Suizid und Emotionsregulation

Psychische Erkrankung - Selbsttötung - Freitod

Studie untersuchte Emotionsregulation, Familiengeschichte als Risikofaktoren für suizidales Verhalten

13.06.2020 Suizidales Verhalten bei den Eltern kann das Risiko für einen Suizidversuch bei Heranwachsenden um das 4- bis 6-fache erhöhen, selbst nach Kontrolle auf psychische Störungen bei den Kindern, die mit suizidalem Verhalten in Verbindung gebracht werden (z.B. schwere depressive Störungen).


Bild: George Hodan

Darüber hinaus ist die Emotionsregulation - wie Kinder ihre Emotionen wahrnehmen, auf sie reagieren und sie kontrollieren - stark mit verschiedenen Risikofaktoren für Suizidversuche bei Kindern verbunden. Die Forschung, die die Schnittmenge dieser beiden Risikofaktoren untersucht, ist jedoch begrenzt.

In einer kürzlich durchgeführten Studie untersuchten Forscher des Nationwide Children's Hospital die Überschneidungen dieser beiden Risikofaktoren - elterliche Vorgeschichte suizidalen Verhaltens und Emotionsregulation - bei Kindern im Alter von 6-9 Jahren.

Die Studie, die in der Zeitschrift Child Psychiatry & Human Development veröffentlicht wurde, deutet darauf hin, dass Heranwachsende mit elterlichen Suizidversuchen in der Vorgeschichte im Vergleich zu Kindern ohne elterliche Vorgeschichte suizidalen Verhaltens mehr belastende Lebensereignisse und mehr Störungen bei der Emotionsregulation aufwiesen. Diese Risiken sind mit suizidalem Verhalten bei Jugendlichen und Erwachsenen in Verbindung gebracht worden.

Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass eine frühe Intervention in der Kindheit zur Entwicklung von Strategien der Emotionsregulation und zur Erhöhung der Resilienz bei gefährdeten Kindern und Jugendlichen die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Risikofaktoren im Zusammenhang mit künftigen suizidalen Verhaltensweisen verringern kann.

Zukünftige Forschungsarbeiten, die sowohl Mütter als auch Väter einbeziehen und bei denen Emotionsregulation durch Beobachtungen statt durch Selbstberichte (wie bei dieser Studie) gemessen werden, werden bei der weiteren Untersuchung dieser Ergebnisse wertvoll sein, schließen die Studienautoren um Arielle Sheftall.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Child Psychiatry & Human Development - dx.doi.org/10.1007/s10578-020-01010-8

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