Zwangsstörungen bei Müttern

Neue Mütter haben eine viel höhere Rate von Symptomen einer Zwangsstörung als andere Menschen

12.03.2013 Neue Mütter haben eine viel höhere Rate von Symptomen einer Zwangsstörung als andere Menschen, und diese Symptome fokussieren sich auf das Wohl ihres Babys, sagt eine neue Studie.

Sorge und Beunruhigung

Zum Beispiel kann sich eine Mutter andauernd

laut den Studienautoren.

11 % hatten Symptome

Die Forscher begutachteten Hunderte neuer Mütter und fanden, dass 11 Prozent von ihnen bedeutende Symptome einer Zwangsstörung nach zwei Wochen und sechs Monaten nach der Geburt hatten. Die Rate in der allgemeinen Bevölkerung liegt bei 2-3 Prozent.

Diese Symptome sind normalerweise temporär und könnten sich aus hormonalen Änderungen ergeben, oder könnten eine angepasste Reaktion darauf sein, sich um ein Neugeborenes richtig zu kümmern, schlagen die Autoren vor.

Sie stellten fest, dass etwa 50 Prozent der Frauen nach sechs Monaten von einer Verbesserung bezüglich ihrer Symptome berichteten. Jedoch entwickelten einige Frauen ihre Zwangsstörungssymptome erst nach sechs Monaten, obwohl sie keine nach zwei Wochen hatten.

Einige Sorgen sind adäquat

"Es kann sein, dass bestimmte Formen fixer Ideen und Zwänge anpassungsfähig und angemessen bei neuen Müttern sind, zum Beispiel jene hinsichtlich Reinlichkeit und Hygiene", sagte Studienautorin Dr. Dana Gossett, Chefin und Dozentin der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Northwestern-Universität Feinberg, medizinische Fakultät und Ärztin im Northwestern Memorial Hospital.

Aber, wenn sich diese Symptome in den normalen Alltag einmischen, könnten sie auf ein psychisches Problem hinweisen, sagen die Forscher.

Symptome einer Depression

Etwa 70 Prozent der Frauen mit diesen Symptomen hatten auch Depressionssymptome. Dies zeigt, dass eine Zwangsstörung bei neuen Müttern eine deutliche psychische Störung darstellt, sagte Hauptautorin Dr. Emily Miller.

"Es gibt eine Debatte, ob postpartale Depression einfach eine depressive Episode ist, die nach der Geburt auftritt oder eine eigene Krankheit mit ihren eigenen Merkmalen darstellt", sagte Miller in einer Pressemitteilung. "Unsere Studie unterstützt die Idee, dass es eine eigene Krankheit sein könnte, mit mehr Symptomen von Angst und einer Zwangsstörung, als es für eine größere depressive Episode typisch wäre." Journal of Reproductive Medicine.

Hohe Prävalenz und Inzidenz von Zwangsstörungen bei Frauen während der Schwangerschaft und im Wochenbett

26.03.2021 Zwangsstörungen bei Müttern, die vor kurzem entbunden haben, sind häufiger als bisher angenommen, und dies kann zu einem großen Teil auf Gedanken an mögliche Verletzungen / Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Baby zurückgeführt werden, zeigt eine im Journal of Clinical Psychiatry veröffentlichte Studie.

Die Forscher fanden auch heraus, dass Zwangsstörungen unerkannt bleiben können, wenn 'frischgebackene' Eltern nicht speziell nach Verletzungen / Erkrankungen im Zusammenhang mit dem Säugling gefragt werden.

Diagnosekriterien, Auftreten

Die Studie schätzt, dass acht Prozent der Frauen nach der Geburt zu irgendeinem Zeitpunkt während der Schwangerschaft Symptome aufweisen, die die Kriterien für eine Diagnose von Zwangsstörungen erfüllen, und 17 Prozent weisen dies in den 38 Wochen nach der Entbindung auf. Frühere Untersuchungen hatten die Prävalenz von Zwangsstörungen auf etwa 2,2 Prozent während der Schwangerschaft und nach der Geburt geschätzt.

Die Studie benutzte die neuen aktualisierten Kriterien für die Diagnose von Zwangserkrankungen, die die Schwelle für eine Diagnose etwas senken.

Die Forscher glauben jedoch auch, dass sie mehr Zwangsstörungen aufgedeckt haben, indem sie die richtigen Fragen stellten. Neue Mütter scheinen ihre kindbezogenen Gedanken in den Standardfragen, die bei Zwangsstörungsuntersuchungen gestellt werden, nicht zu erkennen. Durch die Einbeziehung spezifischer Fragen zur Gesundheit des Babys waren die Forscher besser in der Lage, Zwangssymptome aufzudecken.

Zeitpunkt des Auftretens von Zwangssymptomen

Nichole Fairbrother von der University of British Columbia und ihr Team befragten 580 Frauen in British Columbia während ihres dritten Schwangerschaftsdrittels und sechs Monate lang danach. Die Teilnehmerinnen füllten Online-Fragebogen und Interviews aus, um das Vorhandensein und den Schweregrad von Zwangssymptomen zu erfassen.

Die Prävalenz von Zwangsstörungen bei frischgebackenen Müttern erreichte etwa acht Wochen nach der Entbindung mit fast neun Prozent ihren Höhepunkt.

Die Studiendaten deuten darauf hin, dass sich die Zwangsstörung bei einigen Frauen auf natürliche Weise auflöst, wenn sie sich an die Elternschaft gewöhnt haben, bei anderen jedoch fortbesteht und möglicherweise behandelt werden muss.

Für das Gesundheitsdienstleister ist es wichtig zu wissen, wann die Frauen am meisten gefährdet sind, da sie möglicherweise zögern, ihre Symptome zu melden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Clinical Psychiatry - DOI: 10.4088/JCP.20m13398

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