Marihuana, Cannabis und Verhaltensauffälligkeiten

Suchtkrankheiten und Abhängigkeit

Führt jugendlicher Cannabiskonsum zu Verhaltensproblemen - oder ist es umgekehrt?

27.11.2018 Eine im Fachblatt Addiction veröffentlichte Studie zeigt, dass der Konsum von Marihuana bzw. Cannabis unter Teenagern nicht zu größeren Verhaltensproblemen oder einer größeren Zugehörigkeit zu anderen Jugendlichen führt, die Cannabis rauchen.

Stattdessen ist es umgekehrt: Es sind Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten oder deren Cannabis konsumierende Freunde, die sich eher für den Konsum von Marihuana interessieren.

Kaskadierende Kette von Ereignissen

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Und diese "kaskadierende Kette von Ereignissen" scheint einen problematischen Cannabiskonsum zu prognostizieren, wenn die Heranwachsenden zu jungen Erwachsenen werden, schreiben die Wissenschaftler.

Die Forschung basiert auf Daten aus der Philadelphia Trajectory Studie, einer sechswelligen Studie, die 2004 mit Interviews von fast 400 10- bis 12-Jährigen in Philadelphia begann. Die Jugendlichen wurden von 2004 bis 2010 jährlich und dann wieder 2012 für ein letztes zweijähriges Follow-up getestet.

Die aktuelle Studie verwendete Daten von 364 Jugendlichen aus den letzten vier Wellen der Studie. Die Beobachtungsstudie basiert auf Selbstberichten der Jugendlichen, die dann durch Urinuntersuchungen validiert wurden.

Beziehung zwischen Verhaltensauffälligkeiten und Marihuanakonsum

Ivy Defoe von der Universität Pennsylvania sagte, dass nicht nur Verhaltensprobleme wie Schulschwänzen und Diebstahl den Cannabiskonsum vorhersagten, auch wurden Jugendliche, die Verhaltensprobleme aufwiesen, eher von Cannabis konsumierenden Altersgenossen angezogen.

Diese Verbindungen sagten einen Anstieg des Konsums von Marihuana und schließlich einen problematischen Cannabiskonsum oder Abhängigkeit voraus.

Defoe sagte, dass einige Theorien nahelegten, dass Jugendliche mit Verhaltensproblemen Cannabis als Bewältigungsmechanismus verwenden könnten, um mit der Missbilligung ihrer Verhaltensprobleme umzugehen und vielleicht um sich selbst zu behandeln.

Die aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass, wenn Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten nicht-verschriebenes Cannabis verwenden, um mit ihren Problemen fertig zu werden, dann sollten gesündere alternative Bewältigungsstrategien und Unterstützung zur Verfügung gestellt werden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Addiction - DOI: 10.1111/add.14456

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