Selbstverletzendes Verhalten, Selbstverletzungen:
Spondylitis ankylosans, Morbus Bechterew

Deutliche Zunahme von Selbstverletzungen nach der Diagnose einer ankylosierenden Spondylitis

26.06.2018 Die Ergebnisse einer auf dem Europäischen Jahreskongress für Rheumatologie (EULAR 2018) vorgestellten Bevölkerungsstudie zeigen eine deutlich erhöhte Rate selbstverletzenden Verhaltens bei entzündlicher Arthritis (IA), insbesondere nach einer Diagnose von Ankylosierender Spondylitis (AS; Morbus Bechterew).

Körperliche und psychische Symptome

Zu den körperlichen Aspekten der Spondylitis ankylosans gehören Schmerzen, Gelenksteifheit und ein allmählicher Verlust der Beweglichkeit der Wirbelsäule, aber es gibt auch erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.


Bild: George Hodan

Obwohl eine höhere Prävalenz von psychiatrischen Komorbiditäten, einschließlich depressiver Störungen, bei Patienten mit AS nachgewiesen wurde, gibt es bisher nur begrenzte Daten über das Risiko ernster psychischer Gesundheitsauswirkungen nach der Diagnose, schreibt Dr. Nigil Haroon von der Universität Toronto im Fachblatt Annals of Rheumatic Diseases.

Erhöhtes Auftreten selbstverletzenden Verhaltens

Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass Personen mit Spondylitis ankylosans fast doppelt so häufig zu Selbstverletzungen neigen wie die Vergleichsteilnehmer (bereinigte Hazard Ratio von 1,59).

Auch bei Personen mit rheumatoider Arthritis (RA) war die Rate absichtlicher Selbstverletzungen erhöht, allerdings nur vor der Anpassung an die Grundlinie.

Die häufigste Methode der Selbstverletzung war Vergiftung (64% der Versuche bei Morbus Bechterew, 81% bei rheumatoider Arthritis) oder Selbstverstümmelung (36% bei ankylosierender Spondylitis, 18% bei rheumatoider Arthritis).

Die Studie evaluierte populationsbasierte Kohorten von rheumatoider Arthritis (N=53.240) und Spondylitis ankylosans (N=13.964), die jeweils 1:4 nach Alter, Geschlecht und Kalenderjahr (bei Diagnose) mit Nicht-IA-Vergleichskohorten in Ontario, Kanada verglichen wurden.

Personen mit einer Vorgeschichte einer psychischen Erkrankung oder einer vorherigen absichtlichen Selbstverletzung wurden ausgeschlossen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Annals of Rheumatic Diseases http://dx.doi.org/10.1136/annrheumdis-2018-eular.3004

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