(Geringe) Intelligenz und Suizid

Psychische Erkrankung - Selbsttötung - Freitod

Geringer Intelligenzquotient (IQ) verbunden mit dem Suizidrisiko im späteren Leben

11.10.2019 Menschen mit niedrigen Werten bei Intelligenztests in der Jugend haben ein höheres Risiko für Suizid und Selbstmordversuch im späteren Leben.

Das geht aus einer Studie des Karolinska Institutet in Schweden hervor, die von den 1970er Jahren bis vor kurzem fast 50.000 schwedischen Männern folgte. Die Studie ist in der Zeitschrift Psychological Medicine veröffentlicht worden.

Risikofaktoren: Niedrige Intelligenz und geringe emotionale Kontrolle

iq-test

Frühere Studien haben niedrige Intelligenz und geringe emotionale Kontrolle mit einem erhöhten Selbstmordrisiko in Verbindung gebracht. Diese Studie ergänzt diese Forschungsarbeit, indem sie untersuchte, wie sich der Zusammenhang zwischen suizidalem Verhalten bei Menschen mit geringer Intelligenz und emotionaler Kontrolle über einen Zeitraum von fast 40 Jahren entwickelt.

Die Studie zeigt, dass das Suizidrisiko im späteren Leben hoch blieb bei Menschen mit geringen Intelligenzwerten (IQ) in der Jugend. Die gleiche stabile negative Korrelation konnte nicht bei Menschen beobachtet werden, die in ihren jüngeren Jahren eine geringe emotionale Kontrolle aufwiesen. Für diese Menschen nahm das Selbstmordrisiko mit der Zeit ab.

Alterseffekte

Der interessanteste Aspekt dieser Studie ist, dass der negative Effekt der geringen emotionalen Stabilität in der Jugend am stärksten ist, sagt Alma Sörberg Wallin vom psychologien Fachbereich am Karolinska Institutet. Bei Menschen in den 50er Jahren ist der Zusammenhang zwischen geringer emotionaler Stabilität und Selbstmord viel schwächer.

Das gibt ein gewisses Maß an Hoffnung und bestätigt die Vorstellung von Suizid als dauerhafte Lösung für ein vorübergehendes Problem, schreibt die Psychologin.

Um Intelligenz und emotionale Kontrolle mit suizidalem Verhalten zu vergleichen, teilten die Forscher die Männer auf einer fünfstufigen Skala ein, die IQ-Bereichen von weniger als 82 bis mehr als 126 und emotionalen Kontrollvariablen von eins (sehr niedrig) bis fünf (sehr hoch) entsprach. Sie benutzten Todes- und Krankenhaus-Register, um Suizide und Suizidversuche zwischen 1973-2008 zu identifizieren.

Hohes Suizidrisiko bei geringem IQ, geringer emotionaler Kontrolle

Die Forscher fanden heraus, dass Menschen mit der niedrigsten gemessenen Intelligenz bis zu sechsmal häufiger versuchten sich umzubringen oder durch Suizid starben als Menschen mit dem höchsten Intelligenzquotienten.

Ebenso hatten Männer mit der geringsten emotionalen Kontrolle ein fast siebenfach höheres Risiko für Suizidverhalten als Männer in der höchsten Kategorie. Bei Männern mit niedrigem IQ blieb die starke Verknüpfung im Laufe der Zeit bestehen, während Männer mit geringer emotionaler Kontrolle in ihrer Jugend weniger anfällig für Selbstmord in älteren Jahren schienen.

Die Mechanismen sind nicht vollständig klar, aber frühere Ergebnisse zeigten, dass Menschen mit geringerer Intelligenz typischerweise mit mehr sozioökonomischen Problemen später im Leben konfrontiert sind, sagt Studienautorin Nora Hansson Bittár.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychological Medicine 1-7, October 9, 2019, DOI: 10.1017/S0033291719002423

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