Schizophrenie Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Der Thalamus ist der größte Teil des Diencephalons, das Zentren für die Hör-, Seh- und Riechbahn, die Oberflächen- und Tiefensensitivität, sowie die emotionalen Empfindungen enthält. Der Thalamus besteht aus vielen Kerngebieten mit starken Verknüpfungen zum Cortex.

Präfrontal-Thalamische anatomische Konnektivität und exekutive kognitive Funktionen bei Schizophrenie

10.03.2018 Die exekutiven kognitiven Funktionen - Fähigkeiten, die das Arbeitsgedächtnis einschließen und der psychischen Kontrolle und Selbstregulation unterliegen - sind bei Schizophrenie beeinträchtigt.

Aktuelle pharmakologische und verhaltensbezogene Interventionen haben nur bescheidene pro-kognitive Wirkungen.

Exekutive Funktionen

In Studien an Personen mit Schizophrenie und gesunden Teilnehmern testeten Dr. Neil Woodward vom Fachbereich Psychiatrie der Vanderbilt Universität und Kollegen die exekutiven Funktionen (die höheren mentalen und kognitiven Prozesse) und benutzten bildgebende Verfahren (diffusionsgewichtete MRT), um Verbindungen zwischen Hirnregionen zu quantifizieren, die exekutive Funktionen unterstützen.

thalamus
Bild: Thalamus von Henry Vandyke Carter

Sie berichten im Fachblatt Biological Psychiatry, dass die Konnektivität zwischen dem präfrontalen Cortex und dem Thalamus bei Schizophrenie reduziert ist. Die voxelweise Analyse lokalisierte die Verringerung auf Bereiche des mediodorsalen Thalamus, die mit dem lateralen präfrontalem Cortex verbunden sind.

Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses

Die verringerte Konnektivität ging mit einer Beeinträchtigung des Arbeitsgedächtnisses einher, nicht aber mit anderen exekutiven Funktionen (kognitive Flexibilität und Hemmung).

Die Neurowissenschaftler fanden auch eine erhöhte Konnektivität zwischen dem Thalamus und den somatosensorischen und okzipitalen Cortices bei Personen mit Schizophrenie.

Die Ergebnisse stimmen mit anderen Studien überein, die eine gestörte Funktion zwischen präfrontalem Cortex und Thalamus in der Pathophysiologie der Schizophrenie nahelegen, und sie deuten darauf hin, dass die Verbindung zwischen diesen Hirnregionen ein wichtiges Ziel für pro-kognitive Behandlungsmethoden sein könnte.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Biological Psychiatry (2017). DOI: 10.1016/j.biopsych.2017.09.022

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