Alkoholismus, Alkoholabhängigkeit: Resilienz

Resilienz verringert Gefahr für Alkoholprobleme

21.12.2016 Bestimmte Persönlichkeitszüge - wie Desinhibition (Enthemmung: ein Mangel an Selbstbeherrschung) und Impulsivität - vergrößern das Risiko für Alkoholmissbrauch bzw. Alkoholprobleme.

Persönlichkeitsfaktoren, die vor Alkoholproblemen schützen können

Andererseits können bestimmte Charakterzüge wie ein geringer Neurotizismus und eine hohe Gewissenhaftigkeit zur Resilienz beitragen - eine Fähigkeit, sich angesichts von Widrigkeiten und Stress gut anzupassen, und die protektiv gegen Alkoholmissbrauch und Alkoholismus wirkt.

mann trinkt
Bild: Markgraf-Ave

Die im Fachblatt Alcoholism: Clinical and Experimental Research veröffentlichte Studie untersuchte die Beziehung zwischen Resilienz und Alkoholstörungen, und wie Genetik und die Umgebung diese Beziehung beeinflussen können.

Die Psychologinnen Elizabeth C. Long von der Virginia Commonwealth Universität, Sara L. Lönn von der Lund Universität und Kollegen werteten persönliche Befragungen aus, um die Resilienz (psychische Widerstandsfähigkeit) von 1.653.721 schwedischen Männern im Alter zwischen 17 und 25 Jahre zu bewerten, und erfassten die Alkoholprobleme über medizinische, juristische und Apotheken-Datenbanken.

Dosis-Wirkungs-Beziehung

Die Ergebnisse zeigten, dass Resilienz außerordentlich die Gefahr reduzierte, eine Alkoholmissbrauchsstörung zu entwickeln. Der lineare Effekt durch logistische Regression zeigte, dass ein 1-Punkt-Anstieg der Resilienzskala mit einer 29%-igen Abnahme der Rate von Alkoholstörungen verbunden war.

Alle fünf Faktoren, die die Resilienz beeinflussten:

reduzierten die Gefahr für problematischen Alkoholkonsum, wobei die soziale Entwicklung den stärksten Effekt hatte.

Auch konnte die Beziehung zwischen Resilienz und der Entwicklung von Alkoholproblemen größtenteils der Überschneidung genetischer und gemeinsamer Umweltfaktoren zugeschrieben werden. Diese Befunde legen nahe, dass die Beziehung zwischen Resilienz und Alkoholabhängigkeit nicht eine kausale ist, sondern besser durch gemeinsame genetische und Umwelteinflüsse auf das Trinkverhalten besser erklärt werden kann.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Virginia Commonwealth Universität, Alcoholism: Clinical and Experimental Research - DOI: 10.1111/acer.13274; Dez. 2016

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