Suizid, Selbstmord - Chronische Schmerzen

Psychische Erkrankung - Selbsttötung - Freitod

Chronische Schmerzen als Risikofaktor für absichtliche Selbsttötung

11.09.2018 Bei fast 9 Prozent der Menschen, die in 18 Staaten der USA von 2003 bis 2014 durch Selbstmord starben, wurden chronische Schmerzen dokumentiert laut einer in Annals of Internal Medicine veröffentlichten Studie.

mann suizidal
Bild: Gerd Altmann

Mehr als 25 Millionen Erwachsene in den USA haben täglich Schmerzen, und 10,5 Millionen haben täglich erhebliche Schmerzen. Chronischer Schmerz wurde bereits als Risikofaktor für Suizid erkannt, aber frühere Studien untersuchten in erster Linie dazu die nicht-tödliche Suizidalität und weniger Selbstmorde im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen oder den Merkmalen solcher Todesfälle.

Forscher der Abteilung für Gewaltprävention, des National Center for Injury Prevention and Control, Centers for Disease Control and Prevention analysierten Daten aus 18 Staaten, die mindestens ein Jahr lang von 2003 bis 2014 am NVDRS teilnahmen. Die NVDRS beschreibt die Merkmale von gewaltsamen Todesfällen, einschließlich Suizid, und die Umstände, die direkt zum Tod beitrugen.

Häufigkeit; Suizidmethode

Die Forscher fanden heraus, dass von 123.181 Suizidopfern, die in der Studie berücksichtigt worden waren, 10.789 (8,8 Prozent) chronische Schmerzen hatten, und der Prozentsatz stieg von 7,4 Prozent im Jahr 2003 auf 10,2 Prozent im Jahr 2014.

Mehr als die Hälfte (53,6 Prozent) der Suizidtoten mit chronischen Schmerzen starben an Verletzungen durch Feuerwaffen und 16,2 Prozent an einer Überdosis eines Opioids.

Schmerzarten; psychische Störungen

Rückenschmerzen, Krebsschmerzen und Arthritisschmerzen machten einen großen Teil der Schmerzerkrankungen bei Menschen aus, die durch Selbstötung starben, obwohl sie sich nicht gegenseitig ausschlossen.

Ebenso wurden Angststörungen und Depressionen bei Selbstmordopfern mit Schmerzen häufiger diagnostiziert als bei jenen ohne Schmerzen.

Opioide

Die Forscher zeigten, dass bei Suizidtoten mit chronischen Schmerzen, für die toxikologische Ergebnisse vorlagen, Opioide zum Zeitpunkt des Todes viel häufiger vorhanden waren als bei Menschen ohne Schmerzen.

Die Rolle von Opioiden für das Suizidrisiko sollte untersucht und die Suizidprävention als Bestandteil der Versorgung für Menschen mit chronischen Schmerzen gründlicher betrachtet werden, schließen die Autoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Annals of Internal Medicine (2018). doi/10.7326/M18-0830

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