Zwangsstörung und Perfektionismus

Psychische Störungen - Krankheitsbilder

Zusammenhang zwischen Perfektionismus bei Heranwachsenden und erhöhtem Risiko für Zwangsstörungen

21.07.2018 Eine im Fachblatt JAMA Psychiatry veröffentlichte Studie konnte einen Zusammenhang bei Kindern zwischen der Tendenz zum Perfektionismus und übermäßiger Selbstkontrolle, und dem Risiko für die Entwicklung einer Zwangsstörung beobachten.

Kirsten E. Gilbert von der Washington Universität und Kollegen schrieben 292 Kinder im Alter von 4 und 5 Jahren in die Studie ein. In den darauffolgenden 12 Jahren entwickelten 35 Kinder eine Zwangserkrankung.

Selbstkontrolle und Perfektionismus

Bei Kindern, bei denen die Forscher eine übermäßige Ausprägung von Selbstkontrolle und Perfektionismus feststellten, war die Diagnose dieser Störung doppelt so wahrscheinlich wie bei denen, die sich nicht so sehr um die absolut korrekte Ausführung einer Aufgabe kümmerten.

Gilbert und ihre Kollegen hatten das Verhalten der Kinder in Videos bei dem Versuch aufgezeichnet und bewertet, perfekte Kreise zu zeichnen.


Bild: Anteriorer cingulärer Cortex (orange)

Einige Kinder waren sehr selbstkritisch, sagte Gilbert. Dieser übertriebene Perfektionismus war der stärkste Prädiktor für eine Zwangskrankheit später.

Gyrus Cinguli

In den nächsten 10 bis 12 Jahren wurden bei 152 der Kinder eine Serie von drei MRT-Hirnscans gemacht. Die Forscher fanden heraus, dass diejenigen, die sich während der Kreisaufgabe ausgeprägt perfektionistisch verhielten, auch kleinere Volumina einer Gehirnstruktur hatten, die als anteriorer cingulärer Cortex (oder vorderer Gyrus cinguli) bezeichnet wird - ein anatomisches Merkmal im Gehirn, das bereits zuvor mit Zwangserkrankungen bei Erwachsenen in Verbindung gebracht wurde.

Die Wissenschaftler erklären, dass eines der Hauptprobleme, die den obsessiven Gedanken und zwanghaften Verhaltensweisen bei Zwangsstörungen zugrundeliegen, ein Defizit an kognitiver Kontrolle ist, insbesondere spiele dabei der vordere cinguläre Cortex eine Rolle.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Psychiatry - doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.1805

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