Drogensucht, Drogenabhängigkeit:
Behandlung / Therapie

Psychotherapieformen - Behandlungsmethoden

Kognitive Verhaltenstherapie bei Drogensucht

Suchterkrankungen: Sucht und Abhängigkeit

Ein Yale University Forscher hat gezeigt, dass Raucher lernen können das Verlangen (Craving) mit kognitiver Verhaltenstherapie zu reduzieren. Dies gilt auch bei anderen Drogensüchten.

Kognitive Therapie gegen Craving

Kognitive Techniken scheinen das Bedürfnis nach einer Zigarette oder anderen Drogen dadurch zu vermindern, indem die Aktivität in zwei separaten, aber verbundenen Bereichen des Gehirns reguliert wird.

Raucher, die kognitive Strategien lernen, wie: über die langfristigen Folgen des Rauchens nachzudenken, zeigen gesteigerte Aktivität im präfrontalen Cortex, einem Bereich des Gehirns, der verbunden ist mit kognitiver Kontrolle und rationalen Gedanken.

Sie zeigen auch verminderte Aktivität in Bereichen des Striatums, einem Bereich des Gehirns, der mit dem Verlangen nach Drogen und Belohnung suchendem Verhalten verbunden ist, laut der online herausgegebenen Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences.

Kontrolle des Verlangens

"Dies zeigt, dass Raucher ihr Verlangen wirklich kontrollieren können; ihnen muss nur gesagt werden wie es zu tun ist", sagte Hedy Kober, Assistenz-Professor der Psychiatrie an der Yale School of Medicine und Hauptautor des Papiers.

Craving bzw. Verlangen ist der Auslöser, der oft dazu führt, in die Sucht zurückzufallen, was ökonomische und soziale Lasten mit sich bringt.

Zigarettenrauchen allein verursacht 400.000 Todesfälle pro Jahr in den USA (mehr als alle verbotenen Drogen und Alkohol zusammen).

Einige Experten sagen, dass Drogensüchtige Beeinträchtigungen in Bereichen des präfrontalen Cortex zeigen, welcher u. a. Emotionen kontrolliert.

Kognitive Therapie bwz. Verhaltenstherapie

Aber zumindest bei Rauchern scheint dies nicht der Fall zu sein. Dieser Bereich des Gehirns zeigte gesteigerte Aktivität und Raucher berichteten über weniger intensives Verlangen bei der Verwendung von kognitiven Strategien.

Kognitive Verhaltenstherapie scheint als ein wirksames Werkzeug beim Behandeln einer Vielfalt psychischer Störungen zu sein, einschließlich Drogenmissbrauch. Die neue Studie zeigt, warum dieser Ansatz wirksam ist, sagte Kober.

"Wir sehen keine Beeinträchtigung im präfrontalen Cortex, die darauf hinweist, dass das Gehirn andere Regrionen zur Kontrolle einsetzt, um Craving zu reduzieren", sagte Kober.

Quelle: Yale University, August 2010

Kognitive Verhaltenstherapie bei depressiven Drogenabhängigen

Eine neue Studie sagt, dass kognitive Verhaltenstherapie - eine Psychotherapieform, die sich problemlösend orientiert - Depressiven in Behandlungsprogrammen für Drogen- und Alkoholmissbrauch helfen kann.

Die Studie ist in der Juni-Ausgabe des Archives of General Psychiatrys erschienen.

Viele Menschen mit Substanzmissbrauchsstörungen und Depression erhalten keine Behandlung für beide Erkrankungen. Die Folgen dieses unerfüllten Bedarfs sind groß, schreiben die Autoren der Studie. Die wechselseitige Natur der zwei Störungen führt zu schlechteren Depressions- und Drogenmissbrauchs-Behandlungsergebnissen verglichen mit den Ergebnissen, wenn nur eine Störung vorhanden ist.

Die Forscher, angeführt von Dr. Katherine E. Watkins von der RAND Corp., untersuchten Patienten in Einrichtungen des Gesundheitswesens in Los Angeles zwischen 2006 und 2009. Alle vier Monate wechselten die Einrichtungen zwischen regelmäßiger Standardbehandlung gegen Drogenmissbrauch und Standardbehandlung plus kognitiver Verhaltenstherapie, welche zum Ziel hat, dysfunktionales Verhalten zu ändern, indem sie die Art verändert, wie die Erkrankten über Dinge nachdenken.

Etwa 300 Patienten nahmen teil; die meisten waren schwer depressiv.

Nach drei Monaten hatten fast 56 Prozent derjenigen in der Gruppe mit zusätzlicher Behandlung minimale Depressionssymptome, verglichen mit nur einem Drittel bei denjenigen, die nur die Standardbehandlung erhielten; nach sechs Monaten betrugen die Zahlen 64 Prozent vs. 44 Prozent.

Unter den Patienten, die nicht mehr in einer Wohntherapieeinrichtung lebten, zeigten diejenigen in der Gruppe plus kognitiver Verhaltenstherapie weniger Tage von Drogenmissbrauch und weniger Tage mit Alkoholkonsum als jene in der Kontrollgruppe, schreiben die Wissenschaftler.
Quelle: Archives of General Psychiatrys, Juni 2011

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

Kognitive Verhaltenstherapie bei Drogensucht

07.03.2017 Kommentar von MissJunkie:

Leider noch keine Erfahrungen. Würde ich mir wünschen. Hört sich vielversprechend an. Macht irgendwie Sinn.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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