Suizid / Selbstmord Faktoren

Psychische Erkrankung - Selbsttötung - Freitod

Mögliche Auslöser

Auf dieser Seite finden Sie mögliche Auslöser für einen Selbstmord (-Versuch). Besondere Umstände, Situationen, Kontexte können den Gedanken (und die Umsetzung), einen Selbstmord für ein probates Mittel zu halten, auslösen bzw. erhöhen.

Häufige Suizid-Prädiktoren:

Suizidfaktoren bei Älteren: Depression ist eher nicht der Grund

24.05.2014 Gesundheit, Geld- und Familienprobleme - nicht Depression - sind die Hauptfaktoren, die Gedanken an Tod und Suizid bei älteren Menschen auslösen, sagt eine akuelle Studie.

Frühere Forschungsergebnisse haben auf Depressionen als die Hauptursache für Selbstmord unter Senioren gewiesen. Jedoch, die aktuelle Studie mit beinahe 3.500 New York City Bewohnern im Alter von 65 bis 75, stellte fest, dass andere Faktoren als Depression verantwortlich waren (für 75% der Zeit, in der es zu Gedanken an Tod und Suizid kam).

"Wir fragten diesen Bevölkerungsteil direkt, warum sie Gedanken an Selbstmord und den Tod hatten, und die Antworten widersprachen den letzten Studienbefunden - die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer sagte, dass andere Faktoren als Depressionen, wie

diese Gedanken hervorriefen", sagte Dr. Gary Kennedy, Direktor für Geriatriepsychiatrie am Montefiore Medical Center in New York City.

"Die gegenwärtige Suizidprophylaxe-Intervention richtet sich im Wesentlichen darauf, Depression zu behandeln. Diese unerwarteten Befunde legen aber nahe, dass die Anstrengungen bei der Prävention aufgefächert werden müss, um die hohe Suizidrate unter älteren Menschen zu reduzieren", fügte Kennedy hinzu, der auch Professor für Psychiatrie und Verhaltensforschungen am Albert Einstein College der Medizin an der Yeshiva University ist.

Die Befunde, der von den U.S. National Institutes of Health geförderten Studie, wurden vor kurzem beim jährlichen Treffen der American Association for Geriatric Psychiatry vorgelegt.

© PSYLEX.de - Quelle: American Association for Geriatric Psychiatry, Mai 2014

Schlaflosigkeit: Risikofaktor für Suizidalität?

07.07.2014 Selbstmorde werden am wahrscheinlichsten während der dunklen Stunden zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang begangen, sagt eine neue Studie.

Schlafstörungen

Die Forscher weisen auf die wichtigen Auswirkungen für Menschen mit chronischer Schlaflosigkeit (länger als drei Monate) hin. Diese Schlafstörungen betreffen etwa 10 Prozent der Erwachsenen. So könne die Behandlung solcher Schlaflosigkeit helfen, das Selbstmordrisiko zu senken.

"Dies scheinen die ersten Daten zu sein, die nahelegen, dass zyklische Faktoren zur Suizidalität beitragen und erklären könnten, warum Schlaflosigkeit auch ein Risikofaktor für Suizidgedanken und -verhalten ist", führte der Forscher Michael Perlis von der Universität von Pennsylvania in Philadelphia aus.

"Diese Ergebnisse sagen nicht nur, dass Alpträume und Schlaflosigkeit bedeutende Risikofaktoren für Suizidverhalten und -gedanken sind, sondern auch: nachts wach zu sein, könnte in sich schon ein Risikofaktor für Selbstmord sein", sagte er.

Suizidalität - nachts am höchsten
Bild: Gerd Altmann

Obwohl vorherige Studien herausgefunden haben, dass Selbstmorde häufiger am Tag auftreten, wiesen die Forscher darauf hin, dass diese Studien nicht das Verhältnis berücksichtigten (nämlich die unterschiedliche Anzahl der Personen, die tagsüber wach sind).

Mit Hilfe des National Violent Death Reporting System waren die Forscher in der Lage, die geschätzten Zeiten der Selbstmorde zu analysieren. Sie erhielten auch Informationen von der American Time Use Survey über den Anteil der US-Amerikaner, die zu den betreffenden Stunden wach waren.

Die Zeiten, zu denen Selbstmorde auftraten, wurden in Ein-Stunden-Gruppen gegliedert, gewichtet durch die Proportion der Menschen, die zu dieser Zeit wach waren.

Am häufigsten zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens

Nach der Analyse von 35.000 Suiziden fanden die Forscher heraus, dass die Selbstmordhäufigkeit zwischen Mitternacht und 5:59 morgens 3,6-mal höher als erwartet ausfiel.

Die Studie ergab, dass die mittlere Suizidrate 10,27 Prozent pro Stunde nach Mitternacht betrug. Sie erreichte den Höchststand zwischen zwei und drei morgens mit 16,27 Prozent. Während des Tages lag die mittlere Selbstmordrate pro Stunde bei 2,13 Prozent.

Die Studie wurde in der Zeitschrift Sleep und beim jährlichen Meeting der Associated Professional Sleep Societies in Minneapolis, USA, präsentiert.

© PSYLEX.de - Quelle: Universität von Pennsylvania/Sleep, Juli 2014

Arztsuizid - Drei Hauptfaktoren

04.09.2014 Eine neue Analyse fand eine erstaunlich hohe Suizidalität bei Ärzten in den folgenden Kategorien: Ärzte, die für ihren Beruf ungeeignet zu sein scheinen; Mediziner, die eine Praxis allein betreiben und/oder jene, die Benzodiazepin-Medikamente (Beruhigungsmittel, Anxiolytika) einnehmen.

Rate

Die Analyse - erschienen in der Zeitschrift General Hospital Psychiatry - stellte fest, dass sieben von 141 Tennessee (USA) Ärzten (durchschnittliches Alter 51) einen Suizidversuch hinter sich und fünf sich suizidiert hatten - eine Rate, die 175-mal höher als die in der Allgemein-Bevölkerung von Tennessee ist (0,02 Prozent). Anm.: Auch in Deutschland ist die Suizidrate unter Ärzten am höchsten. Verglichen mit anderen Berufen liegt sie sehr viel höher (bei Ärztinnen ist sie noch stärker ausgeprägt).

Ärzte

3 Hauptfaktoren

"Der mit dem Arztberuf verbundene extreme Stress und die relativ hohen Raten suizidalen Verhaltens zeigen die Wichtigkeit die Ärzte mit einem hohen Risiko zu identifizieren", sagte er.

Bei drei der fünf Ärzten, die Selbstmord begingen, waren hinsichtlich ihrer Verschreibungen Ermittlungen angestellt worden.

Benzodiazepine

"Das legt nahe, dass die Benzodiazepin-einnehmenden Ärzte sich die Medikamente selbst verschrieben und auch eher öfter ihren Patienten verordneten, und so zum epidemischen Medikamentenmissbrauch beitrugen."

Finlayson sagte, dass bei der näheren Untersuchung der Interviews und umfangreichen Tests mit diesen Ärzten (die sich später selbst umbrachten) nur wenig auf suizidales Verhalten deutete.

"Unsere nächsten Schritte sind, Wege auszuprobieren und vorherzusagen, ob ein Arzt versuchen wird, sich zu suizidieren", sagte er.

"Es mag ein wenig verfrüht sein, aber das nächste Mal, wenn ich einen Arzt beurteile - der Benzodiazepine nimmt - werde ich mich mehr anstrengen, sie in ein Entgiftungsprogramm zu bekommen. Der Gebrauch von Benzodiazepinen scheint ein wichtiger Risikofaktor für Selbstmord zu sein."

© PSYLEX.de - Quelle: Quelle: Vanderbilt Universität / General Hospital Psychiatry, August 2014

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