Die Gene und die Alkoholabhängigkeit

Suchtkrankheiten - Alkoholismus

Genetische Verbindungen zwischen Alkoholismus und psychischen Erkrankungen

24.12.2018 In der bislang größten Studie zu den genetischen Faktoren im Zusammenhang mit der Anfälligkeit für Alkoholabhängigkeit bestätigte ein internationales Forscherteam ein wohlbekanntes Risiko-Gen für Alkoholismus, und sie konnten auch viele andere Gene mit dem Risiko für die Alkoholsucht in Verbindung bringen.

Darüber hinaus verknüpfte die Studie genetische Faktoren, die mit der Anfälligkeit für Alkoholprobleme verbunden sind, mit anderen psychischen Störungen, wie z.B. Depression, und zeigte, dass sich die mit dem 'normalen' Alkoholkonsum verbundenen genetischen Faktoren manchmal von denen unterscheiden, die mit der Alkoholabhängigkeit verknüpft sind.

Genetische Faktoren für die Anfälligkeit für Abhängigkeit

frau trinkt alkohol
Bild: pixabay

Mit anderen Worten, zumindest auf genetischer Ebene gibt es einen Unterschied zwischen dem einfachen Trinken von Alkohol (auch in großen Mengen) und der Abhängigkeit von dieser Droge.

Die neue Analyse der Arbeitsgruppe Substance Use Disorders des Psychiatric Genomics Consortium ergänzt das aktuelle Wissen über den Alkoholismus, eine komplexe Erkrankung, die durch Gene, Umwelt (vor allem psychogische Faktoren) und deren Wechselwirkungen beeinflusst wird.

Das Gen, das eindeutig mit dem Risiko für Alkoholabhängigkeit in Verbindung gebracht wurde, reguliert, wie schnell der Körper Alkohol metabolisiert. Die Effekte anderer Gene waren nicht groß genug, um individuell eine statistische Signifikanz zu erreichen (obwohl diese Studie mehr als 50.000 Menschen umfasste); doch ihre kombinierten Effekte waren signifikant.

ADH1B

Das Gen ADH1B steuert, wie der Körper Alkohol in eine Substanz namens Acetaldehyd umwandelt. Varianten im Gen beschleunigen die Umwandlung in Acetaldehyd. Dies hat eine schützende Wirkung, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass Menschen stark trinken oder zu Alkoholikern werden. Ein neueres Medikament Disulfuram (Antabuse) wirkt an denselben Stoffwechselprozessen wie die in dieser Studie identifizierten Genvarianten.

Die Forscher fanden heraus, dass die genetischen Risikofaktoren im Zusammenhang mit der Alkoholabhängigkeit auch mit dem Risiko für andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie, ADHS und den Konsum von Zigaretten und Marihuana verbunden sind. Sie planen, diese Zusammenhänge zwischen der genetischen Anfälligkeit für Alkoholismus und dem Risiko für andere Arten von psychischen Störungen weiter zu untersuchen.

Ziel der in Nature Neuroscience veröffentlichten Studie war ein besseres Verständnis, wie Gene zu Alkoholproblemen beitragen können, um verbesserte und personalisiertere Behandlungen zu entwickeln.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Nature Neuroscience (2018). DOI: 10.1038/s41593-018-0275-1

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