Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen:
Yoga

Klinische Psychologie - psychische Krankheitsbilder

Yoga ist hilfreich bei psychiatrischen Krankheiten

28.01.2013 Yoga hilft, Symptome mehrerer verschiedener psychischer Erkrankungen zu lindern laut einer neuen Studie. Forscher stellten die Befunde von 16 signifikanten Studien zusammen, die die Wirkungen von Yoga auf psychische Störungen prüften.

Yoga bei psychischen Krankheiten
Inder beim Yoga Asana 1688

Die Ergebnisse zeigten, dass Yoga positive Wirkungen auf Menschen mit Depressionen oder Schlafprobleme anbieten kann, selbst wenn sie keine Medikamente nehmen. Aber es zeigten sich auch positive Wirkungen bei Personen mit Schizophrenie oder mit Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die Medikamente einnahmen.

Kein Nutzen wurde jedoch für Personen mit Ess- oder kognitiven Störungen gefunden.

In einer Studie mit 69 älteren Erwachsenen mit leichter Depression reduzierten wöchentliche Yogasitzungen nach sechs Monaten die Depression um 40 Prozent. Eine Vergleichsgruppe mit Erwachsenen, die kein Yoga ausübten, und eine Gruppe, die eine Form von Ayurveda praktizierte, zeigten keine Änderungen bei Depressionsscores (in den Tests).

Yoga verbesserte Schlafqualität

In einer anderen Studie verbesserten sieben Wochen Yoga die Schlafqualität und reduzierten den Bedarf nach Schlafhilfen bei 39 Erwachsenen, die unter Schlaflosigkeit litten, als sie sich einer Chemotherapie unterzogen. Personen, die die Yogasitzungen (Kontrollgruppe) nicht mitmachten, zeigten keine Verbesserung bezüglich ihres Schlafs.

Grosse Wirkung auf die psychische Gesundheit

"Wenn die Auswirkungen von Yoga auf die psychische Gesundheit bzw. auf psychische Krankheiten mit einem Medikament schluckbar wären, es wäre das bestverkaufte Medikament weltweit", sagte Studienforscher Dr. P. Murali Doraiswamy, Professor der Psychiatrie und Medizin am Duke University Medical Center.
Quelle: Frontiers in Psychiatry, Jan. 2013

Hilfreich bei psychischen Störungen?

11.03.2016 Eine in der Zeitschrift Trauma, Violence, & Abuse erschienene Studie der Universität North Carolina (Chapel Hill) untersuchte, ob Yoga bei psychischen Erkrankungen - wie Depression, Angststörungen und posttraumatischer Belastungsstörung - helfen kann.

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Bild: Gerd Altmann

D.h., könnte diese Intervention als alleinstehende Form der Psychotherapie eingesetzt werden? Für ihre Studie analysierten Studienautorin Rebecca Macy und ihre Kollegen 185 Forschungsartikel, die zwischen 2000 und 2013 veröffentlicht wurden.

Insgesamt fanden die Forscher, dass Yoga potenziell bei Angststörungen, Depression, PTBS bzw. den psychologischen Folgen eines Traumas zumindest kurzfristig hilfreich ist und etablierte Therapieformen unterstützen könnte.

"Auch wenn ich denke, dass Yoga generell unglaublich heilsam ist, bedarf es doch viel mehr Wissens darüber, wie man Yoga spezifisch anwendet, um Patienten mit Traumaerfahrungen wirksam behandeln zu können", sagte Koautorin Leslie Roach, zertifizierte Yoga-Lehrerin und Massage-Therapeutin.

Aber als eigenständige Psychotherapieform ist sie derzeit einfach nicht realisierbar, sagte sie. "Jedoch denke ich, mit besseren Ausbildungen, mehr Forschungsstudien und erfahreneren Lehrern, könnte es möglich werden."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität North Carolina, Trauma, Violence, & Abuse; März 2016

Hatha- bzw. körperorientiertes Yoga hilft bei psychischen Erkrankungen

04.04.2016 Eine in der Zeitschrift Deutsches Ärzteblatt International veröffentlichte Studie des Universitätsklinikums Jena bestätigt frühere Forschungsarbeiten, dass Yoga wirksam bei der Behandlung psychischer Erkrankungen ist.

Die Forscher analysierten die Daten aus 25 randomisierten, kontrollierten Studien mit 1.339 Patienten, bei denen Hatha-Yoga oder Yoga mit Körper- und Atemübungen zum Einsatz kam.

Bei den Teilnehmern dieser Studien waren u.a. Schizophrenie, Depression, Substanzabhängigkeiten, Angst- und andere psychische Störungen diagnostiziert worden.

Die Patienten wurden gruppenweise von einem Yoga-Lehrer unterrichtet, wobei sie normalerweise ihre Medikamente weiter einnahmen oder ihre sonstigen Therapien weiterhin aufsuchten. Bei einigen Studien erfolgte die Yoga-Intervention auch allein; stets wurde aber mit Kontrollgruppen verglichen, die stattdesssen an Sport- oder Aufmerksamkeitsübungen oder Psychotherapiesitzungen teilnahmen, sagte Autorin Dr. Jenny Rosendahl.

Wirksamkeit

Laut den Befunden zeigte sich eine deutliche Wirkung des körperbetonten Yogas bei der Symptomreduktion im Vergleich zu den Kontrollgruppen. Yoga war leicht wirksamer als Sport oder die Übungen zur Aufmerksamkeitskontrolle. Wurde es begleitend zur medikamentösen Behandlung eingesetzt, erwies es sich als etwa gleich effektiv wie Psychotherapie.

Einige Faktoren müssen aber noch abgeklärt werden, sagt Rosendahl. So verringerte sich die Wirkung in jüngeren Forschungsarbeiten, und sich nicht in Behandlung befindende Teilnehmer konnten mehr von den Yoga-Übungen profitieren als sich in Behandlung befindende Patienten (möglicherweise scheint die Wirksamkeit abhängig von der Schwere der Erkrankung zu sein).
Auch zeigten die beobachteten Effekte für die störungsspezifischen Symptome eine "substanzielle Heterogenität".

Rosendahl schließt: "Körperorientiertes Yoga sollte als ergänzende Behandlungsmöglichkeit bei psychischen Störungen in Betracht gezogen werden". Die Befunde zeigen, dass es "störungsspezifische Symptome" verringern und psychisches Wohlbefinden sowie die Lebensqualität verbessern kann.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Uniklinikum Jena, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Deutsches Ärzteblatt International (doi: 10.3238.arztebl.2016.0195); April 2016

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