Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen:
Künstliche Beatmung

Psychische Gesundheit, Krankheit - Ursachen

28.03.2014 Schwerverletzte bzw. erkrankte Menschen, die langfristig im Krankenhaus gelegen haben und künstlich beatmet wurden, zeigen später oftmals schwere psychische Probleme.

Psychiatrische Probleme nach Krankenhausaufenthalt

Die bislang größte Studie auf diesem Gebiet, vom Forscher Henrik Toft Sørensen von der Aarhus Universität in Dänemark, untersuchte die psychiatrischen Probleme von 24.179 künstlich beatmeten Patienten (2006-2008) vor und nach ihrer Behandlung.

Die Ergebnisse zeigten, dass es zu vermehrten Auftreten von Ängsten (bzw. Angststörungen ... vor allem über Posttraumatische Belastungsstörung - PTBS), Depression und Schlaflosigkeit kam, nachdem die künstlich beatmeten Patienten aus dem Krankenhaus entlassen worden waren.

"Etwa 13 Prozent der Patienten an der Beatmungsmaschine - also etwa jeder siebente - bekam Psychopharmaka in den ersten drei Monaten nach der Entlassung."


"Wir wussten zwar, dass es ein erhöhtes Risiko gibt, aber wir hatten nicht erwartet, dass die Zahl so hoch ist", sagte Sørensen.

Beatmungsgerät / Respirator

"Zum Vergleich: nur etwa fünf Prozent der Patienten, die nicht mechanisch beatmet worden waren, erhielten nach der Krankenhausentlassung Psychopharmaka gegen psychische Probleme."

Die Medikamente waren normalerweise Schlafmittel, angstlösende Medikamente oder Antidepressiva (Psychopharmaka).

Ein halbes Prozent der künstlich Beatmeten hatte so schwerwiegende psychologische Probleme, dass sie eine psychiatrische Diagnose innerhalb der ersten drei Monate nach der Krankenhausentlassung erhielten.

Sørensen glaubt, dass es einen beträchtlichen Bedarf hinsichtlich der Prävention und Behandlung von psychologischen Problemen bei Patienten gibt, die lebensbedrohliche Erkrankungen (und vor allem eine künstliche Beatmung) hinter sich haben.

Quelle: Aarhus Universität

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