Junkfood / Fast Food
Abhängigkeit, Sucht, Entzug

'Absetzen' von Junk-Food erzeugt ähnliche Entzugssymptome wie Drogenabhängigkeit

20.09.2018 Eine im Fachblatt Appetite veröffentlichte Forschungsarbeit untersuchte die Entzugserscheinungen, die auftreten, wenn Junkfood - auch als Fast Food bezeichnet - (hochverarbeitete Lebensmittel wie z.B. Gebäck, Pommes frites und Pizza) 'abgesetzt' wird.

Wissenschaftler sind sich einig, dass die süchtig machenden Eigenschaften von Tabak, Alkohol und anderen Drogen das Gehirn auf eine ähnliche Weise beeinflussen können und ein Absetzen oder Entzug zu negativen Nebenwirkungen führen kann.

Entzugserscheinungen erschweren Abstinenz

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Bild: Esther Merbt

Diese machen es dem Drogensüchtigen oft schwer, die Einnahme der Drogen zu reduzieren bzw. die Abstinenz aufrecht zu erhalten. Angst, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Depression sind nur einige dieser Effekte.

Kann es auch bei hoch verarbeiteten Lebensmitteln - sogenanntem Junkfood - bei einem Stopp des Konsums zu Entzugsphänomenen kommen? Kann Fast Food ähnliche Suchtprozesse auslösen?

Erica M. Schulte von der Universität Michigan und Kollegen maßen physische und psychische Entzugserscheinungen bei 231 Erwachsenen, die auch über die Menge der konsumierten hochverarbeiteten Lebensmitteln berichten sollten, die sie im vergangenen Jahr gegessen hatten, und was passierte, nachdem sie die Nahrungsmittel nicht mehr aßen.

Psychische Symptome

Die Teilnehmer berichteten, dass Traurigkeit, Reizbarkeit, Müdigkeit und Craving (Verlangen) in den ersten zwei bis fünf Tagen nach dem Verzicht auf Junk-Food ihren Höhepunkt erreichten, dann verringerten sich die negativen Entzugssymptome, was dem zeitlichen Verlauf der Drogenentzug-Symptome entspricht, schreiben die Studienautoren.

Die Psychologen konzentrierten sich nicht auf die Methode zur Veränderung des Essverhaltens, wie z.B. das Aufhören mit dem Essen von Junkfood schrittweise oder "cold turkey" (also sofortiges Absetzen - kalter Entzug).

Schulte sagte, dass zukünftige Studien das Verhalten in Echtzeit analysieren werden und nicht wie in den aktuellen Ergebnissen einen retrospektiven Ansatz haben.

Die Implikationen der Studie deuten darauf hin, dass Entzugserscheinungen Ernährungsveränderungen zu einer Herausforderung machen können. Dies kann dazu beitragen, dass Menschen zu ihren schlechten Essgewohnheiten zurückkehren, sagte Koautorin Ashley Gearhardt vom Fachbereich Psychologie.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Appetite - DOI: 10.1016/j.appet.2018.09.013

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