Kontrollzwang

Zwangsstörungen - Impulskontrollverlust

Definition: Zwanghaftes Kontrollieren bzw. Kontrollzwang

Kontrollrituale können das Ergebnis aller Arten von Zwängen sein, einschließlich der Angst vor versehentlicher oder impulsiver Beschädigung / Gefährdung oder sexueller Besessenheit.

Der Zweck der zwanghaften Kontrolle besteht darin, die mit der Unsicherheit oder den Zweifeln der befürchteten Folgen - für sich selbst oder andere - verbundenen Ängste zu verringern. Bei einem Kontrollzwang könnte z.B. dauernd überprüft werden, ob die Tür verschlossen ist, um sicher zu gehen, dass niemand einbricht.


Bild: Gert Altmann

Während einige Kontrollzwänge durch bestimmte Situationen (z.B. das Verlassen des Hauses) und Hinweisreize (z.B. Lichtschalter) ausgelöst werden, werden sie in anderen Fällen als Reaktion auf zufällige Gedanken durchgeführt, die einfach in den Sinn kommen und als gefährlich angesehen werden. Menschen mit dieser Art von Zwangsgedanken können glauben, dass ein schlimmes Ereignis eher eintritt, wenn sie daran denken.

Kontrollzwänge treten also auf, wenn jemand intrusive (aufdringliche) Gedanken, Ängste oder Bedenken (Obsessionen) hat, die Zweifel und Unsicherheit darüber auslösen, dass Gegenstände möglicherweise nicht dort sind, wo sie sein sollten, dass Licht oder Geräte angelassen wurden, dass Türen nicht geschlossen wurden, dass E-Mails oder Textnachrichten mit Fehlern geschrieben wurden usw.

Als Folge dieser obsessiven Ängste verspüren Menschen, die unter einem Kontrollzwang leiden, das Bedürfnis, zwanghaftes Verhalten zu zeigen und zu "überprüfen", um sicherzustellen, dass die Gegenstände, um die es geht, am richtigen Ort gelassen wurden, dass Geräte oder Lampen ausgeschaltet sind, dass E-Mails korrekt geschrieben wurden, oder dass sie das Richtige gesagt haben usw.

Arten / Liste von Kontrollzwängen

Kognitive Therapie bei Zwangsstörung mit Kontrollzwängen: Eine Pilotstudie

09.02.2020 Adam S.Radomsky vom Fachbereich Psychologie der Concordia Universität, Montreal, und Kollegen evaluierten eine neuartige, empirisch basierte kognitive Therapie für die Behandlung von Kontrollzwang - eine häufige Form der Zwangsstörung.

Zwölf Erwachsene absolvierten 12 Sitzungen der kognitiven Therapie. Es zeigte sich eine signifikante Verringerung der zwanghaften Symptome nach der Behandlung - im Vergleich zu Ausgangslinie - sowie vor der Behandlung bis zur 6-monatigen Nachbeobachtung (mittlere bis große Wirksamkeit).

Die Teilnehmer zeigten eine hohe Akzeptanz der Behandlung nach der dritten Sitzung, die auch nach der Behandlung beibehalten wurde.

Diese Pilotstudie bietet eine erste Unterstützung für die Behandlung von Kontrollzwang mit diesem neuartigen kognitiven Ansatz, schließen die Studienautoren in Psychiatry Research. Randomisierte Studien sollen nun folgen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Psychiatry Research - https://doi.org/10.1016/j.psychres.2020.112850

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