Sterblichkeit bei Schizophrenie

Psychische Krankheiten - Schizophrene Störungen

Anwachsen der Sterblichkeitsrate im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung

Bis 2006 waren die standardisierten Sterblichkeitsquotienten für Personen mit Schizophrenie oder Bipolare Störung (auch als Manische Depression bekannt) ungefähr doppelt so hoch wie die des Bevölkerungsdurchschnittes; dieser Unterschied in der Mortalität ist mit der Zeit gewachsen laut einer online am 13. September in BMJ herausgegebenen Studie.

Mortalität für Schizophrenie und Bipolare Störung

Uy Hoang, M.P.H. von der Universität Oxford im Vereinigten Königreich, und Kollegen untersuchten den Sterblichkeitsunterschied zwischen Personen mit Schizophrenie oder bipolarer Störung und der allgemeinen Bevölkerung. Sie verwendeten britische Krankenhausaufzeichnungen und Todesregistrierungsdaten für Patienten, die mit Schizophrenie oder bipolarer Störung (hier zu weiteren Gemeinsamkeiten der beiden Erkrankungen) diagnostiziert wurden und zwischen 1999 und 2006 aus der stationären Patientenfürsorge entlassen wurden. Nachuntersuchungen erfolgten ein Jahr nach der Entlassung.

Altersstandardisierte Sterblichkeitsquotienten, die die Sterblichkeit von Patienten mit Schizophrenie oder bipolarer Störung mit der der allgemeinen Bevölkerung verglichen, waren die Hauptergebnismaße.

Die Forscher stellten fest, dass die psychiatrischen Kohorten ungefähr die doppelten standardisierten Sterblichkeitsquotienten des Bevölkerungsdurchschnitts bis 2006 hatten, wobei der Unterschied mit der Zeit größer wurde. Die Sterblichkeitsquotienten steigerten sich bedeutend von 1999 bis 2006, von 1,6 auf 2,2 für mit Schizophrenie entlassene Patienten und von 1,3 auf 1,9 für Patienten mit bipolaren Störungen.

Sterblichkeit höher für unnatürliche Ursachen

Die Sterblichkeitsquotienten waren höher für unnatürliche Ursachen, aber ungefähr 3/4 aller Todesfälle wurden als natürlich bestätigt. Für die Zunahme der Quotienten bei natürlichen Ursachen waren besonders Kreislauf- und Atemwegserkrankungen verantwortlich.

Es gibt einen Bedarf nach mehr Aufklärung für die Gründe des anhaltenden und wachsenden Unterschieds bei der Sterblichkeit zwischen entlassenen psychiatrischen Patienten und der allgemeinen Bevölkerung, schreiben die Autoren.
Quelle: BMJ (British Medical Journal)

Schizophrene haben eine um 300% erhöhte Mortalität

26.11.2017 Menschen mit Schizophrenie haben eine um 300% erhöhte Sterblichkeitsrate (Mortalitätsrate), und sterben wesentlich jünger als die allgemeine Bevölkerung laut einer Studie des Institute for Clinical Evaluative Sciences und der Universität Toronto.

Die große Studie untersuchte alle Todesfälle in Ontario über einen Zeitraum von 20 Jahren (1993-2012) - mehr als 1,6 Millionen Todesfälle - um Trends bei der Krankheit Schizophrenie zu untersuchen.

mann niedergeschlagen
Bild: George Hodan

Davon waren 31.349 Todesfälle von Menschen mit Schizophrenie, wobei insgesamt mehr Männer, Personen in einkommensschwächeren Wohnvierteln oder ländlicheren Wohngegenden im Vergleich zur Gesamtbevölkerung betroffen waren.

Um 8 Jahre geringere Lebenserwartung

Trotz der gestiegenen Lebenserwartung starben Menschen mit Schizophrenie 8 Jahre früher als Menschen aus der Gesamtbevölkerung (das Sterbealter von Schizophrenen stieg von 1993 bis 2012 von durchschnittlich 64,7 auf 67,4 Jahre im Vergleich zu 73,3 auf 76,7 Jahre in der Allgemeinbevölkerung).

Die Mortalitätsraten (bei Berücksichtigung aller Todesursachen) insgesamt verringerten sich parallel in beiden Gruppen um 35%.

Kreislauferkrankungen: Todesursache Nr. 1

Kreislauferkrankungen machten zwischen 1993 und 2012 die meisten Todesfälle bei Schizophrenen aus, während Neoplasmen (Neubildung von Körpergeweben) nach 2005 die häufigste Todesursache für Menschen ohne Schizophrenie waren.

Hohe Sterblichkeitsraten bei Menschen mit Schizophrenie wurden auch in früheren kleinen Studien und aus anderen Ländern wie Skandinavien und Australien nachgewiesen.

Menschen mit Schizophrenie haben bisher nicht von einer Verringerung der kardiovaskulären Todesfälle wie in der allgemeinen Bevölkerung profitiert, schreiben die Autoren. Der Zugang zu Gesundheitsfürsorge und Lebensstil, wie z. B. Rauchen, Alkoholkonsum, schlechte Ernährung und Bewegungsmangel, kann das höhere Sterberisiko für Menschen mit Schizophrenie erklären, und sollten dringend in die Gesundheitsfürsorge bzw. Interventionen mit einfließen, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Toronto; Canadian Medical Association Journal - doi: 10.1503/cmaj.161351; Okt. 2017

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