Funktionelle Sexualstörungen

Funktionelle Sexualstörungen

Psychische Störungen – Psychische Krankheiten – Psychiatrische Krankheiten – Störungsbilder – Krankheitsbilder

Beschreibung der Störung: Funktionelle Sexualstörung

Sexuelle Dysfunktion beschreibt eine Störung die normalerweise organisch bedingt ist. Funktionelle Sexualstörungen haben dagegen angenommene psychische Ursachen. Genauer wird darunter verstanden, dass es im Verhalten, Erleben und in den physiologischen Reaktionen für einen oder beide Partner zu Beeinträchtigungen kommt, die eine befriedigende Interaktion einschränken oder gar verhindern. Dabei sind aber die organischen Voraussetzungen vorhanden und es gibt auch keine abnormen Sexualbedürfnisse eines oder beider Partner.

ICD 10 und DSM IV zeigen in ihren Versuchen die funktionellen Sexualstörungen zu klassifizieren fast identische Gliederungen.

So werden die Störungen beim Mann folgendermaßen gegliedert (mit DSM IV(F) und ICD 10 Diagnosen):

Die Störung beim Mann

    Appetenz – 1. Phase

  • Anhaltende und deutliche Minderung des sexuellen Verlangens (F 52.0 ; 302.71)
  • Sexuelle Aversion, Ekel, Ängste (F 52.1;302.79)
    Erregung – 2. Phase

  • Errektionsstörungen: Errektion auf Dauer und Stärke nicht ausreichend für befriedigenden Geschlechtsverkehr (F 52.2;302.72)
  • Schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dyspareunie): Brennen, Stechen, Jucken im Genitalbereich(F52.6;302.76)
    Orgasmus – 3. Phase

  • Vorzeitige Ejakulation: Samenerguß schon vor dem Einführen des Penis in die Vagina, beim Einführen oder unmittelbar danach (F52.4;302.75)
  • Ausbleibende Ejakulation: Kein Samenerguß trotz voller Erektion und intensiver Reizung, Anorgasmie (F52.3;302.74)
  • Ejakulation ohne Orgasmus: Samenerguß ohne Lust und Orgasmusgefühl
    Entspannung – 4. Phase

  • Postorgastische Verstimmung: innere Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen, Depressionen, Weinanfälle, Mißempfindungen im Genitalbereich etc.

Die Störungen bei der Frau sind folgendermaßen gegliedert (mit DSM IV(F) und ICD 10 Diagnosen):

Die Störung bei der Frau

    Appetenz – 1. Phase

  • Anhaltende und deutliche Minderung des sexuellen Verlangens (F 52.0 ; 302.71)
  • Sexuelle Aversion, Ekel, Ängste (F 52.1;302.79)
    Erregung – 2. Phase

  • Erregungsstörungen: Erregung auf Dauer und Stärke nicht ausreichend für befriedigenden Geschlechtsverkehr (F 52.2;302.72)
  • Vaginismus (Scheidenkrampf): Einführung des Penis durch krampfartige Verengung des Scheideneingangs nicht oder nur unter Schmerzen möglich (F52.5;306.51)
  • Schmerzhafter Geschlechtsverkehr (Dyspareunie): Brennen, Stechen, Jucken im Genitalbereich; wehenähnliche Krämpfe beim Orgasmus(F52.6;302.76)
    Orgasmus – 3. Phase

  • Orgasmusschwierigkeiten: Orgasmus nie oder nur selten (F52.3;302.73)
    Entspannung – 4. Phase

  • Postorgastische Verstimmung: innere Unruhe, Gereiztheit, Schlafstörungen, Depressionen, Weinanfälle, Mißempfindungen im Genitalbereich etc.

Epidemiologie der funktionellen Sexualstörungen

Da es insgesamt wenig Studien zu diesem Thema gibt und die es gibt, beziehen sich auf unterschiedliche Klassifikationsansätze (viele Studien vor DSM-III bzw. DSM-IV). Man geht davon aus, dass mindestens 25% der Frauen und Männer Probleme in diesem Bereich haben (Appetenzstörungen tendentiell vermehrt zugenommen). Genaue Zahlen sind schwer zu bekommen, aber diese Klasse der psychischen Störungen kommen doch sehr häufig vor.

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