Suizid, Selbstmord: Risikofaktor Depression

Psychische Erkrankung - Selbsttötung - Freitod

Das größte Risiko haben Depressive

13.06.2013 Eine schwedische Studie untersuchte die Risikofaktoren für Suizid und fand u.a. heraus, dass das größte Risiko für Depressive bestand. Weitere Risikofaktoren waren: jung, Single, männlich zu sein, geringere Bildung, Arbeitslosigkeit und Krankheiten.

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Bild: Edouard Manet

Die Studie der Lund University in Schweden und der Stanford University, USA untersuchten den Einfluss verschiedener Krankheiten, wie Depression, COPD, Asthma, und sozialer Faktoren auf das Risiko, einen Suizid begehen zu wollen.

Arztbesuch vor dem Selbstmord

Von denjenigen, die Suizid begingen, hatten

"Dies zeigt, dass viele Kontakt mit dem Gesundheitswesen kurz vor der Selbsttötung hatten. Wir sehen hier die Wichtigkeit des Gesundheitssystems bei der Prävention von Suiziden", sagte einer der Forscher.

Die Risikofaktoren:

Personen mit schlechten sozialen Netze hatten auch ein höheres Risiko für Suizid (z.B. geschiedene Personen 2,25-faches Risiko).

Die Forscher verwendeten das schwedische Bevölkerungs- und Gesundheitsregister und waren daher in der Lage, zwischen 2001 und 2008 über sieben Millionen Erwachsene zu untersuchen. Von diesen begingen 8.721 Suizid.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Lund University, Stanford University, Juni 2013

Studie verbindet Hirnentzündung mit Suizidgedanken bei Depressionen

24.09.2017 Patienten mit klinischer Depression hatten in einer neuen Studie erhöhte Werte eines Markers der Mikroglia-Aktivierung (einem Zeichen für Entzündung) im Gehirn.

TSPO

Die Studienautoren fanden heraus, dass die Zunahme des Entzündungsmarkers TSPO (Translocator Protein, oder auch Tryptophan-rich sensory protein) insbesondere bei Patienten mit klinischer Depression vorzufinden war, die unter Suizidgedanken litten.

Dies streiche die Rolle von Inflammation (Entzündung) bei der Suizidalität noch eher heraus als eine Depressionsdiagnose selbst, schreiben die Neurowissenschaftler im Fachblatt Biological Psychiatry.

Aktivierung der Mikrogliazellen

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Bild: Gerd Altmann

Dies sind die ersten Ergebnisse bei lebenden depressiven Patienten, die darauf hindeuten, dass diese Aktivierung der Mikrogliazellen am stärksten bei Selbstmordgedanken ausgeprägt ist, sagte Studienautor Dr. Peter Talbot von der Universität Manchester. Frühere Studien deuteten zwar schon auf diese Verbindung hin; das untersuchte Gehirngewebe stammte aber von toten Patienten.

In der Studie untersuchten Dr. Sophie Holmes und Kollegen die Inflammation bei 14 Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Depression, die keine Antidepressiva einnahmen. Die Aktivierung der Mikroglia genannten Immunzellen, die als Teil der Entzündungsreaktionen des Körpers aktiviert werden, wurden mit Hilfe von bildgebenden Verfahren des Gehirns untersucht. Dabei maßen sie eine Substanz (TSPO), die in den aktivierten Mikroglia zunimmt.

Aktivierung des Immunsystems

Der Beleg für eine Immunaktivierung war am stärksten im anterioren cingulären Cortex ausgeprägt - einer Hirnregion, die an der Stimmungsregulation und den biologischen Ursachen der Depression beteiligt ist, schreiben die Autoren.

Dies bestätigte auch die Ergebnisse einer früheren Studie, in der erstmals eine veränderte Aktivierung der Mikroglia bei medikamentenfreien depressiven Patienten identifiziert wurde. Geringere Zunahmen wurden auch in der Insula und im präfrontalen Cortex gefunden.

Nun gibt es zwei unabhängige Berichte - die aktuelle Studie und ein Report aus 2015 von Setiawan und Kollegen in Toronto, schreibt Talbot, die im Wesentlichen das gleiche zeigen: dass es Belege für Entzündungen - genauer: mikrogliale Aktivierung - in den Gehirnen von lebenden Patienten während einer klinischen depressiven Episode gibt, schließt er.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Manchester, Biological Psychiatry - dx.doi.org/10.1016/j.biopsych.2017.08.005; Sept. 2017

Verstärkte Suizidgedanken bei Menschen mit Depressionen, wenn sie schlecht geschlafen haben

30.04.2018 Eine im Fachblatt Psychological Medicine veröffentlichte Studie konnte zum ersten Mal zeigen, dass bei depressiven Menschen ein schlechter Schlaf in der Nacht mit Suizidgedanken am nächsten Tag verbunden ist.

Faktor Schlafstörungen

Die Forscherin Donna Littlewood von der Universität Manchester und Kollegen berichten, dass ihre Beobachtungsstudie an 51 Patienten mit Depressionen und Selbstmordgedanken die Notwendigkeit der Behandlung von Schlafstörungen bei Menschen mit psychischen Problemen unterstreicht.

Die Patienten wurden in ihren Bewegungen überwacht und gebeten, ein Schlaftagebuch zu führen und ihre Suizidgedanken über einen Zeitraum von sieben Tagen zu bewerten.

Schlechte Schlafqualität und eine kurze Schlafdauer

Die Daten zeigten, dass eine schlechte Schlafqualität und eine kurze Schlafdauer jeweils mit verstärkten suizidalen Gedanken am nächsten Tag verbunden waren.

Dieser Zusammenhang blieb auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren wie Depressivität und Ängsten bestehen.

Es gab keinen Zusammenhang zwischen Selbsttötungsgedanken während des Tages und schlechtem Schlaf in der folgenden Nacht.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychological Medicine https://doi.org/10.1017/S0033291718001009

Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Depressive verlässt suizidgefährdeten Depressiven

28.01.2018 Kommentar von asdf:

Ich bin Student noch am Anfang, männlich, 20 Jahre alt. Ich wurde christlich erzogen aber bin mittlerweile Atheist. Bis Vor kurzem hatte ich noch eine Freundin, vor einem Jahr hatte sie Depressionen und wollte sich das Leben nehmen, aber ich hab sie davon abgehalten. Jetzt falle ich in Depressionen und sie verlässt mich.

Meine Depressionen kommen hauptsächlich von der Sinnlosigkeit vom Leben. Ich denke mir immer, wieso lebe ich überhaupt, wenn ich eh irgendwann sterben muss. Wenn man die Erde vom Mond ausbetrachtet, wie unbedeutend ist mein Leben? Und wie unbedeutend ist mein Leben im Bezug auf das ganze Universum. Hinzu kommt, dass ich nicht wirklich mit meinem Leben zufrieden bin, seit dem ich nicht mehr in die Schule gehe, fühle ich mich dem nichts ausgesetzt, ich studiere nur, um mich zu beschäftigen und weil meine Eltern das von mir erwarten.

Und jetzt hat meine Freundin auch noch mit mir schluss gemacht... Sie war zuvor der Grund, warum ich nicht zum suizid greife. Sie hat mich versucht aufzumuntern, wenn ich mich geritzt habe. Sie war der seidene Faden, an dem ich hing, dass ich mein Leben nicht beende. Jetzt hat sie mich verlassen.

Ich frage mich im Moment, welchen unterschied es macht, ob ich lebe oder mich lieber direkt umbringe. Klar, vielleicht würde es meine Freunde oder meine Eltern echt fertig machen, aber was macht das für einen Unterschied, wenn man die Erde von weitem betrachtet. Eigentlich ist mein Leben unnötig und sinnlos.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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