Drogensucht, Drogenabhängigkeit (stofflich)

Suchterkrankungen: Sucht und Abhängigkeit

Drogen-Konsumenten haben Probleme, Emotionen zu lesen

Neue Forschung zeigt, dass Personen, die Drogen missbrauchen, Schwierigkeiten haben, Emotionen vom Gesichtsausdruck abzulesen.

Erkennen der Mimik bereitet Schwierigkeiten

Spanische Wissenschaftler von der Universität von Granada analysierten die Verbindung zwischen Drogenmissbrauch und die Erkennung von Basis-Emotionen (Glück, Überraschung, Zorn, Furcht, Traurigkeit und Ekel) durch Drogenbenutzer. Sie fanden heraus, dass die Drogenmissbraucher Probleme hatten, Zorn, Ekel, Furcht und Traurigkeit über den Gesichtsausdruck (Mimikforschung) zu identifizieren.

Kognitive Gewandtheit, Entscheidungsfindung

Weitere Resultate: Regelmäßiger Missbrauch von Alkohol, Cannabis und Kokain beeinflusste normalerweise die kognitive Gewandtheit der Konsumenten (wie leicht es ist, über etwas nachzudenken) und Entscheidungsfindung. Cannabis und Kokain-Konsum beeinflusste negativ das Arbeitsgedächtnis und das Nachdenken. Ebenso beeinflusste Kokainmissbrauch die Hemmungen.

Für den Zweck dieser Studie führten die Forscher eine neuropsychologische Auswertung (mit neurokognitiver Evaluation und emotionalen Verarbeitungstests) mit 123 Polysubstanz-Missbrauchern und 67 Testpersonen (ohne Drogenkonsum) mit ähnlichen sozialen und demographischen Hintergründen (Alter und Schulung) aus.

Die Zielpopulation waren Personen, die Drogen wie Kokain, Cannabis, Heroin, Alkohol, MDMA (Ecstasy) und Methamphetamin konsumierten, und die für zwei Rehabilitationssprojekte in der Provinz von Granada eingeschrieben waren.

Neuropsychologische Verschlechterung

Die Studie ergab, dass 70 Prozent der Drogenbenutzer eine Art neuropsychologischer Verschlechterung ohne Rücksicht auf die Art der konsumierten Substanz zeigte. Die Verschlechterung war am ausgeprägtesten im Arbeitsgedächtnis, aber Gewandtheit, Flexibilität, Planung, Multitaskingfähigkeit und Interferenz wurden auch beeinflusst.

Dr. J.M. Fernández Serrano, Psychologe und der leitende Forscher, denkt, dass die erhaltenen Ergebnisse verwendet werden sollten, um politische und soziale Politik zu entwickeln, die darauf ausgerichtet ist, adäquate an das neuropsychologische Profil der Drogenmissbraucher angepasste Rehabilitationsprogramme zu fördern.

Die an der Universität von Granada betriebene Forschung ist die Erste gewesen, die das Vorherrschen psychoneurologischer Verschlechterungen bei in therapeutischen Gemeinschaften eingeschriebenen Drogenbenutzern untersuchte.
Quelle: Universität von Granada, Feb. 2011

Statistik: Zunahme der Drogensucht

Zunahme unter älteren Erwachsenen

Eine neue Studie identifiziert eine dramatische Zunahme über die letzten 15 Jahre an Drogensucht-Therapien bei Erwachsenen, älter als 50.

Forscher fanden, dass sich die Zulassungen von 6,6 Prozent aller Zulassungen (Therapieaufnahmen) 1992 auf 12,2 Prozent im Jahr 2008 verdoppelt haben.

Die vom Substance Abuse and Mental Health Services Administration (SAMHSA) geförderte Studie, zeigt eine deutliche Zunahme des Anteils älterer US-Amerikaner an den Einweisungen in Zusammenhang mit illegalen Drogen, obwohl Alkoholmissbrauch immer noch die führende Ursache für Einweisungen für alle Altersgruppen ist.

Statistik zu den verschiedenen Drogen

Alkoholismus

Zur gleichen Zeit nahmen Einweisungen, die mit Alkoholmissbrauch in erster Linie verbunden waren, von 84,6 Prozent 1992 auf 59,9 Prozent im Jahr 2008 ab.

Der Anteil der Therapieaufnahmen von älteren US-Amerikanern, die mehrfache Substanzstörungen einschließen, hat sich von 13,7 Prozent 1992 auf 39,7 Prozent im Jahr 2008 fast verdreifacht.

Zum Beispiel: die Anteile bei den Einweisungen, die Alkoholmissbrauch in Verbindung mit Kokainmissbrauch zeigen, haben sich von 5,3 Prozent 1992 auf 16,2 Prozent im Jahr 2008 mehr als verdreifacht.

Kokainsucht

Im Jahr 2008 war Kokainmissbrauch die führende Ursache für Einweisungen, die in den letzten fünf Jahren bei 26,2 Prozent der älteren US-Amerikanern erfolgten; Medikamentenmissbrauch war nah dran (25,8 %).

"Ein kritischer Aspekt der Gesundheit älterer ist die Fähigkeit, von Alkohol- und Drogensucht frei zu bleiben. Es ist deshalb problematisch zu sehen, wie sich eine wachsende Zahl älterer US-Amerikaner (in Deutschland dürte es ähnlich sein) mit Drogenmissbrauch abmüht. Dies ist ein Trend, bei dem wir Fürsorge und Therapie jedem Individuum der Generation der Baby-Boomer auf dem Weg ins hohe Alter jetzt geben müssen", sagte Kathy Greenlee, Assistant Secretary.
Quelle: Substance Abuse and Mental Health Administration (SAMHSA), Juni 2010

Schlechte Mundhygiene und Drogenmissbrauch

Ein neuer Forschungsbericht besagt, dass ein grosser Teil substanzabhängiger Personen eine schlechte mündliche Gesundheit haben.

Die Forschung ist im Journal of Substance Abuse Treatment online erschienen.

Schlechte Hygiene

Anhand der Häufigkeit der schlechten oralen Hygiene, glauben Forscher, dass die Diskussion zur mündlichen Gesundheit eine gute Gelegenheit sein kann, Süchtige dafür zu engagieren, ihre Gesundheit und ihr Wohlgefühl zu verbessern.

Bostoner Universitätsforscher untersuchten Alkohol-, Stimulantien-, Opioid- und Marihuanabenutzer. Die Personen wurden gebeten zu berichten, wie sie ihre mündliche Gesundheit auf einer fünf Punkteskala einschätzten - von schlecht bis ausgezeichnet.

Die statistische Analyse der Berichte der Patienten fand keine bedeutsamen Verbindungen zwischen der Art der verwendeten Substanzen und dem mündlichen Gesundheitszustand. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass 60 Prozent aller Teilnehmer über mittelmäßige oder schlechte mündliche Gesundheit berichteten. Opioidbenutzer in der Probe zeigten auch eine schlechtere, mit vor einem Jahr verglichene, orale Gesundheit.

"Wir stellten fest, dass die Mehrheit unserer Probe über mittelmäßige oder schlechte mündliche Gesundheit berichteten", sagte Meredith D'Amore, M.P.H.

Daher sollte mündliche Gesundheit als ein bedeutsames Gesundheitsproblem unter Personen mit Substanzabhängigkeit betrachtet werden, und Gesundheitsversorger sollten über diese potentiellen mündlichen Gesundheitsfragen Bescheid wissen.

Die Forscher hoffen, dass ihre Befunde mehr orale Gesundheitsinterventionen bei drogenabhängigen Personen zukünftig hervorrufen. Sie schlagen auch vor, dass das Engagement Süchtiger bei Krankenversorgungsdiskussionen durch Ansprechen oraler Gesundheitssorgen erleichtert werden könnte.
Quelle: Journal of Substance Abuse Treatment, April 2011

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