Die Darmflora bei Schizophrenie

Schizophrene Störungen - Ursachen, Risikofaktoren

Forscher finden Unterschiede bei den Darmbakterien von Schizophrenen

Eine in Science Advances veröffentlichte Forschungsarbeit zeigt, dass Menschen mit Schizophrenie Unterschiede in ihrer Darmflora im Vergleich zu Personen ohne diese psychische Störung aufweisen.

Um mehr über den möglichen Zusammenhang zwischen Darmflora (Mikrobiom des Darms) und Schizophrenie zu erfahren, sammelten die Forscher Stuhlproben von 53 Schizophreniepatienten, die Medikamente zur Symptomlinderung einnahmen. Sie sammelten auch fünf Stuhlproben von Schizophreniepatienten, die keine Medikamente einnahmen, und von 69 Menschen ohne Schizophrenie.

Veränderte Darmflora bei schizophrener Erkrankung

darmflora
Bild: pixabay

Die Wissenschaftler um Peng Zheng von der Chongqing Medical Universität führten eine Gensequenzierung der Stuhlproben durch, um die Darmflorabakterien zu isolieren. Sie teilten die gefundenen Bakterien in operative taxonomische Einheiten (OTU) auf.

Sie fanden, dass bei 854 OTU 56, die nur bei Schizophreniepatienten, und 64, die nur in der Kontrollgruppe auftauchten. Sie stellten auch fest, dass die Darmbiome der Schizophreniepatienten insgesamt eine geringere Vielfalt aufwiesen als die Kontrollgruppe.

Verhaltensänderungen

Bei genauerem Hinsehen fanden die Forscher eine kleinere Teilmenge von Bakterien, die sich zwischen Schizophreniepatienten und solchen ohne die psychische Erkrankung deutlich unterschieden. Als sie Proben der Teilmenge der Schizophreniepatienten in die Darmflora gesunder Mäuse einbrachten, zeigten diese Verhaltensänderungen.

Die Ergebnisse scheinen nahezulegen, dass Schizophrene Unterschiede in ihrer Darmflora aufweisen, und dass diese Unterschiede mit Schizophreniesymptomen verbunden sein könnten.

Darüber hinaus deuten sie darauf hin, dass bestimmte Bakterien im Biom mit schizophreniebedingten Symptomen in Verbindung gebracht werden können, die auf Wechselwirkungen mit mikrobiotischen Darm-Hirn-Aminosäuren und möglicherweise Fettstoffwechselwegen zurückzuführen sind.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Science Advances (2019). DOI: 10.1126/sciadv.aau8317

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