersuchte 39 mit PTBS diagnostizierte Personen und 31 traumatisierte Kontroll-Personen (aber ohne PTBS-Symptome) in seiner Studie. Die Teilnehmer mit posttraumatischer Belastungsstörung erhielten 12 Wochen kognitive Verhaltenstherapie, während die Nicht-PTBS Gruppe keine Therapie erhielt.

PTBS: Verhaltenstherapie kann biologische Veränderungen rückgängig machen
Hippocampi

Vor und nach den 12 Wochen maßen die Forscher bestimmte Hirnregionen mit Kernspintomographie und entnahmen Blut, um Veränderungen in der Gen-Expression (vereinfacht ausgedrückt: Gen-Auswirkung) des Gens FKBP5 zu messen, welches bei der Entwicklung von PTBS und der Regulation der Stresshormone eine Rolle spielt.

Vor der Therapie zeigten die PTBS-Patienten eine niedrigere Gen-Expression und ein kleineres Volumen bestimmter Gehirnbereiche (Hippocampus und medialer orbitofrontaler Kortex - diese Regionen sind wichtig für Lernen, Gedächtnis und Emotionsregulation) als die Kontrollgruppe.

Veränderung von Genexpression und Gehirnstruktur

12 Wochen später zeigten die PTBS-Patienten eine höhere Expression von FKBP5 und ein erhöhtes Volumen des Hippocampus. Wichtiger: diese Veränderungen waren direkt mit einer klinischen Verbesserung bei den Patienten verbunden - die PTBS Symptome verringerten sich.

Warum sind diese Ergebnisse wichtig? Die Befunde legen nahe, dass Verhaltenstherapie grundlegende biologische Faktoren verändern kann: Veränderungen in der Genexpression, der Gehirnstruktur und der psychischen Verbesserungen könnten in enger Wechselbeziehung miteinander stehen. Diese Befunde heben die Wichtigkeit einer frühen Intervention bei der Posttraumatischen Belastungsstörung hervor.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Szeged, Dez. 2013

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