Schizophrenie: Die graue Substanz

Veränderungen von weißer und grauer Substanz bei Schizophrenen

30.11.2018 Die im Schizophrenia Bulletin veröffentlichte Forschungsarbeit hat mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) detaillierte Aufnahmen des Gehirns von 200 Schizophreniepatienten und 150 Menschen ohne diese Erkrankung analysiert.


Bild: Gerd Altmann

Maria Di Biase von der Universität Melbourne und Kollegen nutzten eine neue bildgebende Analysetechnik, die sowohl die graue als auch die weiße Substanz des Gehirns erfassen kann, um zu untersuchen, ob Veränderungen in beiden Gewebetypen miteinander verbunden sind. Die Neurowissenschaftler stellten fest, dass Störungen der weißen Substanz eng mit Veränderungen bei der grauen Substanz der Großhirnrinde verbunden sind.

Die Befunde ergaben auch, dass sich diese Veränderungen im Laufe der Krankheit tendenziell zusammen entwickeln und überraschenderweise schien das Gehirn einen Teil der verursachten Schäden zu kompensieren - zumindest im Frühstadium.

Abbau der grauen Substanz

Es zeigt sich, dass Veränderungen der grauen und weißen Substanz tatsächlich mit der Schizophrenie zusammenhängen und dass sich diese Beziehung im Laufe der Krankheit weiterentwickelt.

Während bei Schizophrenen ein starker Abbau der grauen Substanz beobachtet wurde, verbesserte sich die weiße Substanz im Frühstadium der Erkrankung in den Gebieten mit dem größten Verlust an grauer Substanz überraschend.

Kompensation durch weiße Substanz im Frühstadium

Dies legt nahe, dass - zumindest im Frühstadium der Erkrankung - die weiße Substanz den Verlust der grauen kompensieren kann, wobei stärkere Verbindungen der weißen Substanz die Kommunikation mit der gefährdeten grauen Substanz verbessern, schreiben die Neurologen.

Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass diese Kompensation auf lange Sicht nachhaltig ist, schließen die Autoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Schizophrenia Bulletin (2018). DOI: 10.1093/schbul/sby121

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