Suizid, Selbstmord
Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Selbsttötung - Freitod

Erfahrungsberichte

wie mein leben zu scheitern begann

28.01.2018 Kommentar von lonly girl:

Suizid - etwas, durch das ich schon viele Menschen verloren habe...der Freund meiner Tante hat sich, als ich erst 8 war, zum Strick gegriffen und sich sein Leben genommen. Er hat sich an der Freundin seines Sohnes vergriffen und als dies rauskommen sollte, nahm er sich das Leben, aus Angst mit seiber Freundin zu sprechen. Ehrlich gesagt habe ich dies damals garnicht so recht wahrgenommen. Mittlerweile ist mir aber bewusst geworden, wie sehr dies meine Familie zerstört hat. Meine Tante wurde dadurch schwer depressiv. Sie redete mit meiner Familie kaum noch. Sie lässt den Kontakt zu Männern nur noch gehemmt zu und auch ich gehe meist auf Distanz und brechen spätestens wenn mir jemand wichtig wird den Kontakt ab. Auch ich habe Angst vor Männern.

Dennoch hatte ich mich, letzten Sommer, gegenüber eines wundervollen Jungens geöffnet und ihm von meinen Problemen, Ängsten, Phobien und Störungen erzählt. Ihm selbst ging es ziemlich schlecht, wobei ich denke, dass er mich genau deshalb so gut verstanden hatte. Aber diese Freundschaft ist nicht das Thema dieses Textes und deshalb möchte ich darauf auch nicht näher eingehen. Wie ich bereits geschrieben habe, ging es damals ziemlich schlecht. Ich habe ihn geliebt (und tu ich selbstverständlich immer noch). Er war mein bester Freund. Das zwischen uns hatte sich so gut angefühlt. Er war alles für mich. Er war der erste Mensch mit dem ich über alles reden konnte. Doch mein Schicksal wollte mich nicht glücklich sehen. Letztes Jahr im November nahm er sich das Leben. Seine letzte Nachricht ging an mich. In ihr stand: Hey, cutie❤ Ich wollte es schon lange tun, das weisst du, und du weisst auch, dass ich es nie geschafft habe. Du weisst wie sehr ich darunter leide. Gleich werde ich mich auf meinen letzten Weg, hin zum Glück, begeben. Bitte sei nicht traurig, mir wird es da oben vesser gehen. Mein Herz zerreißt, bei dem Gedanken daran dich allein zu lassen, jetzt schon, aber ich kann nicht anders. Aber ich verspreche dir auf dich zu warten und wenn du irgendwann, was hoffentlich noch lang dauern wird, sterben wirst, werde ich dich abholen und in meine Arme schließen. Sobald ich an meinem letztem Ziel angekommen bin, werde ich auf dich aufpassen, dich wenn du traurig bist in meine Arme nehmen und dich beschützen wenn du Hilfe brauchst. Bitte gebe jetzt nicht auf und kämpfe weiter - für mich. Ich glaub an dich.
Ich liebe dich über alles und jeden und überall.
Bis bald!❤🌹"
Diese Nachricht baut mich an schlechten Tagen immer wieder auf.

Seit seinem Tod wurde meine Therapie viel weiter ausgebaut. Ich gehe 3× die Woche zu einer Psychologin und muss, bei starkem Selbstzweifel, in eine Psychiatrie und muss mich von einem Arzt untersuchen lassen der, über meinen Willen hinweg, entscheiden kann was mit mir geschieht.

Vor wenigen Wochen nahm sich dann auch noch eine sehr gute Freundin ihr Leben. Was mich nur noch mehr in Richtung Boden drängt.

Ich bin 13 Jahre halt. Nachts weine ich, bis mich der Schlaf besiegt und Morgens bin ich oftmals zu schwach um auf meinen Beinen zu stehen. Meine Mutter hat schwere Depressionen und kommt während ihren depressiven Phasen noch nicht mal aus ihrem Zimmer heraus und spricht kaum, mein Vater ist krank und bräuchte eigentlich unsere Hilfe, aber wir sind zu schwach dafür und mein Bruder ist Spielsüchtig. Seit meiner Grundschulzeit werde ich gemobbt und niemand unternimmt etwas dagegen. Ich habe Sozialphobie, Angststörungen, Bindungsängste, starke depressive Phasen, Selbstzweifel, Suizidgedanken, ich verletzte mich selbst und habe Schizophrenie. Ich will nichtmehr leben aber lebe, um allen zu zeigen, dass ICH kämpfen kann. Um allein zu zeigen, dass ICH stark sein kann.

Ich will leben, doch es fällt mir so verdammt schwer.

Aber ich werde es schaffen, ich werde glücklich werden. Hoffentlich.

Suizid und Schlaf

Erfahrungen, Kommentare, Meinungen, Erfahrungsberichte zum Thema Suizid und Schlaf, Schlafstörungen

Belohnungszentrum bei Schläfrigkeit

26.08.2016 Kommentar von depabba:

Die "Flucht in den Tagschlaf" entspricht bei mir genau dem, wie es im Bericht beschrieben wurde. Der Drang zum Schlafen am Tag ist nicht einer Tagesmüdigkeit geschuldet, sondern dem Drang der schädlichen einen ständig umkreisenden Gedanken zu entfliehen. Zum einen hat man damt einige Zeit der depressiven Empfindung verhindert, zum anderen ist die Übergangsaphase von wach zu Schlaf, die man noch ein bisschen unterbewußt wahrnimmmt, von einem positiv, entpannen Gefühl begleitet, fast schon wie ein Beruhigungsmittel.

Erfahrungen / Kommentare zu Suizidgedanken, Selbstmordgedanken

Wie äußern sich Selbstmordgedanken?

16.10.2018 Kommentar von Schisshase:

Tach,
Die Frage klingt zwar auf dem ersten Blick ziemlich ...ich sag mal blöd... aber ich würde gerne wissen ob sich Selbstmordgedanken "indirekt" äußern können, wie zum Beispiel: Was wäre wenn ich nicht mehr da wäre?
Also ich meine ohne wirklich direkt dran zu denken sich gleich was anzutun.
Ich stelle mir das ganze halt so vor wie ein kleinen Samen der langsam unbewusst heranwächst bis halt wirklich dieser Gedanke da ist.
Ich hoffe das ganze klingt nicht zu absurd.

26.10.2018 Kommentar von tja:

Man könnte diese Frage durchaus auch philosophisch sehen:

So als Frage nach Sinn/Unsinn des Seins.

Man kann sich natürlich auch dran festbeissen und ein immer größer werdendes Ungeheuer formen.

Ich persönlich finde da nicht unbedingt etwas drin was sich suizidal anhört.

14.11.2018 Kommentar von snowhite:

Hallo Schisshase,

also ich weiß es nicht genau, denn ich hatte solche Suizidgedanken noch nie. Ich möchte es auch nicht wissen, wie es ist.

Jedoch hatte meine Schwester schwere Depressionen. Und sie hat mir mal gesagt, das sie durch ihre Antriebslosigkeit, die sie über mehrere Wochen hatte, sie nur rumgehangen hat, im Wintergarten auf ihrer Liege gelegen hat, mit niemandem gesprochen hat.

Sie hatte irgendwann den Gedanken, das sie sowieso zu nix in der Lage ist und sie sowieso niemand braucht und auch nicht vermissen würde, wenn sie nicht mehr da sei.

Und sie hat gedacht, wenn sie jetzt unten auf die Bundesstrasse gehen würde und würde sich von einem LKW überfahren lassen, wären alle glücklich. Also warum nicht hingehen und sich überfahren lassen.

Der Gedanke war plötzlich da von jetzt auf gleich und das über mehrere Tage immer wieder, sagte sie.

Ich bin froh, das ihre Medikamente dann so schnell gewirkt haben, nicht auszudenken, was passiert wäre wenn.... :(

17.02.2019 Kommentar von Bella:

suizidalem Verhalten geht ja in der Regel depressives voran.
Bei bestimmten Erkrankungen ist das Suizidrisiko höher als bei anderen, oder aber auch wenn man schon Selbstmordversuche hinter sich hat.

Da ich schon suizidal war und auch schon mehrere Versuche hinter mir habe, weiß ich, dass ich da ganz schlimm depressiv war.

Man steht selten auf, hat Suizidgedanken und sagt sich, heute springe ich mal aus dem Fenster oder esse 50 Betabklocker..

Ich war völlig depressiv und antrieblos, hatte keine Lebensfreude mehr und keine Lust auf nichts. Ich wollte hauptsächlich meine Ruhe haben, wenn es dann nur durch den Tid ging, okay dachte ich mir, dann eben so.

Wenn man ernsthafte Suizidversuche unternimmt, muss man damit rechnen, dass es klappt. Bis man wirklich mit allem abgeschlossen hat, das ist schon ein längerer Weg.

Da ich da Vorerfahrungen habe, bin ich schneller mit den Gedanken dabei mir zu sagen, vielleicht will ich das alles nicht mehr, mach leiber Schluss, bevor man sich emotional nochmal sowas antut und durchlebt, das wird nichts mehr, du bist für dieses Leben nicht gemacht...usw..

Bis ich dann aber wirklich soweit bin, es auch zu tun, da vergeht noch etwas Zeit und muss es mir auch schlechter gehen...es ist ein langsamer Prozess, bei mir eben..

Ich war letztes Jahr als gar nichts mehr ging dann bei meinem Hausarzt und habe ihm gesagt, er soll mir Tbl verschreiben, weil ich Selbstmordgedanken habe und für nichts garantieren kann.

Ich bin jetzt überhaupt nicht akut suizidal und auch ein sehr lebensfroher Mensch ansonsten, habe aber einen sehr schlechten Umgang mit mir.

Mein Körper soll funktionieren und aussehen, wie ich das will. Der soll nihcts müde werden,wenn ich es nihct gebrauchen kann.

Ich gehe auch gesundheitlich schlecht mit mir um.

Durch meine Unverträglihkeiten darf ich vieles nicht essen und dann esse ich tagelang fast nichts, dann haue ich mir alles rein, was ich will aber nichts darf. Und weil ich dann Angst habe auch nur ein halbes Kilo zu zunehmen, esse ich abends eine Schilddrüsentablette mehr nach Fresstagen...

Ich lass mein Herz nichts behandeln, obwohl ich weiß, dass die Tachycardien sehr ungesund für mich sind.

Mein Psychiater hat mich jetzt so zur sau gemacht, dass mir das alles überhaupt erst so richtig bewusst wurde. Ich habe nach seinem Vortrag und Mamas Vortrag (ich habe ihr nie gesagt, dass ich zwei insuffiziente KLappen habe und einen Herzpass besitze) einen Termin bei ihr in der Praxis zum LZ-EKG gemacht und werde wohl bald mit Betablockern anfangen (obwohl ich manchmal auch Angst habe, wenn ich die im Haus habe, dass ich in schlechten Phasen mal alle essen könnte) und ich habe auch wieder einen Termin zum Herzecho gemacht, habe ich letztes Jahr versäumt eine Kontrolle zu machen.

Mein Psychiater sagt, dass es zwar dauert seine Klappen endgültig zu ruinieren und ich an anderen Symptomen schneller sehe, dass mein Körper bei meinem Verhalten anfaängt zu streiken, aber wenn sie hinüber sind, ich neue kriege und eine riesen Narbe am Dekoltée bekomme und es danach mit Sport und Leistungsfähigkeit nicht mehr so sein muss....

Ob das zu vorsuizidalem Verhalten zählt, keine Ahnung, aber es kann dahin führen...

Allein die Auseinandersetzung mit dem Thema "was ist, wenn ich mal nicht mehr bin" halte ich nicht für den Auftakt in so eine Phase mit Suizidgedanken und Verhalten, es zeigt vielleicht mehr die Angst vor dem Tod. Ich finde es wichtig, sich mit allem auseinander zu setzen, dazu gehört der Tod auch dazu.

Ich habe z.B. noch so leicht Zwangsgedanken, dass ich nicht so gerne irgendwo hoch gehe, weil ich es nicht mag und Angst habe, da runter zu fallen. Noch mehr Angst habe ich, dass ich das Bedürfnis habe da runter zu springen.

Ich hatte auch mal Angst, dass ich wenn ich mit meinem Sohn irgendwo hoch gehe, er runter fallen könnten oder ich ihn runter stoße (würde ich im Leben nicht tun) bevor es von selbst passiert....

Ich habe das Gefühl irgendwas zieht mich immer runter, wenn ich weit oben bin. also vermeide ich sowas eben. Oder ich gehe hoch und wenn ich zu nah am Geländer bin und das Gefühl spüre, ich könnte springen wollen, dann gehe ich wieder zurück. Dann ist der Gedanke vorbei und mir geht es besser.

Ich würde niemals jemanden runter stoßen und ob ich selber springen würde, weiß ich nicht. An Klippen würde ich nicht gehen, dass ist für mich der Horror und auf der Roßtrappe musste mein Sohn die ganzen zeit an meiner Hand gehen und nicht zu nah an den Abgrund, sonst dreh ich durch.

Feigheit

08.02.2019 Kommentar von GOTTESKIND:

Ich weiß eigentlich seit dem Exit meiner Frau, dass ich mit meinen drei Söhnen nicht mehr so richtig Schwung in mein Leben bekommen kann. Diesen Schwung brauche ich aber. Schließlich war ich immer irgendwie der Macher. Und nun kann ich in meiner Existenz noch nicht einmal mehr einen Sinn erkennen. Ich spüre das Alter, sehe, dass viele Dinge mir nicht mehr so von der Hand gehen. Auch brauche ich eigentlich (etwas) Hilfe bei vielen Verrichtungen. Doch die Frau, für die ich etwa 35 Jahre lang immer da war, die hat plötzlich in sich den Wunsch verspürt, "etwas mehr vom Leben zu haben".

Mir stellt sich täglich diese Frage:

Soll ich jammern? Soll ich eine unerwartete Lösung suchen>?Oder soll ich mich einfach wegwerfen, damit all die quälenden Fragen nicht mehr auf mich einprasseln. Ich nehme an, das alles wirkt ziemlich oberflächlich. Es nagt aber an mir, und ich denke, daraus kann ich eine Legitimation für diese Zeilen ableiten?

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