Antipsychotika / Neuroleptika gegen Schizophrenie

Psychische Krankheiten - Schizophrene Störungen

Zum Einsatz als Medikamente bei Schizophrenie kommen normalerweise sogenannte Neuroleptika, auch Antipsychotika genannt.

Kombination von Antipsychotika kann bei Schizophrenie von Nutzen sein

21.02.2019 Die Kombination bestimmter Typen zweier antipsychotischer Medikamente zur Erhaltungstherapie bei Schizophrenie ist mit einem geringeren Rückfallrisiko verbunden als Monotherapie laut einer in JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Die Wirksamkeit der antipsychotischen Kombinationstherapie bei der Prävention von Schizophrenie-Rezidiven ist umstritten, und die Verwendung mehrerer Antipsychotika (auch als Neuroleptika bezeichnet) wird allgemein als Beeinträchtigung des körperlichen Wohlbefindens angesehen. Aber die Belege dafür sind schwach und Antipsychotika-Polypharmazie ist weit verbreitet, schreiben die Studienautoren.

Polypharmazie vs. Monotherapie

Nun haben Forscher um Jari Tiihonen vom Karolinska Institutet in Schweden eine große registerbasierte Studie durchgeführt, um zu sehen, ob es einen Unterschied hinsichtlich des Rückfallrisikos bei Schizophrenen gibt, wenn die Patienten antipsychotische Polypharmazie verwenden - im Vergleich zur Monotherapie.

Die Studie basierte auf mehr als 62.000 Patienten; alle Personen mit Schizophrenie, die in den Jahren 1972-2014 in Finnland im stationären Bereich behandelt wurden. Die Forscher analysierten die Daten, inwieweit Patienten in die psychiatrische Versorgung rehospitalisiert wurden, was als Marker für einen Rückfall verwendet wurde.

Geringeres Risiko für erneute Aufnahme in Psychiatrie

Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 14,1 Jahre und zur Vermeidung von Verzerrungen wurde jeder Patient als seine eigene Kontrolle verwendet (eine sog. within-individual Analyse).

Die Ergebnisse zeigen, dass Antipsychotika-Polypharmazie im Allgemeinen mit einem etwas geringeren Risiko einer psychiatrischen Rehospitalisierung verbunden war als Monotherapie. Dies legt jedoch nicht nahe, dass alle Arten der Polypharmazie von Vorteil sind.

Kombination Aripiprazol und Clozapin

Die Kombination von Aripiprazol mit Clozapin war mit dem besten Ergebnis verbunden: mit einem um 14-23 Prozent geringeren Risiko einer Rehospitalisierung im Vergleich zu Clozapin allein, das Neuroleptikum in Monotherapie mit den besten Ergebnissen.

Aktuelle Behandlungsrichtlinien besagen, dass Antipsychotika in Monotherapie zu bevorzugen ist und Polypharmazie nach Möglichkeit vermieden werden sollte. Diese Studie sollte diese Ansicht ändern, schreiben die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Psychiatry - DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2018.4320

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