Marihuana (Cannabis) und Alkohol

Drogen

Forschung und News zu den Wechselwirkungen von Alkohol / Cannabis Mischkonsum sowie zu den Folgen bzw. Auswirkungen.

Marihuana, um Alkoholmissbrauch zu kontrollieren

Eine neue Forschungsstudie hat untersucht was passiert, wenn Cannabis zur Behandlung von schwerem Alkoholismus eingesetzt wird.

Der Forschungsbericht wurde in BioMed Central's Harm Reduction Journal veröffentlicht und fand in einer Meinungsumfrage heraus, dass von 350 Cannabisbenutzern 40 Prozent Cannabis verwendeten, um ihr Alkoholverlangen bzw. Alkoholsucht zu kontrollieren, 66 Prozent benutzten es als Ersatz für verschreibungspflichtige Medikamente und 26 Prozent für andere starke Drogen.

Alkohol ist schädlicher und hat mehr unerwünschte Wirkungen

Amanda Reiman führte die Studie beim UC-Berkeley Patient's Group, einer medizinischen Cannabiseinrichtung durch. Sie sagte, "Cannabis für Alkohol ersetzen ist als radikale Alkoholbehandlung beschrieben worden. Dieser Ansatz könnte benutzt werden, um schweren Alkoholmissbrauch auf den Britischen Inseln anzusprechen - die Leute könnten Cannabis, eine potentiell sichere Droge statt Alkohol benutzen, wenn es gesellschaftlich akzeptabel und verfügbar wäre, da Marihuana weniger negative Nebenwirkungen hat."

Reiman stellte fest, dass

Öffentliche Unterstützung für Marihuana nimmt zu

Reiman glaubt, dass diese Entdeckung zwei wichtige Punkte aufzeigt.

  1. Selbstbestimmung, das Recht einer Person, zu entscheiden, welche Behandlung oder Substanz am wirksamsten und am wenigsten schädlich für sie ist.
  2. Die Anerkennung, dass Ersatz eine bleibende Alternative zur Abstinenz für jene sein könnte, die nicht völlig aufhören können (oder nicht wollen), psychotrope Substanzen zu verwenden.

Über Legalisierung von Cannabis sprechend, fügte Reiman hinzu, "die ökonomische Not der Weltwirtschaftskrise half das Ende des Alkoholverbots zu bewirken. Jetzt, da wir wieder mit Konkurrenzkämpfen konfrontiert sind, schauen die USA auf Marihuana als eine potentielle Einnahmequelle.

Die öffentliche Unterstützung nimmt für die Legalisierung zu Entspannungszwecken zu und bleibt für den Gebrauch von Marihuana als Medizin hoch. Die Hoffnung ist, dass diese Interessen in gesteigerte Forschungsförderung und die Entfernung von gegenwärtigen Hindernissen umgesetzt werden, solche Forschung zu betreiben, wie der Plan I/Class B Status des Marihuanas.

Quelle: BioMed Central 2009

Alkohol vs. Marihuana: Vergleich einiger psychosozialen Nebenwirkungen

25.09.2014 Die Debatte darüber, ob Marihuana "sicherer" als andere Substanzen - und insbesondere sicherer als Alkohol - ist, hat zu einer neuen Studie geführt, die dokumentiert, wie Alkohol- und Marihuanakonsum auf das psychosoziale Wohl wirkt.

Die Forscher der New Yorker Universität veröffentlichten die Studie im American Journal of Drug and Alcohol Abuse.

Psychosoziale Erfahrungen

Es wurden 7.437 Schüler und Studenten (Altersdurchschnitt 18) zwischen 2007 und 2011 befragt, ob sie nach dem Konsum von Alkohol oder Marihuana ungünstige psychosoziale Erfahrungen machen mussten, die sich aus der Verwendung der jeweiligen Substanz ergaben.

"Fast die Hälfte der älteren Schüler hatten schon mal Marihuana konsumiert und über zwei Drittel Alkohol getrunken, aber es gibt bislang nur wenige Studien, die die direkten psychosozialen Nebenwirkungen von Alkohol und Marihuana miteinander verglichen haben", sagte Forscher Joseph J. Palamar.

Alkohol vs. Marihuana: Vergleich der psychosozialen Nebenwirkungen

Unsicheres Führen eines Fahrzeugs

Das Alarmierendste war der Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und einer unsicheren Fahrweise, besonders bei den häufigeren Trinkern: "Verglichen mit Nichttrinkern berichteten stärkere Trinker mehr als 13-mal wahrscheinlicher, dass das Trinken von Alkohol zu einem unsicheren Fahren geführt hat".

Marihuanabenutzer berichteten dreimal wahrscheinlicher über unsicheres Führen eines Fahrzeugs als direktes Ergebnis des Konsums von Cannabisprodukten.

Freundschaften, Beziehungen

Die Forscher stellten fest, dass Alkoholkonsum häufiger die Beziehungen zu Freunden und wichtigen anderen Personen (z.B. Beziehungspartner) kompromittierte; es wurde auch berichtet, dass es zu mehr Handlungen führte, die anschließend bereut wurden, besonders bei Frauen. Diese fühlten sich durch Alkohol auch emotional instabiler und konnten weniger klar denken, im Vergleich zu den Berichten der männlichen Befragten.

Marihuana gefährdete dagegen eher die Beziehungen zu Lehrern oder Betreuern, führte zu weniger Energie oder Interesse und zu einer niedrigeren Leistung in der Schule oder auf der Arbeit.

Insgesamt berichteten die Befragten über mehr negative Auswirkungen bei Alkoholkonsum, wie Reue über bestimmte Verhaltensweisen, Unfähigkeit klar zu denken, und unsicheres Fahren.

Interessanterweise berichteten die Teilnehmer aber eher nicht über negative Erlebnisse aufgrund des Marihuanakonsums - dies galt bei seltenem oder auch häufigerem Konsum.

"Nicht überraschend war die Erkenntnis, dass je höher der Verbrauch, desto höher das Risiko von berichteten Nebenwirkungen war", sagte Palamar.

"Wir hoffen, dass die Befunde dieser Studie zu der laufenden Debatte über Marihuanapolitik und ihren wahrgenommenen Schäden (im Vergleich zu denen durch Alkohol) beitragen", schloss Palamar.

© PSYLEX.de - Quelle: New Yorker Universität / American Journal of Drug and Alcohol Abuse, September 2014

Cannabis in Kombination mit Alkohol lässt den THC-Gehalt im Blut stark ansteigen

05.06.2015 Cannabis plus Alkohol ist eine der am häufigsten festgestellten Drogenkombinationen bei Autounfällen, doch über die Wechselwirkungen dieser beiden Rauschmittel ist wenig bekannt.

Tetrahydrocannabinol

Eine in Clinical Chemistry veröffentlichte Studie zeigt zum ersten Mal, dass der gleichzeitige Konsum von Alkohol und Cannabis deutlich höhere Blutkonzentrationen des tragenden psychoaktiven Wirkstoffs von Cannabis - Tetrahydrocannabinol (THC) - hervorruft. Sowohl THC als auch sein hauptsächlich aktiver Metabolit 11-Hydroxy-Δ9-THC (11-OH-Δ9-THC oder kurz 11-OH-THC) steigen bei dieser Kombination in ihrer Konzentration höher an, als wenn Cannabis allein konsumiert wird.

Kraftfahrzeugunfall-Risiko erhöht sich

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Die Experten sind sich einig, dass die Kombination von Cannabis und Alkohol die Wahrscheinlichkeit für einen Autounfall erhöht; sie ist auf jeden Fall höher als für die Substanzen jeweils allein.

In einer Studie mit 1.882 Todesfällen durch Kraftfahrzeugunfälle fand das US-Verkehrsministerium ein erhöhtes Unfallrisiko von 0.7 bei Cannabisgebrauch, 7.4 bei Alkoholkonsum und 8.4 bei kombinierter Cannabis- und Alkoholeinnahme.

Wechselwirkung

Um herauszufinden, wie Cannabis und Alkohol interagieren und damit negativ das Fahren beeinflussen, untersuchte ein Forscherteam 19 erwachsene Teilnehmer.

Diese tranken ein Placebo oder ein gering dosiertes alkoholisches Getränk (wobei eine Atem-Alkoholkonzentration von etwa 0,065% angestrebt wurde) 10 Minuten bevor sie

Befunde

Die deutlich höheren Blut-THC und 11-OH-THC Werte bei Alkohol können die erhöhten Leistungsbeeinträchtigungen unter der Kombination Cannabis / Alkohol erklären, sagte Studienautorin Marilyn A. Huestis vom National Institute on Drug Abuse.

"Unsere Ergebnisse helfen, forensische Interpretationen zu erleichtern, und geben wichtige Informationen zum Fahren unter Drogeneinfluss."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: American Association for Clinical Chemistry (AACC), National Institute on Drug Abuse, NIH (USA), University of Maryland; Mai 2015

Marihuana-Raucher: Stark erhöhtes Risiko für Alkoholprobleme

22.02.2016 Forscher der Universität Columbia fanden in Zusammenarbeit mit der City University of New York heraus, dass das Risiko erwachsener Marihuana-Raucher für Alkoholmissbrauch stark (um das Fünffache) im Vergleich zu Personen ansteigt, die nicht Cannabis konsumieren.

Entwicklung und Aufrecherhaltung

Die in der Zeitschrift Drug and Alcohol Dependence veröffentlichte Forschungsarbeit zeigte auch, dass erwachsene Trinker, die zusätzlich Marihuana konsumieren eher ihre Sucht aufrechterhalten.


Bild: EgoAltere

Die Ergebnisse legen nahe, dass Cannabiskonsum mit einer erhöhten Anfälligkeit verbunden zu sein scheint, Alkoholmissbrauch oder Alkoholismus zu entwickeln - selbst bei denjenigen, die noch keine Alkoholprobleme haben, sagte Studienautorin Renee Goodwin.

Für die Studie analysierten die Forscher Daten von 27.461 Erwachsenen aus der National Epidemiologic Survey on Alcohol and Related Conditions, die Marihuana zum ersten Mal konsumierten, als sie noch kein Alkoholproblem hatten.

Die Population wurde zu zwei Zeitpunkten befragt. Erwachsene, die Marihuana bei der ersten Befragung konsumierten und auch erneut in den folgenden drei Jahren (23%) hatten eine fünfmal höhere Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines Alkoholproblems im Vergleich zu denjenigen, die nicht Marihuana (5%) geraucht hatten.

Cannabisabstinenz erleichtert Alkoholentzug

Erwachsene Problemtrinker, die nicht Cannabis konsumierten, konnten sich deutlich wahrscheinlicher innerhalb der folgenden drei Jahre von ihrem Alkoholproblem erholen.

Es muss untersucht werden, ob potentiell anfällige Subgruppen - wie z.B. Jugendliche - nicht noch ein größeres Risiko haben, bemerkte Goodwin.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Columbia, Drug and Alcohol Dependence; Feb. 2016

Studie: Verringert die Legalisierung von Cannabis den Alkoholkonsum?

28.12.2017 Laut einer im Social Science Research Network veröffentlichten Studie der Georgia State Universität hat die Legalisierung von Marihuana zu langfristigen Auswirkungen auf den Alkoholkonsum in den USA geführt.

Vergleich von Bezirken mit und ohne Legalisierung

Die Forscher analysierten Bier-, Wein- und Alkoholverkäufe von mehr als 2.000 US-Bezirken über einen Zeitraum von zehn Jahren (2006 bis 2015). Chong und seine Mitarbeiter nutzten die Nielsen Retail Scanner Datenbank, die genauere Werte für den Alkoholkonsum liefert als selbstberichtete Umfragen, bei denen die Befragten bekanntermaßen den Alkoholkonsum unterschätzen.

Sie verglichen die Alkoholkäufe von Staaten, die medizinische Marihuanagesetze verabschiedeten, mit denen in Staaten, die dies nicht taten, bevor und nachdem die Gesetze umgesetzt wurden.

Die Alkoholkäufe verringerten sich um 15 Prozent in den Bezirken in Staaten, in denen medizinisches Marihuana legalisiert wurde, zeigen die Befunde.

Dies galt auch noch nach der Korrektur von demographischen und wirtschaftlichen Faktoren, die bekanntermaßen den Alkoholkonsum beeinflussen, wie Geschlecht, Alter, Arbeitslosenquote und mittleres Haushaltseinkommen.

Die Studienautoren betrachteten auch Bezirke an den Staatsgrenzen und stellten fest, dass die Staaten mit freiem Zugang zu Cannabis 20 Prozent niedrigere Alkoholverkäufe hatten als Bezirke jenseits der Grenze in Staaten ohne medizinische Marihuanafreigabe.

Starke Substitute

Die wissenschaftliche Forschungsliteratur war bislang über die Beziehung zwischen Alkohol und Marihuanakonsum nicht eindeutig. Einige Studien zeigen, dass Cannabiskonsum zu mehr Alkoholkonsum führt und andere Studien zeigen einen gegenteiligen Effekt.

Die aktuellen Befunde zeigen jedoch deutlich, dass diese beiden Substanzen auf dem Markt als starke Substitute (Güter, die dieselben oder ähnliche Bedürfnisse stillen und daher vom Konsumenten als gleichwertiges Ersatzgut angesehen werden) wirken, sagte Studienautor Professor Alberto Chong. Er schließt, dass die Folgen des Alkoholkonsums - wie z.B. eine Zunahme der Abhängigkeit, Autounfälle oder Krankheitsrisiken - nicht verschlimmert werden, sondern eher durch Cannabis verringert werden können.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universitäten Connecticut und Georgia State; Social Science Research Network; Dez. 2017

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