Heroinsucht, Heroinabhängigkeit:
Alkohol, Alkoholprobleme

Suchterkrankungen: Sucht und Abhängigkeit

Von der Heroinsucht zum Alkoholmissbrauch

07.03.2017 Eine langjährige Studie der Universität Zürich untersuchte die Veränderungen im Substanzgebrauch bei Patienten mit Opioid-Substitutionstherapie und den daraus resultierenden klinischen Herausforderungen in einer 17-jährigen Behandlungsfallregister-Analyse.

Laut vorherigen Forschungsarbeiten ist die Mortalitätsrate opioidabhängiger Menschen aufgrund von Erkrankungen der Leber am Wachsen, schreiben die Forscher im Fachmagazin Lancet Psychiatry.

drogenentzug

In der aktuellen Studie wurden die Daten von knapp 9.000 Heroinsüchtigen analysiert, die zwischen 1998 und 2014 eine Substitutionsbehandlung erhielten.

Weniger Heroin und Kokain

Laut Studienautor Marcus Herdener verwendeten die Patienten schon ab dem Behandlungsbeginn weniger Heroin oder Kokain - und zeigten einen etwas geringeren Alkoholkonsum.

In den folgenden 17 Jahren reduzierte sich die Zahl der Heroinabhängigen, die oft (5 Tage pro Woche) Heroin konsumierten von 14,4% auf 6%. Die Anzahl der Patienten, die häufig Kokain konsumierten, reduzierte sich von 8,5% auf 4,9%.

Außerdem zeigten die Befunde, so die Forscher, dass die Reduktion des Heroingebrauchs mit einer besseren sozialen Situation verbunden war.

Alkoholkonsum stieg

Der Konsum von Alkohol stieg dagegen an: 22,5% tranken häufiger Alkohol. "Es scheint einem allgemeinen Trend zu entsprechen, dass in dieser Patientengruppe mehr Alkohol getrunken wird", sagte Herdener.

Dadurch erhöht sich natürlich auch das Risiko für Alkoholprobleme: Leberinfektionen (z.B. Hepatitis B und C) sind bei Heroinabhängigen oft zu beobachten, und häufiger Alkoholkonsum greift die Gesundheit dieser Patienten dann besonders stark an.

Die Studienbefunde sind von Bedeutung, denn "sie zeigen uns, dass bezüglich des häufigen Alkoholkonsums noch grosser therapeutischer Handlungsbedarf besteht", schloss Herdener.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Zürich, Lancet Psychiatry - DOI: 10.1016/S2215-0366(17)30080-9; März 2017

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